Gabeöl, Ölstand und Progression

Gabeöl, Ölstand und Progression

Die Viskosität des Gabelöls beeinflußt das Dämpfungsverhalten. Zug- und Druckdämpfung werden mit einem dünnflüssigen Öl tendenziell weicher, im umgekehrten Fall härter

Die Viskosität des Gabelöls beeinflußt das Dämpfungsverhalten. Zug- und Druckdämpfung werden mit einem dünnflüssigen Öl tendenziell weicher, im umgekehrten Fall härter. Allerdings reagieren Gabeln je nach Aufbau der Dämpfungsventile unterschiedlich stark. Man kann also nicht nur mit der Ölmenge die Federung beeinflussen, sondern auch mit der Ölviskosität die Dämpfungseigenschaften verändern.

Bei solchen Experimenten ist jedoch Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall sollte entweder das vom Motorradhersteller empfohlene oder nach Liste der Ölhersteller passende Öl verwendet werden. Die Klassifizierung macht einen direkten Vergleich von Ölen unterschiedlicher Hersteller schwer, denn nach SAE-Standard wird die Viskosität bei 100 Grad gemessen, eine Temperatur, die in einer Gabel natürlich nie erreicht wird. Ein SAE 10 von Hersteller X muß also nicht exakt einem SAE 10 von der Firma Y entsprechen.


Damit eine Gabel sensibel auf Unebenheiten reagiert, ohne bei groben Schlägen durchzuschlagen, muß die Federung progressiv sein. Also im ersten Bereich des Federwegs weich (flache Federkennlinie), beim Einfedern langsam härter (Kennlinie wird steiler). In den Holmen moderner Telegabeln wirken deshalb grundsätzlich zwei Federn: eine Schraubenfeder und eine zusätzliche Luftfeder. Das im Standrohr eingeschlossene Luftpolster wird beim Einfedern komprimiert, dadurch steigt die Gesamtfederkraft der Gabel progressiv an. Je kleiner das Luftpolster, also je höher der Ölstand, um so stärker ist die Progression.

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