Preisspiegel (Archivversion)

Kalt-Start

Richtig Schlaue starten in der kalten Jahreszeit zum Gebrauchtkauf durch. Das Angebot ist größer, die Verkäufer sind williger, und Mit-Bewerber gibt es weniger.

Nach wie vor taugt der Winter hervorragend, um sich schon jetzt das »neue« gebrauchte Motorrad für die nächste Saison zuzulegen. Zwar sinken die Gebrauchtpreise in der unwirtlichen Jahreszeit gegenüber der Saison längst nicht mehr so deutlich in den Keller wie noch vor einigen Jahren, aber dafür ist mittlerweile auch die Auswahl im Winter größer.Die Vorteile eines Winter-Kaufs liegen auf der Hand: Der lästige Run von Mit-Interessenten auf begehrte Motorräder fällt deutlich geminderter aus als im Frühjahr - der Gebrauchtkäufer hat mehr Zeit, sich zwischen verschiedenen Offerten zu entscheiden. Und wer sein Motorrad im Winter verkauft, tut dies häufig nicht ganz freiwillig. Im Klartext: Häufig steckt Geldnot dahinter, Geldnot bewirkt Verhandlungsbereitschaft, und dies freut den Gebrauchtkäufer.Weniger erfreut den Gebrauchtkäufer bei der winterlichen Besichtigung, daß viele Besitzer ihre Motorräder vorübergehend stillegen. Da man aber ein Motorrad niemals ohne Probefahrt kaufen sollte, muß sich der Interessent eben um die Beschaffung eines roten Kennzeichens bemühen. Nach dem Behördengang bleibt nur noch die schwierige Aufgabe, an einem Rauhreif-Samstagmorgen, wenn so gar nichts nach Motorrad fahren aussieht, den Leib aus dem kuscheligen Federbett zu quälen. Aber da kann es nur heißen: Kampf dem inneren Schweinehund, es könnte sich lohnen.Natürlich kann eine Preisliste immer nur Anhaltspunkte geben - zu unterschiedlich fallen die Preise in den verschiedenen Regionen aus (Stadt, Land, Nord, Süd), und zu unterschiedlich sind die Ausstattung und der Zustand der angebotenen Motorräder. So gelten die nebenstehenden Notierungen von eurotax/SCHWACKE als Händler-Verkaufspreise für verkehrssichere, betriebsbereite und - ganz wichtig - unfallfreie Maschinen im Originalzustand. Auf welche Kilometerstände sich die angegebenen Preise beziehen, steht unter »Kilometer-Kategorie« im Kasten »Bewertung der Laufleistung«. Abweichungen von diesen Laufleistungen werden mit den angegebenen Abzügen oder Zuschlägen verrechnet. Beispiel: Der Preis einer Suzuki DR 350 SH, Baujahr 1991, mit Kilometerstand 25 000 soll ermittelt werden. Laut Preis-Tabelle beträgt der Grundpreis für dieses 1991er Modell 4250 Mark. Aus dem Kasten »Bewertung der Laufleistung« ergibt sich, daß für das Baujahr 1991 für die Kilometer-Kategorie 3 eine Laufleistung von 39 900 Kilometern angenommen wird, in diesem speziellen Fall also rund 15 000 Kilometer zuviel. Da die tatsächliche Laufleistung geringer als die vorausgesetzte ausfällt, muß der Preis steigen, in diesem Fall um 12,5 Prozent, wie sich aus »Prozentuale Zuschläge für Minderfahrleistung« ergibt. So darf die DR 350 SH 4250 Mark plus 12,5 Prozent, also rund 4800 Mark kosten. Zubehör, wie zum Beispiel ein größerer Tank, wirkt sich übrigens wenig wertsteigernd aus.
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