Shop-Partner kontra Eurobike (Archivversion)

Kontra Eurobike

Hein Gericke, zur Eurobike AG, dem führenden Anbieter von Motorradbekleidung und Zubehör gehörend, geht gelegentlich mit harten Bandagen gegen unliebsame Shop-Partner vor. So warf die Eurobike-Zentrale in Düsseldorf im März 1996 Percy Ganss aus seinem Frankfurter Laden und verklagte ihn auf Schadensersatz wegen fehlender Warenbestände. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den Frankfurter zur Zahlung von 54000 Mark. Ganns erwirkte nun einen Beschluß des Oberlandesgerichts Düsseldorf, welches ihm Prozeßkostenbeihilfe zusagte. Dabei machte das Gericht Ausführungen, die für die Eurobike-AG schwerwiegende Folgen haben könnten. Das OLG beschrieb das Arbeitsverhältnis des Ex-HG-Shop-Partners nämlich als das eines abhängig Beschäftigten, obwohl der Vertrag ihn als freien Handelsvertreter auswies, und erklärte die Arbeitsgerichte für zuständig. Das könnte bedeuten, daß geschaßte Shop-Partner auf entgangenen Arbeitslohn klagen können. So eine Fall ist bereits in Stuttgart anhängig. Rechtsanwalt Peter Seitz vertritt einen ehemaligen Betreiber eines Go To Helmstudios, ebenfalls zur Eurobike gehörend. »Ich habe entgangene Lohnzahlungen sowie Beiträge für die private Krankenversicherung den Schadensersatzansprüchen der Eurobike gegengerechnet. Allein der Arbeitslohn macht 190000 Mark aus.« Wenn ein Arbeitsgericht rechtskräftig entscheidet, werden zudem die gesamten Sozialabgaben, Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberanteile, fällig.
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