Yamaha MT-10 im Kompakttest

Touren-Paket für das Naked Bike

Yamaha MT-10.
Fürs Grobe: Gitter schützt Ölkühler gegen aufgewirbelte Steine.Im Blickfeld: Halter fürs Navi, Stromversorgung über Bordsteckdose.Ansichtssache: nackt nicht gerade schön, der Rohrhalter für die Softbags.Yamaha MT-10.5 Bilder

Grimmig blickt das große Naked Bike aus seinen Scheinwerfer-Augen. In andere Kleider gehüllt, offenbart die Yamaha MT-10 ganz neue Talente, macht auf touristisch-vernünftig.

Kräftiger Antritt, stabiles und komfortables Fahrwerk, dazu eine für Naked-Bike-Verhältnisse sehr bequeme Sitzposition: Mit diesen Zutaten glänzt die Yamaha MT-10. Ein Paket, das Freunde von viel Wind im Gesicht direkt anspricht. Aber eigentlich taugen diese Eigenschaften noch für viel mehr, auch touristisch veranlagte Kradler wissen die genannten Features zu schätzen. Nur wünschen diese sich noch ein paar Qualitäten mehr, die kurze Trips oder lange Reisen angenehmer gestalten.

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Kann das Touristen-Paket etwas?

Bei Yamaha mussten sie nicht lange den Sake kreisen lassen, um das entsprechende Zubehörprogramm für den nackten Feger anzubieten. Kann das Touristen-Paket etwas? Die Probe aufs Exempel soll’s beweisen. Fast ungeschützt hockt der Pilot auf der serienmäßigen Yamaha MT-10. Die hoch geschnittene Sportscheibe ändert das. Sie fügt sich gut in die Linie der Front ein und schützt leicht geduckt selbst jenseits von 180 km/h ganz ordentlich. Auf flotten Autobahnetappen ein echter Gewinn. Das trifft auch auf die KomfortSitzbank zu. Die verwöhnt den Hintern mit Sofa-Flair. Von diesem Kuschel-Plus für den Po profitiert auch der Mitfahrer. Im Gegensatz zum originalen MT-10-Polster in der zweiten Reihe ist der Soziussitz der Komfort-Bank viel größer geschnitten. Aber: Am engen Kniewinkel oder der mickrigen Zuladung ändert sich dadurch nichts. Im Gegenteil, zusätzliche 11 Kilogramm wiegt das montierte Originalzubehör, verbleiben also nur rund 155 Kilogramm an Zuladung. Dazu gehört beispielsweise der Halter für die beiden Soft-Seitentaschen. Den preist Yamaha selbst als robust, langlebig und leicht an, wobei die beiden ersten Eigenschaften am treffendsten die Optik beschreiben. Also lieber die Seitentaschen dran lassen, die sich über drei Rastpunkte sicher an den Träger fügen.

Jede Menge Gepäck-Möglichkeiten

In die Taschen passt zwar kein Integralhelm, fürs kleine Wochenendgepäck taugen sie aber allemal. Wer noch mehr Stauraum möchte, kann zusätzlich ein Topcase auf den robusten Heckträger der Yamaha MT-10 montieren. Das gibt es mit 39 oder 50 Litern Inhalt. Weiteres Gepäck findet im Tankrucksack Platz, der bis zu 22 Liter Stauraum bietet. Dank gut platziertem Navihalter direkt an der Lenkeraufnahme samt Steckdose darf der eigene Wegweiser gerne für Touren genutzt werden. Der Ölkühlerschutz hält auf schlechten Wegen Steine vom Radiator fern und bei Kälte spenden Heizgriffe Wärme, die sich über den schön integrierten Schalter in drei Stufen regulieren lässt. Vielfach einstellbare Brems- und Kupplungshebel runden das Ausstattungspaket ab, eignen sich wegen der Hebellänge aber nur für Zweifinger-Bremser und -Kuppler.

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