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MOTORRAD-Redakteur Norbert Sorg zur Bitumenflickerei am Sudelfeld

Ein gutes Jahr ist es her, da spielte eine Gemeinde am Wendelstein mit dem Gedanken, die Sudelfeldstrecke für Motorräder sperren zu lassen. »Rennen fahren die oben am Berg mit offenen Tüten«, lamentierten die Rathäusler, die Touristen blieben weg und das Vieh würde im Stall verrückt. »Stopp, so einfach geht das nicht«, blockte Rainer Kühne, Lärmspezialist des Landesamts für Umweltschutz, den Reglementierungswahn. Vor ein Fahrverbot haben die bayrischen Gerichte ein Ausschöpfen aller polizeilicher Maßnahmen gesetzt. »Auweia, verschärfte Kontrollen!« kam retour, »das mögen unsere Mitbürger, die gern ein Bier trinken und es mal eilig haben, gar nicht.« Und subito war der Antrag vom Tisch. Nicht aber »das Problem mit dem Motorradlärm«. Doch da, hieß es im Rathaus, fällt uns sicher was ein.Dass im Herbst 2002 ein Bautrupp die Sudelfeldstrecke ausgerechnet auf dem bei Kradlern beliebten und noch brillant begripten Abschnitt zwischen Café Kotz und Siemenskurve mit Bitumenflickereien verunzierte, hat, bekunden alle Beteiligten, natürlich nichts, aber auch gar nichts, mit dem Einfallsreichtum der Kommunalpolitiker zu tun. Reiner Zufall ist sicher auch, dass der Teil der Fahrbahn, die weiter in den Kurort hinabführt, perfekt und zur Gänze erneuert wurde. Kein Zufall aber wird es sein, wenn - sobald im Sommer der Splitt aus dem Bitumen herausgefahren ist - ein »Raser« auf einer dieser vielen glatten Stellen abfliegt und sich die Knochen bricht.
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