Superbike-WM 2018 Phillip Island

Melandri macht Doppelsieg perfekt

Marco Melandri macht Doppelsieg auf Phillip Island perfekt.
Lorenzo Savadori brachte am Trainings-Freitag die Aprilia mit einer Bestzeit an die Spitze. Der Superbike Weltmeister von 2017 Jonathan Rea will 2018 seinen Titel verteidigen. Tom Sykes sorgte am Freitag mit Rang vier für das beste Kawasaki-Ergebnis. Das wechselhafte Wetter war für Michael van der Mark und dem Yamaha-Team am Freitag eine Herausforderung.
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Marco Melandri gewinnt Krimi-Rennen im Foto-Finish vor Rea. Chaz Davies und Eugene Laverty stürzen in Führung liegend.

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2. Rennen:

Der zweite Lauf der Superbike-WM auf Phillip Island war an Spannung nicht mehr zu übertreffen. Das Flag-to-Flag-Rennen verlangte von Melandri, Rea und Co. alles ab und lieferte den Fans einen wahren Actionkrimi. Über zehn Runden kämpften sieben Fahrer in der Spitzengruppe und spielten ein "Bäumchen-wechsel-dich". Doch am Ende dominierten die Ducatis von Marco Melandri und Xavi Fores sowie die Kawasakis von Jonathan Rea und Tom Sykes.

Viele Zweikämpfe in der Spitzengruppe

Das zweite Superbike-Rennen am Auftakt-Wochenende entschied sich auf den letzten Millimetern: Marco Melandri gelang es in der letzten Kurve nahe genug an Jonathan Rea heranzufahren, um dann aus dem Windschatten heraus die Ducati-Power seiner Panigale R walten zu lassen. Mit einem Vorsprung von 0.021 Sekunden schnappte sich Melandri schließlich doch noch den Sieg.

Beim Start ging zunächst Jonathan Rea in Führung, gefolgt von Xavi Fores (Ducati) und Eugene Laverty (Aprilia). Doch diese Konstellation sollte - wie auch alle darauffolgenden im Rennverlauf - nicht lange währen. Denn die Spitzengruppe lieferte sich permanent Überholmanöver und Zweikämpfe. Ab Runde zwei war es schließlich Eugene Laverty, der das Rennen mit Spitzenzeiten anführte. Das Ende folgte jedoch zeitig: In Runde drei kommt Laverty zu Sturz. Der Aprilia-Fahrer sah sich von dem Augenblick das Renngeschehen nur noch von ganz hinten an. Durch Lavertys Sturz ging Chaz Davies in Führung, weiter hinten lieferte sich Michael van der Mark auf seiner Yamaha einen Zweikampf mit Marco Melandri.

Druck wird für Davies zu hoch

Die Pace der Spitzengruppe setzte Davies stark unter Druck. Ein kleiner Bremsfehler ließ ihn weit gehen und Rea übernahm das Zepter. Auf der Start-Ziel-Geraden zu Runde sechs zogen die Ducatis von Davies und Fores jedoch wieder an Rea vorbei. Somit war das Battle um die Führung zwischen Davies und Fores entfacht, während Jake Gagne das Vorderrad verlor und aus dem Rennen ausschied. In Runde zehn gingen zunächst Fores, Rea und van der Mark in die Box zum Reifenwechsel, eine Runde später folgte der Rest der Spitzengruppe. Chaz Davies ging wieder in Führung, Marco Melandri machte Plätze gut und fuhr auf Position zwei, im Schlepptau Fores, Sykes und Rea.

Foto: 2snap
Honda-Pilot Leon Camier bewies mit Rang 6 eine starke Leistung im zweiten Rennen.
Honda-Pilot Leon Camier bewies mit Rang 6 eine starke Leistung im zweiten Rennen.

Die Führung von Davies hielt jedoch nur noch eine Runde an, dann verlor auch der Brite das Vorderrad und ging zu Boden. Etwas weiter hinten kam es erneut zum Duell zwischen Michael van der Mark und seinem Teamkollegen Alex Lowes. Wie auch im ersten Rennen zog der Niederländer den Kürzeren und auch Leon Camier, der in diesem Rennen das Maximum aus seiner Honda herausholen konnte, sah van der Mark kurz darauf nur noch von hinten.

Mit der Ducati-Power die Nase vorn

Die letzten vier Runden wurden zwischen Xavi Fores, Jonathan Rea und Marco Melandri zum absoluten Kampf der Titanen. Ein kleiner Fahrfehler setzte den zwischenzeitlich führenden Fores schließlich auf Rang drei und zwischen Melandri und Rea folgte eine Attacke nach der anderen. Im Zielsprint gelang es Melandri letztendlich mit der Ducati-Power Rea zu überholen und mit weniger als einer Nasenlänge die Ziellinie zu überqueren. Dritter wurde Xavi Fores vor Tom Sykes und Alex Lowes. Leon Camier, Michael van der Mark, Jordi Torres (Honda), Loris Baz (BMW) und Toprak Razgatlioglu (Kawasaki) komplettierten die Top 10.

1. Rennen:

Bereits das erste Rennen des Jahres am Samstag hielt so maches an Spannung und Überraschungen bereit: Was zunächst mit einem Traumstart der beiden Kawasakis von Sykes und Rea begann, endete mit einem Paukenschag seitens der Ducatis. Zehn Runden vor Schluss schien Marco Melandris Reifen auf dem Asphalt zu kleben und die Aufholjagd auf Rea und Sykes war eröffnet. Tom Sykes konnte noch Rang zwei retten, Chaz Davies kam auf den dritten Podiumsplatz.

