Vernunft und andere Ehe-Gründe (Archivversion)

Vernunft und andere Ehe-Gründe

Es soll ja nichts Unvernünftigeres als Vernunft-Ehen geben. Das behaupten jene unverheirateten Zeitgenossen, die Amors Pfeilen die blanke Brust bieten und hoffen, spontan getroffen zu werden. Anders verhält es sich bei Unternehmen. Vor der Motoren-Ehe von Porsche und Harley-Davidson (siehe Seite 38) gab´s denn auch eine ebenso lange »Anbahnungsphase« wie erfolgreiche »Probezeit«, ehe jeder für den gemeinsamen Bund rund 17 Millionen Mark hinblätterte. Mit dieser Mitgift wollen die beiden Marken, die als lebende Legenden der Straße Kultstatus genießen und nach einigen Schleudereinlagen beide auf Erfolgskurs sind, in Kansas City ein gemeinsames Motorrad-Motorenwerk bauen.Kein schlechter Deal, denn im Porsche-Entwicklungszentrum Weissach wurde schon in den vergangenen Jahren kräftig für Harley gewerkelt. Insbesondere bei der Optimierung in Sachen Abgas und Geräusche, deren zukünftige Grenzwerte für die bisherigen Big Twins (zu) hohe Hürden sind.Daß Porsche-Ingenieure für fast die ganze (Automobil-)Welt arbeiten, ist Anerkennung, das gemeinsame Motorenwerk ein dickes Kompliment an die Kompetenz der knitzen Schwaben. Dem weltweit größten Sportwagenhersteller hilft diese Kooperation übrigens nicht nur beim Verbreitern der Geschäftsgrundlage: Mit überschaubarem finanziellem Engagement können Erfahrungen mit dem Produktionsstandort USA gesammelt werden. Bei BMW und Mercedes waren die Erkenntnisse vom Land der hierbei kaum begrenzten Unmöglichkeiten bisher eher schmerzhaft.Ob Porsche nach Lehrjahren in den USA auch ohne die Grundlage der in Alabama produzierten M-Klasse von Mercedes ein Freizeit-Auto baut, muß sich zeigen. »Ganz sicher« (O-Ton aus Stuttgart-Zuffenhausen) wird´s kein Porsche-Motorrad geben. Auf einen Harley-Sporteinsatz »powered by Porsche« nehme ich schon heute Wetten an. Fehlt nur noch, daß Mercedes nach A-Klasse und dem Winzling Smart gar noch ein Einspurfahrzeug plant. Dementiert wurde dies schon zweimal - unmöglich scheint beim derzeit grassierenden »Nischenfieber« aber nichts mehr...Es grüßt Sie herzlich
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