Rückruf BMW F 750 GS und BMW F 850 GS

Mangelhafte Ölversorgung möglich

Einige der neuen BMW F 750 GS (K80) und BMW F 850 GS (K81) werden zurückgerufen. Eine Schraube an dem in China gefertigten Motor ist womöglich nicht richtig angezogen, wodurch die Ölversorgung gefährdet sein könnte.

Wegen möglicherweise nicht korrekten Anzugsmoments der Verschraubung des Ölpumpenrads ruft BMW weltweit insgesamt 558 BMW F 750 und BMW 850 GS-Modelle zurück, in Deutschland rund 100. In den Werkstätten werden Verschraubung und korrekter Sitz des Rads geprüft. Nur in absoluten Ausnahmefällen, so BMW, muss der in China gebaute Motor vorsorglich getauscht werden, da Schäden durch mangelhafte Ölversorgung nicht auszuschließen seien.

Auslieferungsstopp F 750 GS und F 850 GS

Bei Prüfstandsmessungen sei aufgefallen, dass ein „Zulieferteil im Motor nicht den geforderten Langzeiteigenschaften entspricht“, heißt es in einer Stellungnahme des Herstellers. Was bedeutet, dass es zu vorzeitigem Verschleiß oder/und Motorschäden kommen kann. Um welches Bauteil konkret es sich dabei handelt, wollte BMW-Pressesprecher Gerhard Lindner auf Nachfrage nicht sagen. Man könne das Teil zwar tauschen, das sei aber nicht ganz einfach.

BMW Motorrad Modelljahr 2018

Europaweit 1.385 Exemplare

Betroffen sind laut Lindner europaweit 1.385 Exemplare der BMW F 750 GS/BMW 850 GS (beide Modelle haben den gleichen 853 cm³ großen und komplett neu konstruierten Motor), davon 229 in Deutschland. „Wir können die betroffenen Maschinen nach Fahrgestellnummern von bis genau eingrenzen, die allermeisten davon sind noch nicht in Kundenhand, sondern als Vorführmodelle bei den Händlern.“ Für diese Händler-Motorräder gibt es eine „eingeschränkte Fahrfreigabe“, sie dürfen maximal 1.200 Kilometer laufen.

Die rund 50 Käufer, die bereits eine der betroffenen BMW F 750 GS beziehungsweise F 850 GS bekommen haben, würden angeschrieben und bekämen umgehend „adäquate Ersatz-Motorräder“, sagte BMW-Sprecher Lindner.

Betrifft nur GS mit Motoren aus China

Die von BMW verhängte Auslieferungssperre beträfe nur die genannten 1.385 Maschinen, deren Motoren aus China zugeliefert und im Werk in Berlin, Spandau, eingebaut worden sind. Parallel würden bereits F 750 GS und F 850 GS mit geändertem Motorenbauteil montiert und auch ausgeliefert. Was deren Liefertermine an Kunden betrifft, so gebe es „gewisse Verschiebungen“, bestätigte Lindner und ergänzte: „Wichtig ist aber, dass wir das Problem gleich erkannt haben.“

Parallel zur Markteinführung hat BMW die Ende 2017 bei der Messe-Vorstellung der F 750/850 GS kommunizierten Grundpreise angehoben. So kostet die F 750 GS jetzt nicht mehr, wie zunächst angegeben, 9.150 Euro, sondern 9.570 Euro, und die F 850 GS kostet nicht 11.700, sondern 12.120 Euro, jeweils plus rund 390 Euro Nebenkosten. BMW begründete den Schritt mit einer kurzfristig beschlossenen Aufnahme von LED- und Tagfahrlicht in die Serienausstattung. Nach der ersten Kalkulation wäre LED- und Tagfahrlicht aufpreispflichtig gewesen. Bis Ende Mai 2018 wurden in Deutschland 233 BMW F 850 GS und 188 BMW F 750 GS zugelassen.

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