Toleranz, Akzeptanz, Transparenz (Archivversion)

Toleranz, Akzeptanz und Transparenz

Die Diskussion über Diskriminierung und mangelnde gegenseitige Akzeptanz unter Motorradfahrern war das Thema Nummer eins bei den Leserbriefen des Jahres 1998. Nicht nur, was die Anzahl der Zuschriften anbelangt, die mitnichten komplett abgedruckt werden konnten. Die Quintessenz der mitunter mehr als emotionalen Auseinandersetzung: Ein eher kleiner Teil der MOTORRAD-Leserinnen und -Leser zeigt wenig Toleranz gegenüber bestimmten Marken, deren Fans oder bestimmter Zweirad-Gangart - die eindeutige Mehrheit fordert allerdings genau dieses.Natürlich sind wir mit inzwischen über 2,5 Millionen Motorradlern keine kleine, verschworene oder gar verfolgte Minderheit mehr. Deshalb hat auch das Gruß-Ritual nachgelassen, schließlich ist keiner gern Einhand-Segler, weil die Linke nur als Grußprothese dient. Dennoch läßt sich ein gemeinsamer Nenner erkennen: die Freude am Motorrad - unabhängig von Marke, Segment, Jahreskilometerleistung,Technik-Verständnis oder Schrauber-Mentalität. Womit wir schon wieder bei der geforderten Toleranz der gesamten Motorrad-Gemeinde wären - und erneut bei BMW. An der neuen K 1200 LT, die nach Tourer- und Super-Tourer jetzt unausgesprochen das Segment Super-Luxus-Tourer öffnet, scheiden sich die Geister. Auch nach ersten INTERMOT-Sitzproben reichte die Bandbreite von Begeisterung bis Spott. Ab Seite 22 läßt sich jetzt nachlesen, ob dieses Oberklasse-Motorrad vornehmlich für Menschen gebaut wird, die bei komfortorientierten Zweirad-Touren trotz Sitzheizung eher die Sterne am Hotel als jene am Firmament zählen. Selbst wenn die künftigen Lenker mehrheitlich tatsächlich Amerikaner sein sollten, die bis zum Horizont längere und geradere Highways haben.Auch bei der demnächst kommenden Suzuki GSX 1300 R mit dem Beinamen Hayabusa waren Beifall und Pfiffe für Optik, Top-Leistung und ebensolchen Speed kraß verteilt. Doch gemach: Der Blick in die Bestseller-Liste 1998 ( ab Seite 12) zeigt, daß auch »die ganz normalen Bikes« noch massenhaft Freunde finden. Unangefochten Spitzenreiter blieb die Suzuki Bandit 600, dann deren 1200er Version und die Dauerbrenner BMW R 1100 GS sowie BMW-Cruiser K 1200 C.Es muß also viele verschiedene Beweggründe geben, Motorrad-Besitzer und -Fahrer zu sein. Wie sieht Ihre ganz persönliche Begründung aus? Sorgen Sie für mehr Transparenz: Ich hoffe auf möglichst viele, möglichst kurze Antworten an MOTORRAD, Stichwort »Motorrad-Lust«.Es grüßt herzlich
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