Fahrbericht Yamaha MT-07 (2018)

Bestseller weiter verbessert

Gleiches gilt für das nun nicht nur in der Federbasis, sondern auch in der Zugstufendämpfung einstellbare Federbein.
Yamaha hat die MT-07 für das Modelljahr 2018 dezent überarbeitet. Wir sind die aufgefrischte MT-07 gefahren. Die nun deutlich straffer abgestimmte Gabel spricht auf harte Querfugen vielleicht nicht so sämig an wie ein Premium-Produkt, doch hält sie die MT selbst bei schlimmen Verwerfungen absolut stabil auf Kurs. Gleiches gilt für das nun nicht nur in der Federbasis, sondern auch in der Zugstufendämpfung einstellbare Federbein. In Kombination mit dem unveränderten Reihenzweizylinder ergibt das eine sportive Mischung, die nicht nur (Wieder-)Einsteiger zum Grinsen bringen dürfte.
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Yamaha hat die MT-07 für das Modelljahr 2018 dezent überarbeitet. Neben verschiedenen optischen Änderungen wurden auch die Federelemente überarbeitet. Wir sind die aufgefrischte MT-07 gefahren.

Foto: Kirschbauer
Vor allem Tank und Sitzbank wurden für 2018 sichtbar verändert.
Vor allem Tank und Sitzbank wurden für 2018 sichtbar verändert.

Für die MT-07 gab es zum Modelljahrgang 2018 einen neu gestalteten Scheinwerfer, einen neuen Tank mit großen Lufthutzen, eine bessere Sitzbank sowie neue Teile an der Seitenverkleidung. Zudem ist die Telegabel überarbeitet worden (130 Millimeter Federweg) und das Federbein ist jetzt in der Zugstufe einstellbar. Und wie wirken sich die ganzen Neuerungen und Änderungen aus?

So gut, dass es einem tatsächlich schwer fällt, an der Yamaha MT-07 noch etwas Gravierendes zu kritisieren. Gut, der modifizierte Tank und die neu entworfene Sitzbank ergeben zwar deutlich großzügigere Platzverhältnisse, und selbst Personen über 1,85 Meter klagen nun nicht mehr über eine etwas zu kompakte Unterbringung. Wirklich mehr Komfort bietet der Fahrersitz allerdings immer noch nicht. Nach einem halben Tag im Sattel hat man das Gefühl, auf dem Unterbau zu hocken und nicht mehr auf dem Polster. Doch lässt sich gerade in diesem Bereich schnell Abhilfe schaffen – einem florierenden Zubehörmarkt sei Dank.

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Foto: Kirschbauer
Den Federelemeten hat die Überarbeitung gut getan.
Den Federelemeten hat die Überarbeitung gut getan.

Fahrwerk hat deutlich gewonnen

Den gab es bisher auch im Bereich des Fahrwerks. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die neuen Federelemente überzeugen – gerade mit Blick auf das Preissegment des Motorrads – vollständig. Die nun deutlich straffer abgestimmte Gabel spricht auf harte Querfugen vielleicht nicht so sämig an wie ein Premium-Produkt, doch hält sie die MT selbst bei schlimmen Verwerfungen absolut stabil auf Kurs. Gleiches gilt für das nun nicht nur in der Federbasis, sondern auch in der Zugstufendämpfung einstellbare Federbein. Neigte dieses bisher bei flotter Fahrt zum argen Pumpen, liegt die Yamaha nun satt auf dem Asphalt, lässt sich auch von Fahrern um die 85 Kilogramm bei heftigen Bodenwellen nicht aus der Ruhe bringen.

In Kombination mit dem unveränderten, einen V2-Motor imitierenden Reihenzweizylinder mit 270 Grad Zündversatz ergibt das eine sportive Mischung, die nicht nur (Wieder-)Einsteiger zum Grinsen bringen dürfte. Mit einem Leergewicht von 182 Kilogramm navigiert man die 07er spielerisch über den schmalen Lenker durch die City, freut sich über den zurückhaltenden und kultivierten Motor und dem alltagstauglichen, weil recht zivilen Sound aus dem kurzen Stummelauspuff.

Den Federelemeten hat die Überarbeitung gut getan.
Foto: Kirschbauer
Mit der Überarbeitung wird die MT-07 sicherlich noch mehr Herzen erobern.
Mit der Überarbeitung wird die MT-07 sicherlich noch mehr Herzen erobern.

Frech aufspielender Zweizylinder

Etwas hart spricht der Motor auf Gasbefehle an, hängt dafür aber quicklebendig und mit guter Rückmeldung am Kabel und schiebt die optisch aufgefrischte Yamaha ab 2.500 Umdrehungen druckvoll vorwärts. Wahnsinn, wie frech der Twin agiert, ab 4.000 Touren ordentlich die Kette spannt, bei 6.000 in den unteren drei Gängen gar das Vorderrad leicht werden lässt. In der Spitze drückt das Triebwerk 68 Newtonmeter und 75 PS. Die Elastizität des Zweizylinders ist aber dessen größter Trumpf. Selbst im dritten Gang bolzt der Motor lässig aus engen Kehren heraus. Das Sechsganggetriebe schaltet sich dabei exakt, wenn auch etwas knochig. Der in der Griffweite nicht einstellbare Kupplungshebel benötigt nur wenig Handkraft. Wer es drauf anlegt, kann mit der handlichen und neutral einlenkenden Yamaha einen richtigen flotten Strich fahren. Manch stärkeres Bike muss sich da künftig noch mehr anstrengen, um dran zu bleiben.

Und die Bremsen? Die bleiben wie die gesamte MT-07 ein verlässlicher Partner. Der initiale Biss fällt zunächst etwas verhalten aus, was Ungeübten durchaus entgegen kommen dürfte, erhöht man den Bremsdruck am einstellbaren Bremshebel jedoch, beißen die Festbremssättel kräftig in die Doppelscheibe und verzögern die Yamaha unter Mithilfe des ABS vehement.

 

Alles richtig gemacht Yamaha

Nach 220 Kilometern Testfahrt durch Andalusien – bei durchaus anspruchsvollen Wetterbedingungen und Straßenverhältnissen – hinterlässt die neue Yamaha MT-07 einen hervorragenden Eindruck. Das 689 Kubik-Bike bleib im Kern auch im Jahr 2018 das, was es war: Ein gutmütiger und charakterstarker Allrounder. Mit den vielen Optimierungen taugt sie nun aber einmal mehr auch für erfahrene Biker, die Gefallen an einem wieselflinken, handlichen, sportlichen und gut verarbeiteten sowie preisgünstigem Motorrad haben. Chapeaux, Yamaha!

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