Werner – das Rennen 2018

Horex, 911er und Katzenscheiße

Im Gegensatz zum Duell 1988 gab's dieses Mal keine Schaltquerelen und die mit vier Horex-Motoren bestückte Maschine gewann gegen den Porsche.
Die Tickets für das 4 Tage andauernde Motor- und Musik-Festival kosteten 149 Euro - inkl. Camping, Parkplatz und Gebühren.Rötger Feldmann alias Brösel ging mit dem Im Gegensatz zum Duell 1988 gab's dieses Mal keine Schaltquerelen und die mit vier Horex-Motoren bestückte Maschine gewann gegen den Porsche.Für den Verlierer gab's die Dusche in Katzenscheiße. Der Freundschaft halber ging der Sieger mit drunter.
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30 Jahre danach - Werner und Holgi haben es noch einmal getan: vom 30. August bis 2. September 2018 startete die Neuauflage des legendären Werner-Rennens auf dem Flugplatz Hartenholm. Und dieses Mal gewann die Horex auf der 201,17-Meter-Strecke.

Das legendäre Werner-Rennen von 1988 sahen 200.000 Besucher. Die Neuauflage startete 30 Jahre später im Rahmen eines Festivals vom 30 August bis 2. September 2018 am selben Schauplatz wie einst und zog rund 50.000 Fans an. Der Flugplatz von Hartenholm verwandelte sich dafür in ein buntes Festival-Gelände.

Die Kurzfassung

Verantwortlich dafür sind die Wacken-Veranstalter, die für 90 Bands auf vier Bühnen und Rennen in acht Klassen sorgten , bei denen 3.000 Fahrer und Mechaniker mitwirkten. Für das Highlight auf der Achtelmeile sorgten Comiczeichner "Brösel" (Rötger Feldmann, 68 Jahre) und Kneipenwirt "Holgi" (Holger Henze, 74 Jahre). Letzterer trat mit dem Porsche 911 an, der 1988 das Sprintrennen gewann: Baujahr 1968, sechs Zylinder, 2.341 cm³, geschätzte unserienmäßige 600 PS. Brösel rollte auf dem „Red Porsche Killer“ an den Start – ausgestattet mit vier Horex-Motoren zu je 550 cm³, die für schätzungsweise 160 PS sorgen. Dieses Mal siegte Brösel, ganze zehn Sekunden ging das Spektakel, drei Zehntel später raste der 911er über die Ziellinie.

Bilder vom Werner-Rennen 1988

Geduscht wird in Katzenscheiße

„Alles originool? Wenn der Verlierer wieder wie einst behandelt werden soll, dann fangt schon mal an, Katzenscheiße zu sammeln.“, textete MOTORRAD-Reporter Michael Schümann dieses Frühjahr noch. Und so war es, nur dass Brösel aus Solidarität mit Holgi auf den Schmähturm stieg, wo sich beide einer Dusche Katzenscheiße unterzogen.

Die Revanche war an diesem Wochenende natürlich nicht das einzige Rennen: 250 ausgewählte Starter traten beim „Drag Race für Jedermann“ in zehn Klassen auf der Achtelmeile gegeneinander an. Über 500 Fahrer starteten im Moto Cross in 17 unterschiedlichen Klassen. Auf der 1.500 Meter langen Strecke ging es in der Quad-Klasse sogar um Punkte für die deutsche Meisterschaft.

Mofas, Rasenmäher, halbe Motorräder

In der Kategorie „Unicycles“ starteten die Teilnehmer auf motorisierten Einrädern. Hierzu heißt es auf der Veranstaltungsseite: „Man startet aus dem Stand und fährt eine Strecke von 30,48 Meter (100 Fuss). Für einen gültigen Lauf muss sich der Fahrer, die Energiequelle und die Antriebseinheit am Start, während der Fahrt und im Ziel auf/an dem Gerät befinden. Kufen die vor dem Antriebsrad verbaut sind, müssen am Start den Boden berühren. Danach darf es nur noch das eine Rad tun.“ Traktor-Pulling, Mofa-Cup, Stockcar-, Autocross- und Rasentrecker-Rennen sorgten ebenfalls für spannende und sehenswerte Unterhaltung auf dem Gelände.

Apropos Unterhaltung – die war vom Feinsten: Niedeckens BAP, Fury in the Slaughterhouse, Otto und die Friesenjungs, Torfrock sowie der Feuerwehrmusikzug Hartenholm und 85 weitere Bands heizten den Besuchern von Donnerstag bis Sonntag gut ein.

Werner-Rennen 1988

200.000 Besucher, Tankwagen voller Flens-Pils, Wurstblinker dazu und der Verlierer wurde mit Katzenscheiße beworfen – 1988 schrieb das Werner-Rennen von Hartenholm Zeit-Geschichte. Dass es nach wenigen Sekunden schon vorbei war und Brösel alias Rötger Feldmann seinen von vier Horex-Motoren getriebenen „Red Porsche Killer“ gar nicht erst auf Touren brachte, weil er sich beim Start verschaltet hatte, geschenkt. Es war ne goile Party – und Holgi in seinem roten 911er „war gedopt.“

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