Werner-Film »Das muß kesseln" (Archivversion)

Kesseltreiben

Und wie das kesselte: über eine Million Besucher an einem Wochenende. Werners Celluloid-Zweitling »Das muß kesseln« legte den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten in Deutschland hin. Und das, obwohl die Filmkritik Amok lief: »Wenn es denn im Kino einen TÜV gäbe, müßte dieser Film eigentlich aus dem Verkehr gezogen werden«, krittelte die Süddeutsche Zeitung. FAZ und Zeit, Blätter, hinter denen sich gemeinhin keine Suffköppe verstecken, verquasten sich in derselben Richtung. Die Schlauköpfe aus den betulichen Feuilleton-Stuben scheinen das Opus Magnum des genialen Brösel nicht kapiert zu haben. Natürlich ist der Film scheiße. Aber just das war des Zeichentrickers Plan: eben solche brillant parfümiert auf die Leinwand zu bringen. Das Niveau sollte so platt wie möglich sein, deshalb Norddeutschland; dazu paßt die Sprache, deren Werner und Co. sich befleißigen: Platt. Weil obendrein auch noch prima gesoffen, gerülpst und gebrettert wird, gibt’s nur einen Faux pas des Meisters zu kritisieren: So richtig heiße Stellen fehlen. Deshalb, Brösel, denk dran: Der nächste Werner-Film darf nie und nimmer jugendfrei sein.
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