Ride Now! Zum Fahren bringen (Archivversion)

Ride Now! Zum Fahren bringen

Nach dem Einsteiger-Spezial in MOTORRAD 12/2003 hagelte es Leserbriefe. Deren Quintessenz: Führerschein zu teuer, zu wenig attraktive Einsteigermotorräder – so die meist jungen Schreiber. Von den Verbänden kam Kritik. Die Fahrlehrer wehrten sich gegen eine schlechtere Ausbildung, der Bundesverband deutscher Motorradfahrer sah sich gar bemüßigt, diesbezüglich eine Pressemitteilung herauszugeben. Doch wer will denn eine schlechtere Ausbildung der Fahranfänger? Kein Mensch, und schon gar nicht MOTORRAD. Die Kosten sind es, die uns stören. Nur ein Beispiel: die Prüfungsgebühren. Der Weg über den 125er-Schein zum offenen Führerschein A kostet allein an Gebühren 330 Euro. Zu viel! MOTORRAD realisierte vor kurzem in gewissem Sinne das Gegenteil. Wir schenkten 40 Menschen ohne Fahrerlaubnis fürs Motorrad die ersten Meter mit dem Bike. Unsere Aktion Ride now war ein voller Erfolg. Die glücklichen Gesichter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen Bände. Dabei ist das Ride-now-Konzept simpel. Unter fachmännischer Anleitung von MOTORRAD-ACTION-TEAM-Instruk-toren können Interessierte die ersten Meter Motorrad fahren. Dazu gibt es noch ein wenig Theorie und Gleichgewichtsschulung (siehe Seite 128). Der Tenor der Neulinge: Wir wollen fahren, den Führerschein machen – wenn es der Geldbeutel zulässt.Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell mit qualifizierter Hilfe die ersten Meter klappten. Und dass nach kaum einer halben Stunde bei allen Teilnehmern die Leidenschaft zum Motorradfahren aufflammte. Es hat also nicht an Reiz verloren, unser Hobby. Wer es einmal versucht hat, will es richtig können. Zu faszinierend ist das Zusammenspiel von Motor, Balance und freier Sitzposition. Einmalig das Gefühl von Freiheit, mit der Nase im Wind eine schöne Strecke zu fahren. Und genau da setzt unsere Aktion an. Sie vermittelt einen ersten Eindruck von alledem. Nimmt die Hemmschwelle, bietet sofort Erfolgserlebnisse.Jetzt gilt es, die Ride-Now-Idee umzusetzen. Die Motorrad-Industrie zeigte bislang wenig Interesse, zumindest ihr Verband. Wem es ernst ist mit der Nachwuchsproblematik, der kann so nicht denken.
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