Urteil in Frankreich: Sturz durch Kuhfladen (Archivversion)

Kuhfladen

In Frankreich fällte das Verwaltungsgericht in Pau am 10. Oktober 1996 ein Epoche machendes Urteil und verdammte den Rat des Departements Hautes-Pyrénées dazu, einem auf einem Kuhfladen ins Rutschen und zum Sturz gekommenen Motorradfahrer eine Entschädigung von 27 321 Francs (zirka 8000 Mark) zu zahlen. Begründung: Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Der Verunglückte hatte freilich 120 000 Francs (36 000 Mark) gefordert. Ganz anders sieht die Rechtslage in Deutschland aus, wo kürzlich das Oberlandesgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 18 U 171/94) entschied: Auf untergeordneten Straßen, die durch landwirtschaftliches Gebiet führen und die keinen befestigten Straßenrand besitzen, muß der Motorradfahrer damit rechnen, daß Schlacke oder Steine - und natürlich auch Kuhfladen - von den Rändern auf die Fahrbahn kommen. Bei einem Unfall haftet der Motorradfahrer für seinen Schaden folglich allein.
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