Kardanantrieb

Kardanantrieb

BMW-Kardan mit Momentabstützung (Paralever). Die im Schwingenarm (1) laufende Kardanwelle (2) übt ein Drehmoment aus (3), das vom hinteren Kardangehäuse (4) aufgenommen und über die Schubstangen-Abstützung (5) in den Rahmen weitergeleitet wird. Dadurch federt die Schwinge ähnlich leiaus wie bei einem Kettenantrieb (Anti-Squat-Effekt).

Anstelle von Kette und Zahnriemen treibt beim Kardan- oder Wellenantrieb die sogenannte Kardanwelle das Hinterrad an.

Anstelle von Kette und Zahnriemen treibt beim Kardan- oder Wellenantrieb die sogenannte Kardanwelle das Hinterrad an. Abhängig von der Einbaulage des Motors und der Bauart der Hinterradaufhängung setzt sie sich zusammen aus einem, beziehungsweise zwei Kreuz- oder Gleichlaufgelenken der Welle zur Kraftübertragung und, je nach Motorlage, einem oder zwei Kegelradgetrieben.


Bei längsliegenden Kurbelwellen kann das Drehmoment von der Getriebeausgangswelle unmittelbar in den Sekundärantrieb eingeleitet werden. Bei Motoren mit querliegender Kurbelwelle muß dagegen die Kraftübertragung am Getriebeausgang um 90 Grad umgelenkt werden.

Motorräder mit Hinterradschwinge kommen in der Regel mit einem Kreuzgelenk aus, um die Hubbewegungen des Hinterrads auszugleichen. Es sitzt genau im Drehpunkt der Schwinge, und da sich das Hinterrad auf einem Radius bewegt, ist auch kein Längenausgleich erforderlich.


Ein Kardanantrieb mit Momentenabstützung, wie zum Beispiel bei den Boxer- und K-Modellen von BMW, benötigen dagegen zwei Gelenke, da das Kegelradgetriebe zur Momentenabstützung gelenkig mit der Schwinge verbunden ist. Außerdem wird mit dieser Konstruktion ein Längenausgleich in Form eines Schiebestücks erforderlich.


Neben den gebräuchlichen Kreuzgelenken werden teilweise auch homokinetische Gelenke eingesetzt. Ihre in Laufbahnen eingebetteten Kugeln übertragen selbst bei großen Beugewinkeln zwischen An- und Abtrieb die Drehbewegung im Gegensatz zu Kreuzgelenken gleichförmig, und werden deshalb auch als Gleichlaufgelenke bezeichnet.


Auch bei den Kegelradgetrieben herrscht konstruktive Vielfalt: Die einfache Geradverzahnung an den ersten Kardanmodellen wurde auf Grund der hohen Geräuschentwicklung bald von der Schrägverzahnung abgelöst. Heute weisen moderne Achsgetriebe Bogen- oder Spiralverzahnungen auf, deren kontinuierlicher, überlappender Zahneingriff hohe Kräfte bei großer Laufruhe übertragen kann.


Vorteile bietet der Kardanantrieb gegenüber der Kette durch seinen geringen Wartungsaufwand. Nachteile sind der größere konstruktive Aufwand, verbunden mit höheren Kosten und höherem Gewicht.

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