Straßenschäden, Streckensperrung wegen (Archivversion)

Straßenschäden

Fahrverbote - weil’s Straßenbauämtern an Geld fehlt

Verrottete Platten, mit Bitumen verschmiert. »Ist ja lebensgefährlich«, meinte Bernd Meyer aus Calbe an der Saale, füllte deshalb den Meldebogen »Straßenbauliche Probleme für Motorradfahrer« des Instituts für Zweiradsicherheit e.V. aus und faxte ihn an die Straßenmeisterei in Schönebeck. »Die Strecke zwischen Rajoch und Sachsendorf ist wirklich in einem sehr schlechten Zustand«, stimmte Behördenchef Dipl.-Ing. Soika zu. »Nach der Wende haben drei Kieswerke aufgemacht, eine Menge Laster befahren die schmale Straße.« Soika geriet in eine Zwickmühle: Geld für die Renovierung hatte er nicht, aber nachdem Meyer Meldung erstattet hatte, die Sache aktenkundig war, stand er in der Pflicht. »Wenn irgendwas passiert, bin ich dran.« Also spielte er mit der einfachsten Möglichkeit, fragte bei den übergeordneten Instanzen schon mal nach, »ob der Streckenabschnitt für Zweiradfahrzeuge zu sperren ist«. Wenn diese Logik griffe, wären demnächst zirka 30 Prozent der deutschen Straßen für Motorräder zu. Weil Beamte befürchten müssen, für die finanzielle Ebbe in den Straßenbauämtern, unter der sie selbst leiden, zur Verantwortung gezogen zu werden. Soika kam auf elegante Weise aus der Bredouille: »Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat Geld für ein Konjunkturprogramm locker gemacht. Ende August kann mit der Totalrenovierung begonnen werden.« Die Streckensperrung ist vom Tisch: »Bis zum Abschluß des Ausbaus müssen die Motorradfahrer«, so Soika, »notfalls eben Tempo 30 fahren.“
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