Foto: 2snap
Trotz starker Fahrleistung musste sich Tom Sykes mit Platz zwei zufrieden geben.
Trotz starker Fahrleistung musste sich Tom Sykes mit Platz zwei zufrieden geben.

Beim Start setzte sich der von der Pole-Position gestartete Tom Sykes klar durch. Auch Teamkollege Jonathan Rea erwischte einen guten Start und fuhr von Position sechs auf Rang zwei. Dahinter tobte ein wilder Kampf zwischen Marco Melandri (Ducati), Eugene Laverty (Aprilia), Xavi Fores (Ducati), Chaz Davies (Ducati), Alex Lowes und Michael van der Mark (Yamaha), Loris Baz (BMW), Leandro Mercado (Kawasaki) und Leon Camier (Honda).

Reifenprobleme bei Kawasaki

Nach der ersten Runde hatte sich Sykes bereits einen komfortablen Vorsprung von über einer Sekunde auf Rea ausgefahren. Beide Fahrer hatten jedoch ab Mitte des Rennen mit ihren Reifen zu kämpfen. Somit war der Grundstein für Marco Melandris erfolgreiche Aufholjagd gelegt. Innerhalb von nur drei Runden reichte er beide Kawasakis nach hinten durch. Auch gegen die ankommenden Ducatis von Chaz Davies und Xavi Forres war Rea schließlich völlig machtlos. Für den SBK-Weltmeister von 2017 reichte es am Ende nur noch für Platz fünf.

Michael van der Mark liefert sich Zweikämpfe

Ein spannendes Ellbogen-Rennen lieferten sich zur Mitte des Rennens die beiden Yamaha-Piloten Alex Lowes und Michael van der Mark, der sich zuvor schon mit Chaz Davies duellierte. Letzterer hatte in beiden Kämpfen schließlich das Nachsehen. Somit behauptete Lowes Rang sechs für sich, gefolgt von Honda-Pilot Leon Camier. Eugene Laverty setzte sich kurz vor Schluss noch vor van der Mark auf Rang acht. Leandro Mercado komplettiert die Top 10.

Loris Baz wurde in seinem ersten Rennen auf der BMW Elfter, Jake Gagne (Honda) fuhr Platz zwölf ein. Der jüngste Fahrer im Starterfeld Toprak Razgatlioglu (Kawasaki) überquerte als 13ter die Ziellinie, gefolgt von Roman Ramos (Kawasaki), Ondrej Jezek (Yamaha) und dem New Yorker PJ Jacobsen (Honda) auf dem letzten Platz.

Superpole

Kawasaki-Pilot Tom Sykes sicherte sich in Phillip Island (Australien) mit einer Rundenzeit von 1:30,099 Minuten den vordersten Startplatz. Mit einem Vorsprung von 0,240 Sekunden ging er vor Verfolger Eugene Laverty (Aprilia) durchs Ziel. Den dritten Startplatz für das erste Rennen am Samstag entschied Marco Melandri für sich. Weltmeister Jonathan landete im Mittelfeld.

Foto: 2snap
Eugene Laverty startet auf seiner Aprilia aus der ersten Reihe.
Eugene Laverty startet auf seiner Aprilia aus der ersten Reihe.

Wie aus dem Nichts griff Sykes in den letzten Schlussminuten der SP2 an und setzte sich an die Spitze des Feldes. Trotz windiger Wetterbedingungen schien der Brite sich auf seiner Kawasaki ZX-10RR wohlzufühlen. "Die Wintertest als auch die letzten beiden Tests Anfang der Woche hier in Phillip Island verliefen gut. Das Team hat einen super Job gemacht. Ich habe ein gutes Gefühl und freue mich auf die Rennen", sagt Sykes im Parc fermé.

Eugene Laverty musste sich knapp geschlagen geben, war aber zufrieden mit dem zweiten Startplatz. Ein Jahr zuvor startete der Brite nach mehreren Crashes von Rang 13. Das Schlusslicht der ersten Startreihe bildete Marco Melandri, der alles andere als mit einem Startplatz in der ersten Reihe gerechnet hatte: "Ich bin total glücklich, da ich dachte, direkt nach Ende der Superpole wieder in die Garage zu fahren anstatt ins Parc fermé." Auch er hatte mit den Wetterbedingungen zu kämpfen. "Der Wind macht das Fahren sehr schwierig, wodurch sehr leicht Fehler passieren. Selbst in meiner besten Rundenzeit sind mir mehrere Fehler unterlaufen", so Melandri weiter.

Vier Fahrer Stürzen

In SP2 ging für Honda-Pilot Leon Camier alles schief. Nach drei guten Freien Trainings stürzte er nach wenigen Minuten in Turn vier und zerstörte sein Bike komplett. Da ein Weiterfahren für ihn nicht möglich war, wird er im ersten Rennen von Rang elf aus starten.

Neben Camier war auch für drei weitere Piloten Endstation. Wegen des Sturzes von Lorenzo Savadori, der Schmutz auf die Fahrbahn geworfen hatte, musste die Superpole kurzzeitig unterbrochen werden. Savadori wurde im Medical Center durchgecheckt, startet aber von Rang zehn aus. In der SP1 noch der Schnellste, holte es Jordi Torres jedoch in SP2 vom Bike. Er startet von Rang 12. Auch Alex Lowes stürzte, konnte aber direkt weiterfahren und Rang vier für sich einfahren.

Startplatz fünf schnappte sich Chaz Davies, vor Jonathan Rea. Xavi Fores startet aus der dritten Reihe, gefolgt von Michael van der Mark und Youngstar Toprak Razgatlioglu. Für die MotoGP-Rückkehrer Loris Baz und Yonny Hernandez geht die Saison von Startplatz 14 und 18 aus los.

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