Saulus, Paulus (Archivversion)

Saulus, Paulus

Wie aus Frauenfeinden prima Frauenfreunde wurden

Der Goldene Abfalleimer der Women on Wheels (WoW) für frauenfeindliche Werbung ging 1997 an den Motorradzubehöranbieter Schuh. »Als Mahnmal« stünde diese Negativauszeichnung im Büro, gelobte Schuh-Marketingmann Wolfgang Hemstege Besserung. Auch weil sich’s rechnet: »Motorradfahrende Frauen sind ein wichtiges Kundenpotential.« Kein Wunder also, daß die Schuh-Models im 1998er Katalog auffällig weniger Haut zeigen und erstmals Kombis speziell für Frauen angeboten werden. Nicht mehr wie annodunnemals: »Ohne Rücksicht auf Po, Busen, Taille etc.« (Katalogtext). Diese Bekehrung eines reuigen Sünders trieb bei den WoW alsdann seltsame Blüten. »Wenn Frauen schon im Katalog so ernst genommen werden, ist davon auszugehen, daß sie als Kundinnen vor Ort professionelle und faire Beratungsgespräche erwarten können«, attestierten sie in einem Schreiben, mit dem Schuh jetzt hausieren geht. Das sollte freilich die Regel und keine lobenswerte Ausnahme sein.
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