So geht´ s

Lackreparatur

Foto: Jahn

Lackierer ist nicht umsonst ein anerkannter Lehrberuf. Als Laie kann man bei Do-it-yourself-Versuchen sehr viel verkehrt machen.

Kleine Kratzer oder spuren von Steinschlag werden mit Pinsel oder Lackstift ausgebessert. Wichtig: Pinsel vorm Tupfen sehr gründlich abstreifen
Bei größeren Schäden muss die Schadensstelle sehr gründlich mit Schleifpapier (feine Körnung, ab 220er) vom Rost befreit werden
Als Schutz vor neuer Korrosion wird Haftgrund aus etwas 20 Zentimetern Abstand aufgesprüht. Dabei nicht zu lange auf eine Stelle halten
Spachtelmasse gearbeitet wird, ist Schnelligkeit gefragt. Die Masse muss innerhalb von acht bis zehn Minuten verarbeitet werden
Nach der Lackierung werden matte Übergänge und Farbnebel mit Schleifpaste herauspoliert. Geduld und Fingerspitzengefühl helfen dabei

 

Alles im Lack

Foto: Jahn
Dumm gelaufen: Kleine Kampfspuren können ein Motorrad aber auch interessanter machen.

Keine Sorge, diese Geschichte soll Ihnen nicht die Lust aufs Selbermachen nehmen. Für Lackreparaturen gibt’s aber eine Faustregel: Jeder Schaden, der größer als ein kleiner Fingernagel ist, ist ein Fall für den Profi, denn dabei kommt man ums Schleifen, Spachteln, Grundieren, Lackieren und Polieren nicht herum. Aber: An kleinere Schäden kann sich der Selbermacher durchaus herantrauen. Oberstes Gebot: So einfach und kleinflächig wie irgend möglich arbeiten. Hände weg vom Lackspray. Das gibt nur Farbnebel und schlimmstenfalls Läufer. Die zu bearbeitende Stelle gründlich säubern – einfaches Benzin reicht vollauf – und gegebenenfalls Rost mit einem kleinen Schraubendreher vorsichtig entfernen. Damit es gar nicht rosten kann, genügt bei frühzeitig erkannten Schäden bereits ein Tupfer Klarlack, um die Stelle gegen Oxidation zu versiegeln. Ist die Wunde aber sauber und rostfrei, rauf mit dem Lack!

Allwissende Edelschrauber schreien jetzt auf, aber genauso ist es gemeint. Wer nämlich großartig mit Schleifen und Grundieren anfängt, macht aus der Mücke einen Elefanten. Wohlgemerkt: Dieser Rat gilt für kleine Ausbesserungsarbeiten. Vor dem Farbauftrag den Pinsel sehr gründlich abstreifen. Das klingt einfach, wird aber immer wieder falsch gemacht. Lieber zwei, dreimal ganz dünn auftragen als einmal zu dick. Heutige Acryllacke sind recht widerstandsfähig und erweisen sich auch nach Ausbesserungsarbeiten als guter Korrosionsschutz. Wer trotzdem noch etwas Klarlack auf der bearbeiteten Stelle haben möchte, sollte besonders sparsam damit umgehen. Jeder zusätzliche Auftrag erhöht die Materialdicke und wirkt bei genauer Betrachtung viel störender als eine eventuell verbleibende Vertiefung. Und wo gibt’s Farbe? Für alle vier japanischen Anbieter und für Aprilia sowie Ducati hat die RH Lacke GmbH (Tel. 0 42 43/20 88) passende Farben. BMW-Lack gibt’s beim BMW-Händler.

 

 

 

 

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