Solitude lebt(e) (Archivversion)

Alte Garde

Kurven, die den Namen auch verdienen, Berg- und Talfahrten in extremer Form, Bäume als natürliche Randbegrenzung - eine der schönsten Rennstrecken dieser Welt lag vor den Toren Stuttgarts: die Solitude. Ihre 26 Links- und 19 Rechtskurven auf 11,4 Kilometern öffentlicher Straßen zogen die Zuschauer an wie ein Magnet. 1954 pilgerten sage und schreibe 435 000 Menschen zur Solitude.Das erste Rennen fand 1903 statt, der letzte Weltmeisterschaftslauf für Motorräder lief 1964. Und seitdem hält Jim Redmann den Rekord: mit 160, 614 km/h und mit der 350er Vierzylinder-Honda. Im darauffolgenden Jahr gab es noch Auto- und Motorradrennen um die Deutsche Meisterschaft - und 1966 nichts mehr. Der damalige Innenminister und spätere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Hans Filbinger, hatte der Solitude die rote Karte gezeigt. Seither war der Name Solitude Programm: Einsamkeit.Doch der ADAC Württemberg hat seine Strecke nicht ganz vergessen und am 6. und 7. Juli zur »Solitude lebt« gerufen, wo wenigstens die Start- und Zielgerade mit alten Renngeräten wiederbelebt wurde. Kurven suchten die dennoch begeisterungsfähigen Zuschauer daher vergebens. Aber immerhin, besser als nichts, und daß am gleichen Wochenende Ähnliches am Nürburgring lief, war nun leider Pech.Gekommen war die alte Garde: Geoffrey Duke, Bill Lomas, Georg Meier, Siegfried Wünsche, August Hobl oder Hein Thorn Prikker; Hans-Georg Anscheidt war sozusagen der Jugendvertreter.Dazu passend natürlich die Motorräder: Norton Manx, AJS Boy Racer, BMW RS, Guzzi, NSU, Kreidler. Und deren Lebensäußerungen waren dann auch das Salz in der Suppe dieser Veranstaltung. elb
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