Vergasertechnik im Vergleich (Archivversion)

Vergasertechnik im Vergleich

Gleichdruck- oder Schiebervergaser: der Einsatzzweck bestimmt die Bauart.

Grundsätzlich verläuft die Gemischaufbereitung bei allen modernen Vergasertypen gleich. Der durch den Ansaugvorgang im Motor entstehende Unterdruck saugt den Kraftstoff über den Düsenstock aus der Schwimmerkammer und vermengt sich hinter dem Gasschieber mit Frischluft. Gesteuert wird der Luftstrom beim Gleichdruck-Vergaser über eine horizontal im Saugrohr gelagerte Drosselklappe, die meistens durch zwei Gaszüge, einen zum Öffnen, einen zum Schließen, betätigt wird. Zusätzlich unterstützt eine Haarnadelfeder das Schließen der Drosselklappe. Je nach Öffnungswinkel der Drosselklappe entsteht ein mehr oder weniger starker Unterdruck, der über eine Bohrung in die mittels Gummi-Membran abgedichtete Unterdruckkammer über dem Gasschieber gelangt und diesen nach oben saugt. Vorteil: Bei geringer Last und Drehzahl gibt der gasschieber trotz voll geöffneter Drosselklappe nur einen Teil des Ansaugquerschnitts frei und garantiert somit eine stabile Gemischzusammensetzung.Der Nachteil dieser bei fast allen modernen Viertaktmotoren verwendeten Bauart liegt im Stömungswiderstand durch die quer im Kanal angeordnete Drosselklappenwelle und die dadurch erforderliche Baulänge. Deshalb werden Hochleistungmotoren überwiegend mit kurzen, strömungsgünstigen Flachschieber-Vergasern bestückt. Bei großvolumigen Viertaktmotoren hat es sich bewährt, daß der direkt vom Gasgriff betätigte Schieber nicht im Vergasergehäuse auf-und abgleitet, sondern sich auf leichtgängigen Kugellagern am Gehäuse abstützt. Der Grund: Bei geschlossenem Gasgriff entsteht im Ansaugkanal ein hoher Unterdruck, der den Gasschieber regelrecht an die Gehäusewand ansaugt. Die Folge: Die Gasschieber lassen sich durch den großen Reibungswiderstand nur mit hoher Handkraft öffnen und erfordern eine starke Federkraft, um sicher in die geschlossene Position zurückgestellt zu werden (Beispiele: Suzuki GSX-R 750 bis Baujahr 1988 oder viele Guzzi und Ducati älteren Datums). Um eine möglichst homogene Gasannahme zu gewährleisten, verfügen die meisten Flachschieber-Vergaser über eine kleine mechanische Beschleunigerpumpe, die beim Öffnen der Schieber zusätzlichen Kraftstoff in den Ansaugtrakt einspritzt. Diese Gemischanreicherung bewirkt ein spontanes Hochdrehen des Motors. Im Rennbetrieb eine dringend notwendige Eigenschaft für schnelle Rundenzeiten, im Straßenbetrieb eher ein spaßiger Zeitvertreib.
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