Supersport 600-WM (Archivversion)

Halt sag i

Gegen Ende der 18. von 23 geplanten Runden des Supersport-WM-Rennens von Misano hob Spitzenreiter Ruben Xaus die linke Hand und drosselte das Tempo seiner Yamaha. Seine bis dahin noch gnadenlosen Verfolger, Ducati-Werksfahrer Paolo Casoli, Massimo Meregalli auf Yamaha sowie das Suzuki-Duo Fabrizio Pirovano und Stéphane Chambon, taten es ihm gleich. Und das Rennen war zu Ende, als kurz darauf auch bei Start und Ziel die rote Flagge gezeigt wurde. Was war passiert? »Es hatte im im hinteren Teil der Strecke, wo der Grip besonders schlecht war, zu regnen begonnen«, erzählte der Katalane, der nach dem Abbruch logischerweise zum Sieger erklärt wurde, »und da habe ich als Spitzenreiter das Rennen abgebrochen.« Dieses Recht stand Xaus zu, weil nach den skandalösen Vorfällen beim letzten Rennen auf dem Nürburgring - die Rennleitung hatte diverse Fehlentscheidungen getroffen - die Supersport-Fahrer ein gemeinsames Papier verabschiedet hatten, welches genau diese Situation regelte, wie sie jetzt schon eine Veranstaltung später in Misano eingetreten ist.Nach dem mittlerweile in dieser hart umkämpften Klasse fast unvermeidlichen Startcrash, in den Kawasaki-Werksfahrer Iain MacPherson, Pere Riba auf der Castrol-Honda und Dauerpechvogel Yves Briguet auf Suzuki verwickelt waren, hatte ein formidabler Vierkampf das Rennen geprägt. Xaus, Casoli, Meregalli und Pirovano schenkten sich nicht einen Millimeter, bis der Regen kam. Obwohl der Schauer sich schnell wieder verzogen hatte, gab es allgemeine Zustimmung für den von Sieger Xaus veranlaßten Rennabbruch. Yamaha-Deutschland-Fahrer Jörg Teuchert etwa stellte klar: »Erstens war die Entscheidung okay, und zweitens hätte ich an Xaus’ Stelle sicher nicht anders gehandelt.«Das Yamaha-Deutschland-Duo Teuchert und Christian Kellner konnte sich allerdings in Misano an der Adria-Küste nicht so recht in Szene setzen. »Wir müssen ehrlich zugestehen, daß wir über das gesamte Rennwochenende nicht ganz vorn in die Spitze hineinfahren konnten«, resümierte Teamchef Udo Mark selbstkritisch und fügte in Anspielung auf das ebenfalls weniger erfreuliche Resultat einen Monat zuvor in Monza an, »scheinbar mögen uns die italienischen Strecken nicht.«Von den mäßigen Startplätzen 14 und 18, im übrigen noch nicht mal eine Sekunde hinter der Pole Position von Ruben Xaus, konnten sich Teuchert und Kellner immerhin noch auf die Ränge sechs und elf verbessern. Womit der zweifache deutsche Meister Teuchert in der WM-Tabelle weiterhin auf Rang drei liegt hinter Yamaha-Belgarda-Fahrer Piergiorgio Bontempi, im Rennen knapp hinter Teuchert auf Rang sieben, und Chambon. Ebenso konnte der deutsche 125er Ex-Meister Kellner seinen sechsten Gesamtrang halten.
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