Was ist cool? (Archivversion)

<br /><br /> Was ist cool?

Diese Intermot setzte Zeichen, denn einige Hersteller markierten mit wirklich neuen Maschinen Trends.
BMW mit der brachialen K 1200 R, einem 160-PS-Streetfighter-Kracher. Triumph mit einer heftig gestylten Speed Triple, Yamaha mit der bärigen MT-01. Daneben viele kleinere Marken von Derbi bis Sachs, die tolle Ideen umsetzten. Klasse. Und die Besucherzahlen der Messe stiegen. Immerhin 156000 Zweiradinteressierte kamen nach München, 9000 mehr als vor zwei Jahren. Alles in Butter also?
Natürlich nicht, denn es existiert nach wie vor ein Nachwuchsproblem. Die Kids wollen nicht biken – zumindest nicht motorisiert. Also machte man sich auf der Münchner Messe heftig Gedanken, warum Motorradfahren bei den Jüngeren als uncool gilt. Sogar ein Symposium wurde abgehalten, auf dem etwas ratlos wirkende Herren über die motorradverweigernde New Generation sinnierten. Ein Trendforscher erklärte ihnen die Welt in coolen Schlagwörtern: Auf Interaktivität stehe die Jugend
von heute, nicht auf Mobilität, und statt auf Ausbruch aus Konventionen setze sie auf Anschluss, nicht nur beim Mobiltelefon.
Gut, dass es die Jugend als solche so lediglich in den Analysen der Trendforscher gibt. Mein Gott! Ist doch logisch, dass die Kids nicht die Läden stürmen. Für sie gibt es doch viel zu wenig zu kaufen. Wo ist
denn das klasse gestylte Einsteigerbike, das coole Mofa? Die Jungs und Mädels wollen Sportler, Supermotos, Streetfighter – und die für wenig Kohle. Wer baut die? Honda zum Beispiel mit der CBR 125 R, ein Riesenerfolg. 43 Prozent aller 16-Jährigen fahren Honda. Auch Yamaha bringt neue 125er, gleich fünf Stück. Aber wo ist die Rossi-Replika 125, die KTM 125 SM, die Triumph Speed Single 125? Warum baut BMW keine
F 125 GS, Suzuki keine GSX-R 125? Die Sache ist doch ganz einfach: Ohne Produkt kein Markt. Ohne Jugendprodukt kein Jugendmarkt. Oder?
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