Parc fermé (Archivversion)

Suter auf MuZLucalustlosWeil Doriano Romboni mit seinem Kahnbeinbruch von Malaysia für unbestimmte Zeit ausfällt, verzichtete das MuZ-Werksteam auf den Spanien-Grand Prix und suchte fieberhaft nach einem tauglichen Ersatzfahrer. Die Vorzeichen für einen Vertrag mit dem arbeitslosen Luca Cadalora standen zunächst günstig, scheiterten aber am Wankelmut des Italieners. Nach dem Jerez-Grand Prix versprach Cadalora, kostenlos an den Tests der Teamvereinigung IRTA in Jarama teilzunehmen. Ein Tag später forderte er ein Tageshonorar von 5000 Dollar. Obwohl die Gage von MuZ-Geschäftsführer Petr-Karel Korous bewilligt wurde, glänzte Cadalora dann durch Abwesenheit und war für niemanden zu sprechen. Jetzt feiert der Schweizer MuZ-Testpilot Eskil Suter sein Grand Prix-Comeback.Docshop-BremseDaumendrückenEine Daumenbremse fürs Hinterrad, vom Schweizer Docshop-Techniker Andy Wütherich zu Saisonbeginn »aus Not« nach Michael Doohans Vorbild für Jürgen Fuchs erfunden, geht nun in Serie und wird von »Spiegler Bremstechnik« zum Verkauf angeboten. Der Preis für das elegante Frästeil steht noch nicht fest, doch wird es, so Wütherich, »sicher nicht teurer als das klobige Ding, das AP für 1500 Mark anbietet«.Sprit-SkandalOkadasOktanBei einem routinemäßigen Benzintest, der bei jedem Grand Prix unter zehn Piloten ausgelost wird, wurde die Schweizer Materialprüfanstalt EMPA überraschend fündig: Der Repsol-Sprit im Tank des in Malaysia gestürzten Tadayuki Okada soll mehr als die zulässigen 102 Oktan gehabt haben, was natürlich auch Rückschlüsse auf die Qualitäten des von seinen Teamkollegen Michael Doohan und Alex Crivillé verwendeten Treibstoffs zulassen würde. Weil es keinen Sinn macht, gestürzte Piloten zu disqualifizieren, gestaltet sich eine eventuelle Ahndung als schwierig, weshalb der Weltverband FIM nun mit einer Gegenanalyse hofft, den heraufziehenden Skandal zu vermeiden. Warum das Repsol-Team in Japan alle verfügbaren Fässer mit elf-Sprit aufkaufte, in Malaysia Repsol-Treibstoff verwendete und in Spanien wieder mit elf-Benzin antrat, bleibt bis zum Ergebnis des Verfahrens unbeantwortet.Pernats SprücheÄrger beiApriliaAprilia-Firmenbesitzer Ivano Beggio kreuzte in Jerez ohne seinen Berater Carlo Pernat auf. Der frühere Aprilia-Sportdirektor hatte sich nach dem Malaysia-Grand Prix zu dem Kommentar hinreißen lassen, man hätte die Streithähne Valentino Rossi und Tetsuya Harada mit einer Boxentafel zum Waffenstillstand verdonnern müssen, und Rossis Sturz wäre unter seiner Führung nicht passiert - eine Behauptung, auf die der jetzige Sportchef Leandro Scomazzoni mit Empörung reagierte. Nach außen wurde die Affäre bestmöglich vertuscht und die Fahrer instruiert, wie sie sich den Medien gegenüber zu verhalten hatten. »Für meinen Sturz will ich keine Rache. Wir sind im Sport, nicht bei der Mafia«, sagte Rossi klipp und klar.Für drei JahreRepsolbleibtRepsol plant drei weitere Jahre als Hauptsponsor des offiziellen Honda-Halbliterteams. Die Honda Racing Corporation (HRC) hatte auch ein Angebot von Marlboro vorliegen, will mit den Problemen der Tabakwerbung aber nichts zu tun haben. Der Plan, den von Marlboro gesponserten Max Biaggi künftig als vollwertigen Werksfahrer bei HRC einzuschleusen, ist damit gescheitert. Jetzt wird geprüft, ob sich für 1999 auch im Rahmen eines Kundenteams eine echte Werksmaschine loseisen läßt.
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