Ratgeber: Recht

Motorradfahrverbot durch Arbeitgeber möglich?

Kann mein Arbeitgeber mir Motorradfahren mit dem Hinweis auf eine größere Unfallgefahr untersagen?

Foto: mps-Fotostudio
Der Stuttgarter Rechtsanwalt Ingo Ralf Becker (33), www.rechtsanwaltskanzlei-becker.de, berät Motorradfahrer.

Die Antwort des Rechtsanwalts:
Unfälle mit dem Motorrad auf dem unmittelbaren Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle regelt die gesetzliche Unfallversicherung. Eine arbeitsvertragliche Vereinbarung, wonach man beispielsweise den Arbeitsweg mit einem bestimmten Verkehrsmittel zurücklegen muss, wäre unwirksam, da eine solche Regelung einen unzulässigen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht und das Recht auf freie Selbstbestimmung darstellen würde. Somit kann ein Arbeitgeber auch keine Kündigung aussprechen, wenn man mit dem Motorrad zur Arbeit fährt. Anders ist es bei Dienstfahrten, also vom Arbeitgeber angeordnete Fahrten von der Arbeitsstelle zu einem anderen Einsatzort wie etwa zu einer betrieblichen Fortbildung oder zum Außendienst. Dazu kann die Benutzung eines betriebseigenen PKW vorgeschrieben werden. Und wer bei jedem Wetter Motorrad fährt, deshalb regelmäßig erkältet und krankgeschrieben ist, kann unter Umständen ernsthafte Probleme mit dem Arbeitgeber bekommen, der in diesem Fall eine personenbedingte Kündigung aussprechen darf. Diese wird aber vielmehr auf die Ausfallzeiten infolge der Krankheit als auf das Fahren mit dem Motorrad zurückzuführen sein.

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