jkuenstle.de

Im Test: Harley-Davidson Sportster 883 Roadster

Sportster-Familie

Harley-Davidson hat das Baukasten-Prinzip verinnerlicht: Im Prinzip passen alle Sportster-Teile irgendwie zueinander. Gut für die Modellvielfalt und für individuelle Umbauwünsche.

„Sportster steht Drauf , und die genaue Bezeichnung lautet “Roadster„. Bei Autos würde man sofort ein Fahrzeug in der Audi TT-Liga assoziieren, mindestens. Irgendwas mit wenig Gewicht und viel Qualm. Bei Harley-Davidson bedeutet die Modellreihe Sportster aber lediglich, dass die Motoren mit vier untenliegenden Nockenwellen irgendwann in grauer Vorzeit Sporterfolge erzielten. Heute sind sie nur noch in Ausnahmekonstellationen überhaupt im Renneinsatz. “Roadster„ steht für zwei Bremsscheiben, Gussräder und einen kantigen Peanut-Tank.

Der Blick aufs Datenblatt wischt letzte Zweifel beiseite: 53 PS werden die gut fünf Zentner Kampfgewicht (ohne Fahrer) sicher irgendwie beschleunigen. In der Ruhe liegt die Kraft, und die spürbare, ehrliche Kraft des ur-amerikanischen V2-Motors gibt wiederum Ruhe. Das beginnt mit dem wuchtigen Starten des Motors, setzt sich in seinem taumeligen Leerlaufsound fort und erreicht seinen ersten Höhepunkt, wenn die Kupplung einrückt und die Sportster Fahrt aufnimmt. Tief ist cool, und demnach ist das Drehzahlniveau unglaublich cool: Die Nenndrehzahl liegt unter 6000/min (also da, wo eine Yamaha YZF-R6 noch nicht einmal vernünftig beschleunigt); die Federwege sind kurz, bemühen sich aber redlich und erfolgreich um Fahrkomfort. Und einen Tacho hat die Sportster wahrscheinlich nur, weil die Zulassungsordnung einen vorschreibt. Abgesehen davon gehört alles, was der Fahrer sieht, hört und fühlt zum unmittelbaren Fahr-Erlebnis: das Stampfen des Motors, das sanfte, aber keinesfalls träge Dahingleiten und der metallische Hammerschlag, welcher die Gangwechsel begleitet. Ja, auch das leichte Eintauchen der Gabel, wenn die zwei Bremssättel am Vorderrad in ihre Scheiben kneifen. Alle Uhren stehen auf Entspannung, ohne Verrenkungen lässt sich die Harley durch Kurven zirkeln, sogar Spitzkehren meistert sie bravourös. Allerdings sollte der Fahrer der gemäßigten Geschwindigkeit treu bleiben. Zu große Schräglagen quittiert der kleine Cruiser nämlich mit Metallabrieb; und es wäre doch schade um die schönen Chromauspuffe. Alleine fahren sollte man außerdem. Ein Sozius auf diesem halben Brötchen von Sitzgelegenheit wird wenig zur Entspannung beitragen. (mf)

Zur Startseite
Motorräder Motorräder Royal Enfield Twins FT Flat Tracker. Royal Enfield Twins FT Flat Tracker auf der EICMA gezeigt

Auf brandneue Serienmodelle von Royal Enfield mussten wir auf der...

Harley-Davidson
Artikel 0
Tests 0
Modelle 0
Marktangebote 0
Alles über Harley-Davidson