Leser Test Ride Honda Africa Twin 2020 Honda
Leser Test Ride Honda Africa Twin 2020
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Leser Test Ride Honda Africa Twin 2020
Leser Test Ride Honda Africa Twin 2020 49 Bilder

Honda Leser Test Ride 2020

Leser testen Africa Twin CRF 1100 L / Adv. Sports

Drei Tage lang ausgiebig und in netter Gesellschaft ein Motorrad kennenlernen, auf Herz und Nieren testen und mögliche Grenzen selbst erfahren können – das ist der Hintergedanke des Leser Test Ride. Manchmal wird daraus aber auch ein Ride, der die Leser testet: Dann nämlich, wenn die neue Honda Africa Twin dazu einlädt, die eigenen Grenzen nicht nur kennenzulernen – sondern sie auch zu verschieben.

Der Begriff "Adventure Bike" macht deutlich: Dieses Motorrad kann und will Abenteuer. Nun sind Abenteuer nicht immer einfach und nicht immer schmerzfrei –in der Regel aber äußerst lohnenswert. Davon konnten sich Ende Juli 2020 zehn Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer überzeugen, die von MOTORRAD und Honda Deutschland eingeladen waren, mit der neuen Honda CRF 1100 L Africa Twin drei Tage lang intensive Abenteuer auf und abseits der Straße zu erleben.

So wurde ausgewählt

Ausgewählt wurden die Teilnehmer anhand der Kreativität und Originalität ihrer Bewerbungen. So ergab sich aus den rund 2.500 Bewerbern ein illustres Fahrerfeld aus drei Damen und sieben Herren. Sie kamen mit verschiedensten Voraussetzungen aus allen Ecken und Enden Deutschlands: vertreten waren in menschlicher Gestalt unter anderem die Frankfurter Finanzwelt, das Münchner Großstadtleben und die Abgeschiedenheit einer nur per Fähre erreichbaren Nordseeinsel. Auch altersmäßig und in Bezug auf den eigenen Fuhrpark saß am Kennenlernabend ein bunter Haufen beieinander. Über alle Unterschiede hinweg war eines überdeutlich zu spüren: Die gemeinsame Vorfreude, am nächsten Morgen mit der modellgepflegten Africa Twin CRF 1100 L zu eigenen Abenteuern aufzubrechen.

Pünktlich begann Tag 2: Zunächst ging es zur Honda Akademie in Erlensee, wo eine kurze Präsentation nicht nur über sämtliche technische Features der Africa Twin aufklärte, sondern auch die Vielfalt an Modellvarianten erklärte. So zeigt sich die Standard-AT erstaunlich schlank und ist für Offroad-Abenteurer meist die bessere Wahl, während die Adventure Sports-Variante für das große Abenteuer auf asphaltierten Straßen gedacht ist und wahlweise mit elektronischem Fahrwerk erhältlich ist. Alle Varianten standen zum Testen zur Verfügung und wurden vollbepackt über die Autobahn zum Offroad-Gelände des MSC Bauschheim pilotiert.

"Umfallen ist absolut kein Problem"

Dort standen für das in Kooperation mit dem ADAC durchgeführte Fun & Safety Adventure Training zehn weitere Africa Twins bereit – mit TKC 80-Stollenreifen, ohne Spiegel, mit kleinerem Windschild und wahlweise ohne oder mit DCT, dem Doppelkupplungsgetriebe von Honda. Beim Aufeinandertreffen von Testern und Testbikes war gesunder (und wie sich zeigen sollte: auch gesundheitserhaltender) Respekt zu spüren vor dem, was nun kommen sollte: Traktionskontrolle aus und ab ins Gelände, wo Mensch und Maschine meist angenehm, teils aber auch etwas schmerzhaft herausgefordert wurden. Blickführung, Körperhaltung und Fahrtechnik standen ebenso auf dem Lehrplan wie die richtige mentale Vorbereitung und hilfreiche Tipps, um sich notfalls aus brenzligen Situationen befreien zu können. Unabhängig von den persönlichen Vorerfahrungen bezüglich Fahren abseits befestigter Wege, hatten die Trainer Rainer und Christian für jeden Teilnehmer hilfreiche Tipps parat. Dazu zählten simple Weisheiten wie "Wenn ihr heute mal Angst habt, nutzt euren Freund: das Gas. Es hilft euch aus vielen Situationen.‘", allgemeine Ratschläge wie "Denkt an Konzentration, Gefühl und Blickführung! Und habt auch immer einen Blick auf eure Kondition" und aufmunternde Worte wie "Umfallen ist absolut kein Problem. Das gehört dazu. Wir helfen uns heute gegenseitig."

