Gedanken zur Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré

Zwei Welten

Die Reiseenduro Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré ...... wendet sich (laut Yamaha-Website) an die Abenteurer unter den mtoorradfahrern, die etwas Besonders erleben möchten.Sie steht auf Reifen in den Dimensionen 110/80 R 19 vorn und 150/70 R 17 hinten.Vollgetankt wiegt die Yamaha XT 1200 ZE Super Ténére laut Werksangabe 265 Kilogramm.18 Bilder

Onliner Manuel Fuchs ist erklärter Fan der MOTORRAD-Dauertest-Sportster. Am vergangenen Wochenende jedoch schob ihm das Schicksal in Person des Fuhrparkleiters eine Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré unter. Hier seine unsortierten Gedanken.

Die Sportster muss kurz weg, Zigaretten holen. Und ich darf die Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré ausfassen, die nach der Produktion des Konzeptvergleichs Zweizylinder-Tourer für MOTORRAD 21/2017 noch in der Tiefgarage steht.

Killer-Erkenntnis und große Überraschung: Die Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré ist im Vergleich mit der 1200er-Sportster in nahezu jeder Einzeldisziplin das bessere Motorrad; in der Gesamtschau ohnehin.

Geschmeidiger, leistungsstarker Motor, stabiles Fahrwerk, zuverlässige Bremsen, prima Fahrkomfort, ordentlicher Wetterschutz, umfangreiche Helferelektronik und die Ausstattung insgesamt - zwischen der Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré und der Harley liegen nicht nur eine Handvoll Welten, dazwischen passt eine Jasper-Fforde-dimensionale-Bibliothek von Stephen Kings Dunklem Turm.

Gut, die Sportster legt die Messlatte auch nicht besonders hoch - sie ist ihr eigenes Erlebnis. Die Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré dagegen fährt weitgehend ereignisarm und inspiriert den Fahrer, sich seine Erlebnisse zu suchen - irgendwo, egal in welcher Entfernung.

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Was kann die Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré nicht so gut?

Ist jemand eben über das nahezu gestoplert und fragt sich jetzt, in welchen Diszplinen das rappelige US-Eisen besser ist als die Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré?

  1. In der Disziplin "Mit welcher Funktion des Bordmenüs schalte ich die Heizgriffe aus?" gewinnt die Sportster, weil sie weder Bordmenü noch Heizgriffe hat.
  2. In der Disziplin "Wo finde ich den Kilometerstand fürs Fahrtenbuch?" gewinnt die Sportster, weil sie ihn auch ohne Zündung einfach anzeigt, wenn man sie fragt.
  3. In der Disziplin "Kann der dicke Fuchs sein Gesäß halbwegs elegant auf den Sattel wuchten?" gewinnt die Sportster mit einer deutlich niedrigeren Sitzposition. (Die elektronisch einstellbaren Federelemente der Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré vergeben die Chance, als erstes Fahrwerk eines Serienmotorrads mit einer Easy-Entry-Funktion für Kurzbeinige zu punkten.)

Trotz der unstrittigen Überlegenheit der Yamaha XT 1200 ZE Super Ténéré freue ich mich darauf, demnächst wieder auf der Sportster zu sitzen. Auch wenn ihre Reifen sich im Regen anfühlen wie Sonnencreme auf nassem Granit.

Aber die Saat ist ausgebracht. Vielleicht sollte in der heimischen Garage nicht nur ein Cruiser für die freien Wochenenden stehen. Vielleicht sollte man einen unprätentiösen, komfortablen und pflegeleichten Streckenfresser für die etwas längeren Hauptsache-entspannt-ankommen-Aufgaben daneben parken. Das könnte man doch mal ideologiefrei im Rahmen der finanziellen und räumlichen Möglichkeiten in Erwägung ziehen ... und natürlich lesen, was Kollege Schmieder in MOTORRAD 21/2017 (erscheint am 29. September) zu dem Thema zu sagen hat.

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