Supersport 600-WM (Archivversion)

Supersport 600

Die Entscheidung im Supersport 600-WM-Rennen von Donington Park fiel fünf Tage vor dem Start. Denn das italienische Yamaha-Belgarda-Team wechselte für den verletzten Stammpiloten Massimo Meregalli nicht wie ursprünglich vorgesehen den Franzosen Eric Mahé ein, sondern enschied sich kurzfristig für den zur Zeit unterbeschäftigten britischen Superbike-Star Jamie Whitham.Und Whitham, der in England fast genauso populär ist wie Superstar Carl Fogarty, war für die Konkurrenz zumindest in Donington Park eine Nummer zu groß. Dazu kam, daß Belgarda nach schwachen Resultaten beim Saisonauftakt im südafrikanischen Kyalami von Pirelli-Reifen zu Michelin zurückgekehrt war.Whitham stand zwar nur auf Startplatz neun. Aber allen vorschnellen Kritikern trat er sehr selbstbewußt entgegen. »Für mich war es wichtiger, mit dem mir unbekannten Motorrad eine ideale Abstimmung zu finden, als in der ersten Reihe zu stehen. Und die haben wir jetzt.« Nach etwa einem Drittel der Renndistanz zeigte sich Whitham erstmals an der Spitze und entschwand den beiden Top-Fahrern der WM-Tabelle, Stéphane Chambon auf der Corona-Alstare-Suzuki und Kawasaki-Werksfahrer Iain MacPherson, immer weiter.Im Ziel hatte der überglückliche Belgarda-Teamchef Giuliano Barda dennoch ein Problem. Denn Whitham ist mit diesem Sieg auf Rang vier der WM-Rangliste vorgerückt. Und außerdem ist sein Hauptarbeitgeber, das Suzuki-Langstrecken-WM-Werksteam, derart verschnupft über Jamies Supersport-Eskapade, daß man dort ernsthaft über seine Entlassung nachdenkt. Der Sieger selbst konnte nach dem Rennen noch nichts zu seiner Zukunft sagen, während Barda das Thema vertagte: »Beim nächsten Rennen in Albacete am 16. Mai ist Meregalli auf jeden Fall noch nicht fit. Dort könnte James also sowieso noch für uns fahren. Was danach passieren wird, müssen wir dann entscheiden.«Mit großem Interesse wird diese Entwicklung im Yamaha Deutschland-Team beobachtet. Schließlich ist Jörg Teuchert nach Rang vier im Rennen nun Dritter des WM-Zwischenklassements und derzeit bester Yamaha-Pilot. Das möchte er auch bleiben. »Der Whitham ist schon zu packen«, hofft der zweifache deutsche Meister, »schließlich fahren wir ja nicht immer auf seiner Hausstrecke.« Teucherts Teamkollege Christian Kellner zeigte in Donington Park ebenfalls eine hervorragende Vorstellung, die aber leider völlig unbemerkt geblieben war. Gleich in der ersten Kurve mußte er fast anhalten, weil in Folge eines Massensturzes der spanische Honda-Fahrer Pere Riba, zum Glück unverletzt, direkt vor ihm lag. So war Kellner nach der ersten Runde dem 30. Platz näher als dem 20., im Ziel aber immerhin noch Elfter.
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