Rückrufaktionen und neues Produktsicherheitsgesetz (Archivversion)

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Rückrufaktionen und neues Produktsicherheitsgesetz

Letzter spektakulärer Fall: der Rückruf der Suzuki TL 1000. Retour in die Werkstatt, und zwar möglichst vorsichtig, damit ja kein Malheur passiert, bis ein Lenkungsdämpfer dem Zweizylinder das Lenkerschlagen abgewöhnt. Der Importeur hatte zu dieser Aktion aufgerufen; seit dem 1. August 1997, an dem das neue Produktsicherheitsgesetz in Kraft trat, kann das auch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg - wichtigste Neuerung für Motorräder und Autos. Mit dieser Regelung setzt die Bundesrepublik euopäisches Recht um, übrigens zwei Jahre zu spät, die Industrielobby wollte noch herstellerfreundliche Änderungen durchdrücken. Für Kfz gilt sie ab sofort, weil dafür das KBA, eine Bundesbehörde, zuständig ist. Bei Lebensmitteln zum Beispiel sieht das anders aus: Hier muß das Bundesgesetz erst noch auf Länderebene umgesetzt werden. Und das dauert. Dennoch gibt es Zuständigkeitsprobleme auch in Sachen Kfz. So geht das KBA davon aus, für Fahrräder und sicherheitsrelevantes Zubehör, etwa Motorradkoffersysteme, verantwortlich zu sein - obwohl davon nichts im Gesetz steht. »Wir machen das einfach«, erklärt Helmut Wilk, Pressesprecher beim KBA. Trotz der erhöhten Anforderungen stellten die Flensburger kein neues Personal ein. »Wir haben statt dessen Stellen umgeschichtet«, berichtet Wilk, der das Know-how der Motorradhersteller in Sachen Rückruf zu loben weiß. Kein Wunder bei der Erfahrung: 29mal mußten seit 1992 Bikes zu Zwangsaufenthalten in die Werkstatt.
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