Honda Rebel im Fahrbericht

Bobber-Spirit

Honda Rebel im MOTORRAD Fahrbericht.Honda Rebel im MOTORRAD Fahrbericht.Gekonnt: Das moderne LED-Display steckt im klassischen Rundgehäuse Wer erinnert sich noch? Separat zu bedienendes Lenkschloss wie anno dunnemals 17 Bilder

Mit der Honda Rebel nimmt Honda den Bobber-Spirit auch in der Einsteigerklasse auf. Der 500er-Twin könnte durchaus für einen kleinen Aufstand sorgen – schon wegen seines Preises.

Frauen- oder Fahrschulmotorrad, diese Bezeichnung hören die Honda-Modellplaner eher ungern. Möglicherweise weil die neue Honda Rebel eben doch in diesem Umfeld ihre ­Nische finden könnte – in den Händen von Frauen, Fahrschülern, Kurzbeinigen, Neu- oder Wiedereinsteigern. Wenn die Honda-Konfektionäre die Perspektiven ihrer Neuen nüchtern sähen, wäre dieses Szenario wahrscheinlich willkommen. Denn wir erinnern uns: Mit dem Baby-Chopper XV 535 schrieb Yamaha in den 90er-Jahren eine Erfolgsstory. 57.000 Maschinen verkauften sich damals allein in Deutschland.

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Honda Rebel ist ein matt lackierter Bobber

Die Kundschaft: Frauen, Fahrschulen, Kurzbeinige, Neu- und Wiedereinsteiger. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Honda Rebel ist nicht chromblitzender Chopper, sondern matt lackierter Bobber. Und statt einem V2 steckt der Twin aus der CBR 500 R zwischen den zierlichen Rahmenrohren. Die tragen den Lenkkopf hoch oben, führen die Linie steil abfallend vom Lenker über den aufgesetzten 11,2-Liter-Tank bis zum 690 Millimeter niedrigen Sitzkissen hinab.

Video zur neuen Honda Rebel

Mit der Honda Rebel nimmt Honda den Bobber-Spirit auch in der einsteigerklasse auf.

Nur das Nötigste

Bobber, das bedeutet auch: Auf alles, was nicht unbedingt gebraucht wird, wird verzichtet. Das rudimentäre Rundinstrument, die Einzelscheibe im Vorderrad, die dünne Gabel und die simplen Stereo-Federbeine signalisieren die gebotene Askese – die dicken 16-Zoll-Reifen und die kurzen Kotflügel betonen die Stammeszugehörigkeit. Auch wenn der sanfte, gleichmäßige Sound des 471-cm³-Zweizylinders nicht so recht zum Rebellenimage passen will. ­Genauso wenig wie die Fußrasten. Oder doch? Denn statt konzeptüblich vorn, sitzen die Rasten mittig, sollen den Piloten fahraktiver positionieren. In Kooperation mit dem wenig nach hinten geschwungenen Lenker sitzt es sich auf der Honda Rebel in der Tat ungewohnt, für dieses Konzept erstaunlich aufrecht und engagiert, letztlich aber doch recht komfortabel.

Motor leistet 46 PS

Gemütliches Dahinrollen mit der Kraft aus dem Drehzahlkeller: Wer würde es ­wagen, darauf zu hoffen? Es muss sich was drehen im Maschinenräumchen, selbst wenn es nur moderat vorangehen soll. Dass der Motor statt 48 PS in der CBR nun nur noch 46 PS, dafür aber ein um 500/min früher anliegendes maximales Drehmoment besitzt, dürften selbst Sensibelchen nicht spüren. Die Honda Rebel damit an ihre Grenzen zu bringen, gelingt aber auf alle Fälle. Der dicke 130er-Vorderreifen (Dunlop D 404) meldet sich aus der Schräglage nur diffus, die schwach gedämpften Federbeine schaukeln das Heck recht lax über die Straße, und die niedrig positionierten Fußrasten kratzen über jeden Huckel in der Kurve.

ABS agiert souverän

Immerhin: Das ABS, welches gerade bei diesen chopper-orientierten Konzepten wichtiger als bei allen anderen Kategorien ist, agiert souverän. Doch soll man die kleine Rebellin überhaupt an dieser Latte messen? Denn die XV 535 hat sich zu ihrer Zeit mit ganz eigenen Argumenten durchgesetzt: mit unaufgeregtem Charakter, niedriger Sitzhöhe und – vor allem – einem niedrigen Preis. Mit all dem kann die 5.700 Euro günstige Honda Rebel heute auch dienen.

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