Besagtes Umfallen sollte denn auch nicht lange auf sich warten lassen. Doch weder die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch die wahlweise roten oder schwarzen Africa Twins ließen sich davon entmutigen. Man muss das Limit notfalls auch mal überschreiten, um zukünftig zu wissen, wo die Grenzen liegen. Und nur wer weiß, was er falsch gemacht hat, kann Fehler fortan vermeiden. So ging es nach ersten Aufwärmübungen auf einer großen Fläche mit lockerem Boden alsbald in technisch anspruchsvolleres Terrain mit steilen Auf- und Abfahrten sowie quer zur Fahrtrichtung liegenden Baumstämmen. Beschleunigen und Bremsen, auf der Geraden und am Hang, bergauf und bergab waren nur einige der dort durchgeführten Übungen. Regelmäßige kleinere Pausen waren gern gesehen und dienten dem gegenseitigen Austausch. Grundtenor: Es macht wahnsinnig viel Spaß, aber strengt auch mordsmäßig an. Und das, obwohl es einem die Africa Twin mit ihrem unaufgeregten, aber auch überraschend spritzigen Wesen und ihrer intuitiven Berechenbarkeit – sprich: ihrem drehmoment- und leistungsstarken Motor und ihrer angenehmen Gasannahme – ausgesprochen einfach macht.

Training auf der Crosspiste

Darüber herrschte beim Mittagessen Einigkeit, selbst wenn zwischen all den positiven Berichten auch ein einsamer Kritikpunkt wahrzunehmen war: Wird das Motorrad über den Zündschlüssel abgestellt, werden sicherheitsrelevante Einstellungen wie die Traktionskontrolle und das ABS stets wieder aktiv und müssen – per Tastendruck oder Touchscreen – erst wieder ausgeschaltet werden. Da es außerdem erstaunlich lange dauert, bis das Display alle Infos anzeigt und Einstellungen zulässt, wünschen sich die Testteilnehmer hier unisono ein Software-Update, das den Startprozess etwas beschleunigt. Wird der Motor über den Killswitch (oder frei- beziehungsweise unfreiwilliges Abwürgen) gestoppt, ist das alles übrigens kein Problem.

Am Nachmittag standen weitere Fahrübungen sowie für alle Mutigen der Ritt über die Crosspiste auf dem Programm. Wer hier mehr Spaß hatte – die Teilnehmer oder aber die CRF 1100 Africa Twin – lässt sich kaum sagen. Was sich aber sagen lässt: Die Hondas hätten noch bis in den späten Abend ihre Runden drehen können, während die Teilnehmer um 15:30 Uhr etwas ausgelaugt, aber auch sichtlich zufrieden, die Bikes abstellten. Schadensbericht: Eine ordentliche Schmutzschicht auf Bikes und Klamotten, doch abgesehen von kleineren Schäden am Plastik waren die Motorräder (und trotz dem einen oder anderen unfreiwilligen Bodenkontakt auch die Testteilnehmer) unversehrt. Dass Hinfallen beim Offroadfahren dazugehört, machte denn auch Coach Rainer nochmals deutlich. Sein Rat außerdem: "Wir alle brauchen einen guten Schutzengel. Den muss man hin und wieder auch ein bisschen trainieren."

Abendprogramm und Benzingespräche

Das Abendprogramm bestand aus einem leckeren Essen, kühlen Getränken und ganz viel Benzingesprächen. So war selbst das omnipräsente Thema Corona, weswegen die Gruppe auf zwei Tische verteilt sitzen musste, schnell vergessen; stattdessen ging es um die Erfahrungen des Tages und um die technologischen Sprünge, die Motorräder wie die Africa Twin seit der XRV 650 von 1988, aber auch in kürzerer historischer Betrachtung von der CRF 1000 L auf die CRF 1100 L gemacht haben. Einigkeit herrschte am Abend in zwei Punkten: Erstens: Honda hat mir der neuen Africa Twin alles richtig gemacht. Und zweitens: Es war ein wunderschöner Tag.

