Suzuki verschiebt die Grenzen (Archivversion)

Suzuki verschiebt die Grenzen

Kaum hat MOTORRAD den Fahrbericht in Heft 6/2000 veröffentlicht, konnte die Testmannschaft die erste Suzuki GSX-R 750 in Europa in Empfang nehmen. Es freut uns ganz besonders, den MOTORRAD-Lesern exklusiv dieses fantastische Sportmotorrad in all seiner Kraft und Herrlichkeit zeigen zu können. Und das nicht nur in einem Einzeltest, sondern in einem Vergleichstest mit den stärksten Sportmotorrädern der Welt. Allein von der Papierform her kann die Suzuki mit den 900ern und 1000ern gut mithalten. Mit 141 PS Nennleistung lässt sie sich nur wenig von den 151 PS der Honda CBR 900 RR beeindrucken. Und von der nominell 143 PS starken Kawasaki ZX-9R schon gar nicht. Sollte Suzuki mit der fünften Generation der legendären GSX-R-Baureihe wieder gelingen, was schon der ersten in die Wiege gelegt war, nämlich sämtliche Sportbikes mit mehr Hubraum für lange Zeit in den Schatten zu stellen?Ich möchte natürlich hier an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber wir waren genauso gespannt wie Sie, ob eine 750er im heute von 1000ern dominierten Supersportsegment bestehen kann. Ein entscheidender Vorteil der ersten GSX-R war ihr extremer Leichtbau: 201 Kilogramm vollgetankt. Die aktuelle kann es, obwohl gut 40 PS stärker, noch besser. Sie wiegt vollgetankt nur 192 Kilogramm. Man hat sich also bei Suzuki wieder auf alte Tugenden besonnen und konsequenten Sportmotorradbau betrieben. Das legt den Gedanken nahe, dass Suzuki auch noch eine GSX-R 1100 nach altem Vorbild auf den Markt bringen wird. Von der Modellpalette her macht das auf jeden Fall Sinn. Denn zwischen GSX-R 750 und Hayabusa klafft ein weites Loch bei den Vierzylindern. Nicht auszudenken, wenn man mit derselben Geradlinigkeit wie bei der 750er eine 1100er bauen würde. Gute 160 PS und 210 Kilogramm Gewicht wären sicher zu realisieren. Das würde auch in der großen Klasse neue Maßstäbe setzen.Ob es einen solchen Boliden wirklich braucht, muss jeder für sich entscheiden. Was den Ausschlag für die Wahl einer Maschine gibt, ist ganz verschieden: Technik, Design oder Emotion. Bei kaum einem Freizeitgerät sind diese Faktoren so unterschiedlich ausgeprägt wie beim Motorrad. Deswegen ist Toleranz ein wichtiger Bestandteil für das Funktionieren unserer Motorradwelt. Und deshalb haben auch so extreme Maschinen wie die neue Suzuki GSX-R 750 ihre Berechtigung.Herzliche GrüsseMichael Pfeiffer
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