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Neuheiten 2004: Kawasaki Z 750/ZX-10R

Zwei Wichtige

Bei Kawasaki geht es Schlag auf Schlag: Die ZX-10R soll die versammelte Supersport-Prominenz übertrumpfen, die Z 750 die hart umkämpfte Mittelklasse erobern.

Kawasaki hält Wort und setzt die Offensive, die diese Saison mit der Z 1000 und den beiden ZX-6R-Modellen begonnen wurde, fort. Endlich, nach Jahren des Darbens, präsentieren die Grünen ihrer Fangemeinde einen komplett neu gezeichneten, radikalen Supersportler namens ZX-10R. Die 1000er
soll die Konkurrenz das Fürchten lehren. Kein leichtes Unterfangen, schließlich
gewann die Suzuki GSX-R 1000 heuer mit bestechender Dominanz alle nur erdenklichen Tests in MOTORRAD, Honda feilt fieberhaft an einer noch potenteren Fireblade, und Yamaha will mit einer
R1-Neuauflage verlorenes Terrain gutmachen. Doch Kawasaki zeigt sich allem Anschein nach gut gerüstet.
Die ZX-10R ähnelt ihren kleinen 600er-Schwestern; die ersten Fotos eines Erlkönigs zeigen ein sehr kompaktes
Motorrad mit den charakteristischen
radial verschraubten Tokico-Bremszangen, konventionellen Bremsscheiben, die zum Serienstart durch wellenförmige ersetzt werden sollen, und einem zentralen Ram-Air-Einlass in der kantigen Verkleidung. Er führt die angesaugte Luft auf
direktem Weg in die Airbox. Beim Alurahmen heißt für Kawasaki das oberste Gebote Steifigkeit. Die seitlichen Profile
fallen extrem hoch und wuchtig aus, die Schwinge verfügt über einen Oberzug und die Upside-down-Gabel über massive Tauchrohre: Indizien für das extre-
me Leistungsvermögen des Reihenvier-
zylinders. Er ist standesgemäß mit einer elektronischen Einspritzung ausgestattet, zwei Drosselklappen je Saugrohr gelten als wahrscheinlich, da die Dosierbarkeit der Leistung bei solchen Boliden eine wichtige Rolle spielt.
Und über Druck soll die 1000er im Überfluss verfügen: Kawasaki will bekanntlich immer und überall noch einen draufsetzen, an die 170 PS erscheinen deshalb als durchaus glaubhaft. Trotz des massiven Rahmens soll die ZX-10R auch beim Gewicht eine Klasse für sich sein. Deutlich unter 200 Kilogramm vollgetankt (mit Sekundärluftsystem und Kat) lautet die erste Schätzung. Damit würde die
Kawasaki beim Leistungsgewicht neue Maßstäbe setzen.
In der neuerdings hart umkämpften Mittelklasse wollen die Grünen nun ebenfalls ein Wörtchen mitreden. Denn hier spielt derzeit die Zulassungs-Musik. Die ersten Bilder der Z 750 wirken ermutigend. Ein schnörkelloses Allround-Motorrad mit einem ehrlichen, kernigen, wassergekühlten Vierzylinder, das bereits im Herbst bei den Händlern stehen soll. Mittels geänderter Bohrung brachten die Techniker den Motor der erfolgreichen
Z 1000 auf 750 cm3, die gut funktio-
nierende Saugrohreinspritzung blieb erhalten, die Upside-down-Gabel und die extravagante Vier-in-vier-Auspuffanlage der großen Schwester fielen dem Rotstift zum Opfer. Das ist verständlich und auch zu verschmerzen, schließlich soll sich die
Z 750 am Preisniveau der direkten Konkurrenz orientieren, also der Yamaha FZ6, die zirka 7000 Euro kosten wird. Der hätte die Kawasaki freilich etwas
voraus: Hubraum und Leistung. Auch in der Mittelklasse möchte Kawasaki nach vorne fahren – die Z 750 dürfte an die 110 PS leisten.

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