Wohin will Aprilia? (Archivversion)

Wohin will Aprilia?

Vor ein paar Jahren war das Image von Aprilia glasklar: Supersportliche Maschinen wie die RSV mille und die RS 250 zählten in ihren Bereichen zur Spitze. Daneben hatten die Italiener die Pegaso 650 als robustes Alltagsmotorrad im Programm. Und auf dem Roller-Sektor boten sie eine riesige Palette an innovativen Modellen vom Amico 50 bis zum bahnbrechenden Leonardo 125 mit dem ersten Vierventil-Viertakt-Motor in der Szene. Dann kam der Bruch. Die Mille wurde zwar noch einmal überarbeitet, doch mit den inzwischen leistungsstärkeren Honda VTR 1000 SP-2 und Ducati 998 konnte sie nicht mehr mithalten. Und wer gehofft hatte, Aprilia entwickle die RS 250, den letzten starken Zweitakter, weitert, wird nun enttäuscht. Statt die inzwischen für einen Zweitakt-Rollermotor in Serie gefertigte Di-Tech-Einspritzung technisch den Anforderungen im Motorradbereich anzupassen, spricht man inzwischen vom Auslaufmodell RS 250. Jammerschade, dass sich Aprilia von diesem Motorenkonzept verabschiedet! Vor allem auch, weil die Italiener ja einen kompletten 500er-Zweitakter entwickelt und in der Motorrad-Weltmeisterschaft eingesetzt haben. Ohne Frage wäre für mich eine Di-Tech RSV 500 das wahre Flaggschiff von Aprilia gewesen. Renntechnik pur, mit technologischem Vorsprung. Denn diese Semi-Direkteinspritzung löst sowohl die Schadstoff- wie auch die Verbrauchsproblematik des Zweitakters.Stattdessen entwickelte man mit der Falco, der Futura und der Caponord Reisemaschinen. Aber ist Aprilia eine Touren-Marke? Muss man wirklich mit BMW und Honda konkurrieren? Ich denke nein. Aprilia schöpfte stets einen Großteil seines Images aus dem Rennsport. Zahlreiche Weltmeistertitel, gegen die japanische Übermacht erzielt, machten den Hersteller sehr attraktiv. So gesehen glimmt für alle Aprilia-Sportfans wieder ein Hoffungsschimmer am Horizont. Mit der MotoGP-Aprilia RS3 stellten die Norditaliener ganz überraschend eine Viertakt-Rennmschine auf die Räder, die es in sich hat. Als Einzige des Felds mit Dreizylinder-Motor und pneumatisch unterstützten Ventilen. Eine tolle Leistung. Und auch wenn die RS3 erst am Anfang ihrer Entwicklung steht, fährt sie schon recht ordentlich mit. Ganz unverhohlen philosophieren bereits Aprilia-Manager über eine Straßenversion des Renners. Es scheint, dass Aprilia sich wieder auf seine Stärken besinnt.
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