Superbike-Weltmeisterschaft in Philip Island/AUS)

Große Koalition: Australien und Italien

Philip Island/AUS (mro) – Zwei Australier auf zwei italienischen Motorrädern drückten dem zweiten Lauf zur Superbike-Weltmeisterschaft 2000 bei ihrem Heim-Rennen den Stempel auf. Den ersten der beiden Wertungsläufe entschied völlig überraschend Anthony Gobert auf der Bimota SB8R für sich, wobei er Weltmeister Carl Fogarty (GB) als Zweitplatzierten auf der Werks-Ducati 996 um satte 29.542 Sekunden nach 22 Runden auf der Rennstrecke in Philip Island distanzierte. Rennen zwei gehörte dann Goberts Landsmann Troy Corser auf der Aprilia RSV Mille, der mit 1.994 Sekunden Vorsprung vor dem japanischen Yamaha-Werksfahrer Noriyuki Haga als Aprilia-Sieger abgewinkt wurde. Das erste Saison-Rennen der Supersport-Kategorie gewann der Engländer James Whitham (Yamaha) vor dem italienischen Ducati-Piloten Paolo Casoli. Jörg Teuchert vom deutschen AlphaTechnik-Team mischte mit seiner Yamaha lange Zeit in der Spitzengruppe mit, wurde aber nach einem Fahrfehler nur Elfter. Teamkamerad Christian Kellner (Yamaha) stürzte nach einer Kollision. In der Superbike-Weltmeisterschaft führt nach zwei Läufen und insgesamt vier Rennen Haga mit 71 Punkten vor dem amerkanischen Honda-Piloten Colin Edwards (in Philip Island zwei Mal Fünfter), der bislang 67 Punkte sammelte, und Corser (51 Punkte).
Sowohl Gobert als auch Corser kam bei ihren Siegen das launische Wetter in Australien zu Hilfe. Gobert verscheuchte am Start noch in allerletzter Minute seine Mechaniker, die ihm statt der montierten Regenreifen für die nasse Piste angesichts erster Sonnenstrahlen schnell noch Intermediate-Pneus verpassen wollten. Gobert sollte Recht behalten: Immer, wenn Weltmeister Carl Fogarty bei abtrocknender Piste auf seinen Intermediate-Reifen stark aufholen konnte, kam ein neuer Regenguss. Auch das zweite Rennen wurde auf nasser Fahrbahn gestartet, doch die trocknete recht schnell ab. Das hatten alle Fahrer vorausgesehen und deshalb die Regenreifen in der Box gelassen. Als dann in der 16. von 22 geplanten Runden wieder Regen fiel, verlangte der zu diesem Zeitpunkt führende Corser mit erhobener Hand den Rennabruch und wurde in dieser Forderung durch seinen Verfolger Haga sofort bestätigt – und Sieger des verkürzten Rennens.
Großes Pech hatte Carl Fogarty in diesem Rennen. Er stürzte nach einer Kollision mit der Maschine des Österreichers Robert Ulm schwer und erlitt eine Gehirmerschütterung sowie einen Bruch des linken Oberarms. Fogarty wird nach Ansicht der Ärzte frühestens am 14. Juni in Hockenheim wieder in die Superbike-WM eingreifen können.

Ausführliche Bild-Reportage in MOTORRAD 10/2000 (ab 28. April 2000 am Kiosk). Vollständige Ergebnisse auf der Superbike-WM-Homepage.
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