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radikaler <br /><br /> wandel

So langsam dringen Fakten über die neue BMW
K 1200 S an die Öffentlichkeit. Sie wird über 160 PS stark sein, mit 235 Kilogramm für eine 1200er ziemlich leicht aus-
fallen und umrundet die legendäre Nürburgring-Nordschleife in wirklich ehrenhaften 7.57 Minuten. Der Rundenrekord liegt bei
7.49 Minuten. Zum Beweis kann sich der Interessierte gleich
ein Video der schnellen Runde im Internet anschauen, auf dem
man zwar die BMW nicht sieht, wohl aber deren Cockpit mit
nervös am roten Bereich zuckender Drehzahlmessernadel.
»Face-the-power.com« nennen die Bayern die Internet-Seite
der K 1200 S, der Name soll Programm sein.
Was ist denn nun los? BMW, bisher Hort aller touristisch orientierten Biker, Hüter des Sicherheitsgedankens und Verfechter des dezenten und friedlichen Motorradauftritts, vertritt plötzlich radikal die sportliche Linie? Dies ist eine gnadenlose Kurskorrek-
tur, die ich den BMW-Leuten so kaum zugetraut hätte.
Aber man kann das ja verstehen. Endlich, endlich darf man auch in München über leistungsstarke Maschinen und sportliche Fahrwerke reden. Weil man sie nun selbst baut. Leistungsmäßig sind die Weißblauen jetzt dabei und müssen das entsprechend dokumentieren. Wobei eine Kawasaki ZX-12R schon vor vier
Jahren 178 PS bei 243 Kilogramm Gewicht erreichte. Und eine
Suzuki Hayabusa vor fünf Jahren 175 PS bei 256 Kilogramm.
Viel interessanter als die reinen Leistungsdaten finde ich die revolutionäre Fahrwerksauslegung mit der neuen Doppellängslenker-Vorderradführung. Da dürften sich die Werbestrategen jedoch ein wenig schwerer tun, das eindrucksvoll darzustellen. Ich bin
mal gespannt, wie die Bayern diese Fakten verkaufen werden.
Bis dahin bleibt mir nur zu bemerken: BMW zeigt Flagge,
und das ist gut so.
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