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CDC von ZF
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ZF lässt Schlaglöcher verschwinden

Sicher unterwegs mit semiaktiven Fahrwerken

Seit 14 Jahren ist ZF in der Motorradtechnik zu Hause. Neun verschiedene Zweiradmarken verwenden heute die semiaktiven Fahrwerkkomponenten von ZF ab Werk. Damit ist ZF Serienausstatter für Modelle namhafter Hersteller.

ZF entwickelt und produziert unter anderem die Federungselemente für sportliche Superbikes als auch für Modelle aus dem Segment der Tourer und Enduros. Manch eine Rennmaschine fährt im Wettbewerb, auf der Rundstrecke oder im Gelände vor allem deshalb ein wenig sicherer, weil Federn und Dämpfer von ZF montiert sind.Unter semiaktiven Fahrwerkkomponenten versteht man solche Federungselemente, die über eine automatisch verstellbare Dämpfung verfügen. ZF war mit dieser Technik bereits 2013 als erster im Markt. Seitdem trägt diese Technik beim Motorradfahren über neue Methoden der Fahrwerksabstimmung zu mehr Fahrsicherheit und Fahrspaß bei.

Mit aktiver Response über Bodenwellen

Speziell dann, wenn Bodenwellen, Verschränkungen oder Fahrbahnstufen auftreten, entfaltet die semiaktive ZF-Dämpfung ihre spezifischen Vorteile und sorgt dadurch für besonders sichere Fahrt. Mit dem Continuous Damping Control-System (CDC) von ZF erfassen Sensoren am Motorrad ständig die wichtigsten dynamischen Kennwerte. Das ZF-System errechnet daraus stets die momentan ideale Dämpferrate. Diese variable Einstellung verhindert, dass die Maschine etwa auf Bodenwellen unkontrolliert bis auf den Anschlag durchfedert, aufsetzt und dadurch bei Kurvenfahrt ins Schlingern kommt.

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Die elektrischen Regelventile sind auf Schnelligkeit ausgelegt und erlauben theoretisch bis zu 500 Schaltungen pro Sekunde, brauchen in der Praxis aber deutlich weniger.“.

Dieses System ist wahlweise für einzelne Radachsen verfügbar – bei vielen Tourenmaschinen etwa für die Hinterachse. Besonders geschmeidige Anpassung an die herrschenden Fahrbahnverhältnisse bietet die CDC-Technik allerdings im Verbund für beide Achsen. Bei diesem System wird die Dämpfung der Federelemente vorne und hinten über elektrische Regelventile angepasst. Die Regelung ist ganz auf Schnelligkeit ausgelegt und erlaubt theoretisch bis zu 500 Schaltungen pro Sekunde, kommt aber in der Praxis mit deutlich weniger Stellschritten aus. Durch den deutlich verbesserten Kontakt zwischen Straße und Reifen vermittelt das System ein zuvor unerreicht sicheres Fahrgefühl.

Das ZF-System erfreut sich bei Motorradfahrern großer Beliebtheit. In der BMW R 1200 GS, die seit Jahren das meistverkaufte Motorrad im deutschen Markt darstellt, ist die CDC-Technik unter der Bezeichnung „Dynamic ESA“ als Option bei mehr als 90 Prozent der ausgelieferten Maschinen an Bord.

Passend zu Fahrt und Belastung

Beim CDC kann der Fahrer die Grundeinstellung für die Dämpferscharakteristik sowie den Beladungszustand individuell vorwählen. Dazu wählt er vor der Fahrt passend zur Zuladung und der geplanten Fahrweise zwischen den Stufen Komfort, Standard oder Sport. Naturgemäß bietet die weiche Komfort-Einstellung den entsprechend höchsten Fahrkomfort, allerdings mit Kompromissen bei Lenkpräzision und Handling. Sollten mit dieser Einstellung kritische Werte für die Federbewegung erreicht werden, schaltet das System direkt auf hohe Dämpfungsstufen um – auch auf solche, die im Kennfeld für die Einstellungen „Standard“ oder „Sport“ hinterlegt sind. Diese Abstimmung folgt der Prämisse „Sicherheit geht vor“. Erst wenn wieder Ruhe unter den Rädern einkehrt, schaltet das System in so einem Fall zügig auf „Komfort“ zurück. Dazu Luigi Lobasso, Engineering Project Leader bei ZF in Italien: „Das Motorrad frisst die Fahrbahnunebenheiten förmlich auf“.