Test der Tourentauglichkeit an Tag 3

Folglich mussten die Organisatoren schon einiges bieten, um an Tag 3 an die tollen Erfahrungen des Vortages anknüpfen zu können. Im Fokus stand nun die Tourentauglichkeit der Africa Twin, sei es als Standard-Version oder als Adventure Sports-Variante mit größerem Tank, Unterfahrschutz und Sturzbügeln, sei es mit DCT oder gewöhnlichem Getriebe, sei es mit elektronischem oder konventionellem Fahrwerk, sei es mit Alu- oder Kunststoffkoffern. Tourguide Rainer hatte für diesen Teil des Lesertests herrliche Sträßchen durch den Taunus vorbereitet, deren Kurven den Teilnehmern ein stetiges Lächeln ins Gesicht zauberten. Beim Mittagessen am Großen Feldberg war ausreichend Gelegenheit, sich über die Fahreindrücke sowohl Offroad als auch auf der Straße auszutauschen.

Teilnehmer-Stimmen vom Honda Leser Test Ride

Adrian, der mit seiner Africa Twin von 1998 auf Föhr lebt, zeigt sich beeindruckt von der Agilität der neuesten Modellvariante: "Wo ich die Alte mit Nachdruck bewegen muss, fährt die neue Africa Twin fast schon von selbst dahin, wo ich sie haben will." Die überraschende Agilität betonen auch Christian, Alex und Uwe, wobei sie sich alle sowohl auf den Offroad-Einsatz als auch auf die Kurvenjagd auf der Landstraße beziehen. Uwe lobt außerdem das Doppelkupplungsgetriebe, und obwohl er sich sicher ist, dass die Africa Twin auf jeden Fall ein Motorrad für ihn wäre, könnte er sich im Moment nicht entscheiden, ob mit DCT oder ohne: "Beides funktioniert super. Im Gelände hat es mir das DCT sehr einfach gemacht, auch bei gemütlicheren Gruppenausfahrten könnte ich mir das sehr gut vorstellen. Wenn ich alleine unterwegs bin, hätte ich aber auch mit dem Schaltgetriebe jede Menge Spaß!" Wo bei ihm die Wahl der Modellvariante noch offen ist, sind sich Jacky und Rolf schon sicher: Die normale Africa Twin ohne DCT wäre ihr Traummotorrad. Auch Tim könnte sich die Africa Twin gut vorstellen, denn obwohl er während der Testtage des Öfteren von seiner Harley Breakout geschwärmt hat, wäre die Honda fürs Gelände nicht nur das bessere, sondern beinahe das perfekte Bike.

Insbesondere das Offroad-Training hat auch Patrick begeistert: Er findet es "krass, wie einfach sich so eine Reiseenduro im Gelände bewegen lässt." Und wo sich Dominique, die privat mit der 1000er-Africa Twin unterwegs ist, über das nun niedrigere Gewicht und die gesteigerte Agilität der neuen 1100er freut, denkt Ute sogar noch einen Schritt weiter in die Zukunft und wünscht sich von Honda eine kleinere Variante mit rund 800 Kubik und DCT – quasi eine Mischung aus ihrer NC 700 und der neuen Africa Twin, oder wenn man so will: eine Neuauflage der Transalp. Honda zeigte sich diesbezüglich zwar bedeckt, nutzte die Gelegenheit aber für eine andere Ankündigung: "Die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß mit unserer Africa Twin, das ist genau das, was wir wollen: Wir möchten unserer Community gerne etwas zurückgeben – und planen deshalb, solche Events öfters anzubieten!" Das sind gute Nachrichten, und so fiel den Teilnehmern des diesjährigen Leser-Testrides der Abschied am Nachmittag (nach weiteren schönen Kilometern durch die Wetterau) auch gar nicht so schwer wie erwartet.

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