Psycho (Archivversion)

Psycho

Untersuchung zum Selbstwertgefühl von Bikern

Sind die Motorradfahrer eine besondere Spezies? Und wenn ja, was unterscheidet sie von Kradabstinenzlern? Um das herauszubekommen, befragte der Bielefelder Psychologe Steffen Schabel für seine Diplomarbeit 180 Motorradfahrer und verglich diese Ergebnisse mit den Werten von 2000 anderen Personen. Dabei stellte sich heraus, daß sich Motorradler selbst als gewissenhafter und sozial verträglicher, weniger ängstlich und unsicher einschätzen. Beim Motorradfahren selbst dominierten Motive wie »Sicherheit, Freude am Fahren und Kontrolle« klar über »sportlicher Wettbewerb, Nervenkitzel und Fahrdynamik«. Es fiel auf, daß die zuletzt genannten Aspekte meist von Bikern mit einem niedrigerem Selbstwertgefühl genannt wurden, deren Alter unter dem Durchschnittswert liegt. Schabel zieht daraus den Schluß, »daß besonders junge männliche Fahrer dazu neigen, Selbstwertdefizite durch Betonung sportlich-riskanter Aspekte des Motorradfahrens unter Vernachlässigung ihrer Sicherheit zu kompensieren«. Womit wissenschaftlich - wenngleich in einer nicht repräsentativen Umfrage - endlich bewiesen wäre, was eigentlich eh schon ein jeder gewußt hat.
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