Rückruf Vorderrad ZX-10R (Archivversion)

Schwein gehabt

Dass echte Schwachstellen im MOTORRAD-Test schonungslos aufgedeckt werden, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Zudem muss sich die Technik vieler neuer Maschinen im Dauertest bewähren. Was dort besteht, funktioniert und hält. Und die Tester vertrauen darauf, dass das gelieferte Material das Test-Prozedere klaglos mitmacht, selbst wenn es die im normalen Straßenverkehr üblichen Belastungen übersteigt.
Daher überraschte die Rückrufaktion von Kawasaki zwecks Austausch der Vorderradfelge sämtlicher ZX-10R die Testmannschaft (siehe Meldung auf Seite 10), denn gerade der neue Überflieger der
Grünen wurde im Frühjahr im Rahmen des großen Supersportler-Vergleichs gnadenlos über Rennstrecken und Landstraßen geprügelt. Und eine ZX-10R läuft seit 11500 Kilometern im Dauertest. Im Nachhinein wurde manchem Tester, der damals 20-Meter-Sprünge bei 200 km/h machte, doch ein bisschen flau in der Magengegend. Die Folgen eines zusammenbrechenden Vorderrads wären in jedem Fall fatal gewesen. Egal, ob das Rad beim Sprung oder bei Tempo 300 auf der Autobahn kollabiert.
Dass es bei allen Testmotorrädern keinerlei Schwierigkeiten mit den filigran gearbeiteten Vorderrädern gab, beweist: Hier handelt es sich nicht um ein konstruktives Problem, sondern um eine unzureichende Qualitätskontrolle, die offensichtlich wenige Einzelfälle betrifft. Trotzdem wurde auch die bisher problemlos laufende MOTORRAD-Dauertestmaschine augenblicklich aus dem Verkehr gezogen und wartet auf das Tauschrad. MOTORRAD rät auf
jeden Fall dringend davon ab, die be-
troffenen Maschinen weiter zu benutzen. Im Falle eines Schadens gingen damit
jegliche Regressansprüche verloren. gt
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