»Neukauf lohnt sich nicht“ (Archivversion)

»Neukauf lohnt sich nicht“

Der Gebrauchtkauf-Onkel von MOTORRAD, Michael Allner, hält auch privat nichts vom Neukauf

Jetzt mal was ganz anderes: Muß es denn wirklich ein brandneues Motorrad sein? Wenn die Füllung des Geldbeutel nicht mehr als 10000 Mark hergibt, was ja eigentlich auch schon mehr als genug ist, sollte man sich einmal ruhig zurücklehnen und den Kleinanzeigenteil studieren. Das Angebot an gebrauchten Maschinen ist riesig, und mit einer gewissen Toleranz gegenüber Baujahr und Laufleistung wird nahezu jedes Modell erschwinglich.Etwaige Ängste wegen des kurz bevorstehenden Exitus sind bei der Solidität heutiger Triebwerke überflüssig, und da sind die Motoren der achtziger Jahre schon mit eingeschlossen. Sehr viele Motoren halten bei etwas Pflege durchaus 100 000 Kilometer und mehr.Haben Sie schon einmal ein Motorrad eingefahren? Macht es Ihnen Spaß, quälend lange 1000 Kilometer mit 80 km/h durch die Gegend zu schleichen? Der zartfühlende Leser ahnt es schon: mir nicht.Ich fände es zudem nicht besonders erbaulich, dem stetigen Wertverlust meines Motorrads tatenlos zuschauen zu müssen. Schließlich verliert das teure Stück im ersten Jahr bereits rund 20 bis 25 Prozent des Neuwerts, nach dem zweiten Jahr sind weitere 15 Prozent verpufft. Und das ist noch nicht einmal das einzig Kostspielige am Neukauf, denn auch die Inspektionen belasten das Budget - eine teure Zwangsveranstaltung zur Sicherung der Garantie. Nein danke, da bediene ich mich lieber auf dem Gebrauchtmarkt. Garantiert.

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