Naue, Jürgen: Interview (Archivversion)

Interview

Jürgen Naue, Niederlassungsleiter
von Kawasaki Deutschland, zum
Rückruf der ZX-10R.

Warum hat Kawasaki beim Rückruf der ZX-10R alle Besitzer angewiesen, die Ninjas sofort stehen zu lassen?
Obwohl der Materialfehler bei der Vorderradfelge nur in wenigen Fällen aufgetreten ist, hatte es für uns oberste Priorität, unsere Kunden vor Schäden jeglicher Art zu schützen. Da der Materialfehler nicht von außen festzustellen ist, mussten wir auf Nummer Sicher gehen und alle Ninja ZX-10R stoppen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass unsere Kunden jetzt, da endlich Sommerwetter eingekehrt ist und Urlaube anstehen, sauer auf uns sind. Wir entschuldigen uns hierfür.
Welche rechtlichen Probleme ergeben sich daraus?
Rechtlich gibt es in Deutschland von der Produkthaftung her keinen Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung oder Leihmaschinen. Der Kunde ist von seiner Seite aus ebenfalls dazu verpflichtet, schadensmindernd zu agieren. Selbstverständlich helfen wir Kunden, die von unserer Nachricht im Urlaub überrascht wurden, sofort: Entweder mit der Zusendung einer Ersatzfelge – wie bereits mehrfach geschehen – oder mit der Übernahme der günstigsten Transportart, um ihr Bike zurückzuholen – auch diese Fälle gab es schon.
Hat der Kunde in Deutschland nur dieses Motorrad
als Transportmittel, bekommt er ein Leihfahrzeug von seinem Händler. Wir entscheiden hier gemeinsam mit dem Händler von Fall zu Fall. Ein Rechtsanspruch besteht in der Regel nicht. Uns ist jedoch daran gelegen, kundenorientiert zu handeln, auch wenn dies nicht in allen Fällen geschehen kann.
Wie geht die Austausch-Aktion voran?
Die erste Charge unseres japanischen Lieferanten kam bereits eine Woche früher als erwartet. Wir hoffen, dass es so zügig weiter-
geht, und sind sicher, bis Ende August mehr als die Hälfte der Motorräder umgerüstet zu haben. Leider müssen wir jedoch davon ausgehen, dass die Aktion bis in den September hinein
andauern wird. Sie können sicher sein, dass die Produktion mit höchstmöglicher Geschwindigkeit bei gleichzeitig maximaler Qualitätsüberwachung läuft.
Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Gussfehler und seinen Folgen?
Die Qualitätskontrollen, obwohl bereits auf sehr hohem Niveau, werden weiter verschärft, um ähnliche Fälle zukünftig auszuschließen.
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