Federbein ZF
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So können Schlaglöcher verschwinden: Das semiaktive Fahrwerksystem von ZF bringt mehr Ruhe in die Motorrad-Abstimmung, und damit mehr Sicherheit.

Noch einmal ausgeklügelter funktioniert das System in seiner weiterentwickelten Version, in der zusätzlich zum CDC-System eine Wechselwirkung mit dem ABS-System und der Traktionskontrolle in Funktion treten kann. Hier kann das verstellbare Fahrwerk sowohl beim Bremsen als auch beim Beschleunigen zur Steigerung der Fahrsicherheit hinzugezogen werden. Der Fahrer profitiert zusätzlich, indem er etwa auf nasser Fahrbahn die Stellung „Rain“ zuschalten kann. Auf den oft irritierenden Fahrbahneinflüssen auf unbefestigten Wegen nutzt er die Einstellung „Enduro“ oder gar „Enduro Pro“, wenn es auf Schotter und Unebenheiten dynamischer vorangehen soll.

Obwohl Enduros natürlich das größte Einsatzspektrum für die Variation der Fahrbahnoberfläche fordern, verbessert das CDC-System von ZF auch im sportlichen Fahrbetrieb auf der Straße oder Rennstrecke das Fahrverhalten. Das semiaktive Fahrwerk von sehr sportlichen Straßenmodellen bezieht zusätzlich die Daten zu Lenkeinschlag und Schräglagen-Winkel in die Adaption mit ein. Diese Arbeitsweise wird aktuell bei mehreren Rennsport-Meisterschaften getestet. Entsprechend lässt sich das Tool im direkten Abgleich mit den Erfahrungen der aktiven Rennpiloten weiter. Das führt zu einer nochmals verbesserten Fahrsicherheit im Spitzensport.

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Für mehr Komfort, Sicherheit und Agilität: Mit dem semiaktiven Fahrwerk von ZF können Motorräder jedes Rad aktiv dämpfen und so störende Auswirkungen der Fahrbahnoberfläche auf die Fahrweise eliminieren.

Das System, das BMW unter dem Namen Dynamic ESA „Next Generation“ anbietet, ermöglicht durch eine elektrisch verstellbare Federbasis am hinteren Federbein einen zusätzlichen Ausgleich für die Federungshöhe in allen Fahrtsituationen, und zwar unabhängig vom Beladungszustand. Hier helfen die semiaktiven Systeme von ZF, die Dämpfung stets in einer passenden Korrelation zur Position der Fahrwerksfeder zu halten.

ZF liefert Kontrollelemente

Auch stammen Schalter und Bedienungselemente für moderne Motorräder von ZF. Vom standardisierten Einzelschalter bis hin zum kundenspezifisch entwickelten Schaltungsträger realisiert ZF alle Anforderungen auch für sehr komplexe Funktionsgruppen. Das Spektrum reicht vom einfachen Hupknopf am optional mit ZF-Technik beheizbaren Lenkergriff über mehrstufige Justierungs-Wahlschalter der Fahrwerksabstimmung bis hin zum Drehsteller für den Tempomat.

ZF Aftermarket erweitert Produktspektrum

Neben Federungssystemen und Kontroll-Elektronik erweitert ZF zunehmend sein Portfolio für den Zweiradbereich. Über das vorhandene Spektrum an Ersatzteilen und Zubehör für die Bremsentechnik von TRW hinaus vertreibt der Geschäftsbereich ZF Aftermarket auch Sachs Motorradkupplungen. Gleichfalls entstehen dort die modernen Carbon-Kupplungssysteme für aktuelle Formel 1-Antriebe. Das vorhandene Know-How fließt gleichermaßen in die Aggregate von Tourer, Superbike, Chopper, Scooter, Enduro, Trike wie auch Quad. Das Sortiment umfasst Bremskomponenten, Kupplungen, Lenker, Brems- und Kupplungshebel, Fußrastenanlagen, Höher- und Tieferlegungs-Kits sowie Accessoires.

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