Panamericana 2012: Unterwegs von Alaska nach Feuerland

Denali Nationalpark und heiße Quellen

Foto: Heerwagen

Ich fahre in den Denali-Nationalpark, dessen Stichstraße nur die ersten 15 Meilen für private Fahrzeuge freigegeben ist. Das Wetter ist etwas besser, der Himmel aber meist bedeckt, hin und wieder regnet es. Lücken in den Wolken geben den Blick frei auf Berge, die stellenweise noch mit Schnee bedeckt sind. In sanften Bögen windet sich die Straße durch den Park, rechts und links ragen Nadelbäume in den Himmel, alles in sattem Grün.

Nur: wirkliche Besonderheiten gibt es nicht. Zumindest nicht hier am Anfang des Parks. Wer weiter hinein will,  muss einen der Shuttle-Busse nehmen, die an verschiedenen Stellen halten. Die Chancen, einen Blick auf den Mount McKinley, den mit 6194 Metern höchsten Berg Nordamerikas, zu erhaschen, tendieren bei dem Wetter gen Null. Also lasse ich es sein, drehe um und fahre weiter nach Norden.

Mittlerweile sind es noch acht Grad Celsius, immer wieder regnet es. In der Milepost, einem sehr detaillierten Alaska-Reiseführer, lese ich etwas von den Chena Hot Springs: einem Felsenpool, der von heißen Quellen gespeist wird. Das wär’s jetzt. Schnell mal hundert Kilometer nach Osten, weg von der Route? Klar, die Aussicht auf warmes Wasser nach stundenlanger Fahrt im kalten Regen ist verlockend. Auf dem Weg dorthin sehe ich zweimal Biber, die jedoch äußerst kamerascheu sind. Der Elch im Wasser hingegen bleibt ruhig stehen, schaut kurz zu mir rüber und grast dann unter Wasser weiter.

Foto: Heerwagen
Felsenpool in Chena Hot Springs.

An den Quellen lasse ich mein Gepäck auf dem Motorrad, nehme nur ein Handtuch mit rein. Während im kleinen Hallenbad Kinder schreien, ist der heiße Felsenpool nur für Erwachsene zugänglich. An manchen Stellen ist es wirklich sehr heiß, für Kinder wäre es zu gefährlich; schließlich wurden in den USA schon Restaurants wegen eines zu heißen Kaffees verklagt. Im Schnitt 55 Grad warmes Wasser löst meine verspannten Muskeln, nach 15 Minuten bin ich völlig schlapp. Abwechselnd lese ich drinnen im Reiseführer und gehe wieder raus ins Wasser, nach gut zwei Stunden ist meine Haut weich, ich bin tiefenentspannt und wieder glatt – nach gut zehn Tagen habe ich mich mal wieder rasiert….

Ich fahre noch eine Stunde, suche mir einen schönen Campingplatz (für 10 $) und schlage mein Lager auf. Es ist noch hell, und weil in meinen Koffern kaum Platz ist, packe ich einmal alles aus und verstaue das Werkzeug aus der Motorrad-Transportkiste und zwei weitere Spanngurte unter der Sitzbank und hinter der Seitenverkleidung. Das bringt locker zwei Liter Platz mehr im Koffer!

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