Supersport 600-WM (Archivversion)

Zugabe

Als Suzuki-Werksfahrer Stéphane Chambon als wenig begeisterter Fünfter des Supersport-WM-Rennens von Assen den Heimweg antrat, wusste weder er selbst noch irgendjemand sonst, dass er bereits als erster Supersport-Weltmeister feststand. Denn der zunächst glimpflich aussehende Sturz des italienischen Yamaha-Werksfahrers Piergiorgio Bontempi, seines letzten verbliebenen Widersachers, verursachte doch ein gebrochenes Handgelenk. Bontempi konnte also beim Finale in Hockenheim nicht antreten, und der kampflos gekrönte Meister Chambon ging völlig entspannt in die formidable Windschattenschlacht, die er hinter Sieger Iain MacPherson (Kawasaki) und Ruben Xaus (Yamaha) als Dritter überstand. Nur einen Platz dahinter landete der erstaunliche Karl Harris, der nur eine Stunde vorher mit einem Sieg den Superstock-EM-Titel geholt hatte. Der Ersatzmann für den verletzten Schweizer Yves Briguet konnte immerhin Yamaha Deutschland-Fahrer Jörg Teuchert, in diesem Jahr schon zweifacher Laufsieger, auf Rang fünf zwingen. Teuchert hatte allerdings Probleme mit dem Überlauf des Wasserkühlers an seiner Yamaha R6: »In Linkskurven musste ich extrem vorsichtig sein, denn es kam immer wieder Wasser auf den Hinterreifen.«Teucherts Teamkollege Christian Kellner testete in einer Schikane den Notausgang und musste so mit Rang zehn vorlieb nehmen. Generell aber war die erste Saison für das neu formierte Yamaha Deutschland-Supersport-Team unter der Leitung von Ex-Rennfahrer Udo Mark ein voller Erfolg. Die WM-Schlussränge vier für Teuchert und sechs für Kellner, zwei Laufsiege, einer davon als Doppelsieg, Rang zwei in der inoffiziellen Teamwertung hinter der übermächtigen Corona-Alstare-Suzuki-Truppe – ein stolze Bilanz.Und es sieht inzwischen so aus, als ob das Team auch den lähmenden Schock des Total-Rückzugs von Yamaha Deutschland aus dem Rennsport überwinden könnte. Teamchef Udo Mark: »Die Gespräche laufen noch. Aber tendenziell wird das Team bestehen bleiben können, wie es ist, auch mit Yamaha-Maschinen. Es wird jedoch nicht mehr offiziell Yamaha Deutschland Racing heißen.«Die beiden deutschen Top-Fahrer bleiben der Supersport-WM also erhalten, die insgesamt weiter wachsen wird. Das Kawasaki-Werksteam stellt dem Vizeweltmeister Iain MacPherson aus Schottland den 22-jährigen Australier Andrew Pitt als zweiten Fahrer zur Seite. Und auch Ducati-Teamchef Davide Tardozi hat sich entschlossen, eine zweite Werks-748 in die WM zu schicken. »Paolo Casoli wird 2000 wieder fit sein, der zweite Fahrer wird nicht älter als 23 Jahre sein.«
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