Roberts, Kenny jr.: Interview (Archivversion)

Interview

Wie es Kenny Roberts schafft, trotz PS-Mangel die 500er-Konkurrenz in Schach zu halten.

? Wie viel Leistung fehlt der Suzuki?! Wenn wir zehn PS mehr im mittleren Drehzahlbereich hätten, wäre die Suzuki noch immer nicht das stärkste Motorrad im Feld. Doch es würde reichen, die Szene aufzumischen und die Rennen in unsere Zirkusshow zu verwandeln. Um diese zehn PS zu finden, braucht es keinen großen technischen Durchbruch. Mein Cheftechniker Warren Willing denkt, sie müssten relativ leicht zu finden sein, und entwickelt mit Suzuki bereits einen neuen Motor für die nächste Saison.Bis der fertig ist, müssen wir so weitermachen wie bisher: Wenn alles stimmt und Fahrwerk und Motor perfekt auf die Ideallinie einer Strecke abgestimmt sind, können wir im Trockenen gewinnen. Wenn wir das ideale Set-up auch nur um eine Spur verpassen, sind wir verloren.? Sie waren bisher ein klarer Verfechter von 17-Zoll-Reifen. Könnte Ihnen der zusätzliche Sidegrip der 16,5-Zoll-Reifen nicht helfen?! Solange ich von Ihnen und nicht von meinen Rivalen gefragt werde: Ich bin dabei, meine Meinung zu ändern. Die 16,5-Zoll-Reifen haben ihre Vorteile, und wir versuchen zusammen mit Michelin, Mischungen und Karkassenformen zu finden, die optimal zu unserem Motorrad passen.? Sind Sie sauer aufs spanische Publikum, das Sie wieder ausgepfiffen und mit Unrat beworfen hat?! Es gibt eben viele Checa- und Crivillé-Fans, so weit verstehe ich die Sache. Das Schleudern von Gegenständen ist nichts, was wir in der Presse diskutieren sollten, sonst eskaliert das nur noch mehr. Ich werde mich mit meinen Kollegen unterhalten, dann setzen wir uns mit der Rennleitung an einen Tisch. Vielleicht lassen wir künftig Schilder aufstellen: Wer mit Bierdosen wirft, wird von den Fahrern erschossen!? Laut Fahrerlagergerüchten ist Ihr kleiner Bruder Kurtis, der in Amerika alle Viertakt-Serienklassen aufmischt, nächstes Jahr ebenfalls für einen GP-Vertrag im Gespräch?!Das ist mir neu. Meiner Meinung nach hat Kurtis für einen GP-Einstieg den falschen Pass. Jeder spanische oder italienische 250er-Neuling hat mehr Sponsoren und mehr Chancen. Ein Amerikaner müsste auf Anhieb Rennen gewinnen, um sich in diesem Fahrerlager halten zu können. Zwei, drei schlechte Resultate, und er würde wieder fallengelassen. Auch ich mache mir keine Illusionen: Ich bin nur bei MoviStar-Suzuki, weil ich Grand Prix gewinnen und den Titel holen kann!
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