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Motorradjeans Test 2021 - 11 aktuelle Hosen im Vergleich

11 aktuelle Motorradjeans im Vergleichstest Motorradjeans Test 2021

Neben der Wahl Klapp- oder Jethelm spaltet nur wenig mehr als die Frage ob Motorradjeans oder nicht. Theoretisch sollen hochwertige Baumwolle und hochabriebfeste Fasern das Schlimmste mildern, doch nicht jeder ist davon überzeugt. Im Test 11 Jeans, die Komfort und Sicherheit können.

🏆 Unsere Motorradjeans-Empfehlung im Überblick

  • Die sehr leichte Modeka Nyle Cool* ist unser Kauftipp. Mit einem attraktiven Preis von 169,90 Euro ist sie im Testfeld das Angebote mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.
  • Unser Testsieger ist die Held Malow* mit einem Preis von 389,86 Euro. Das Pakte aus Sicherheit und Komfort überzeugen und ist damit der unsere Nummer 1 im Test.

Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor! Das schrieb Goethe, und selbiges dachte sich der Autor: als nicht nur die elf am Test teilnehmenden Biker-Jeans, sondern auch eine günstige Modejeans aus einem jener szenigen Läden mit den zwei Buchstaben vor ihm lagen – auf den ersten Blick beinahe unbeschadet, nachdem sie kurz zuvor bei 80 Stundenkilometern auf den Asphalt geschubst wurden.

Sind Motorradjeans etwa nur ein Bluff und wir wären mit billigen Hosen ebenso sicher unterwegs auf unserem Bike? Lautet so die Erkenntnis, die wir durch unseren Test erlangt haben? Schaut so die bittere Wahrheit aus, die wir Ihnen an dieser Stelle vermitteln müssen? Natürlich nicht.

Aufprallschutz. Knie- und oftmals Hüftprotektoren, womöglich sogar ein Steißprotektor schützen vor sonst nur schlecht heilenden Knochenbrüchen. In unserem Testfeld gibt es hier deutliche Unterschiede, teilweise setzen die Hersteller auf eine Protektoren-Vollausstattung, mal sind standardmäßig nur Knieprotektoren verbaut, und ein Teilnehmer kommt gar komplett ohne Schutzpolster. Teilweise wird aus Kostengründen auf billige, dicke und schlecht sitzende Exemplare zurückgegriffen, teils nutzen die Hersteller Bewährtes, mal gehen sie mit ultraflachen und flexiblen Protektoren neue Wege. Doch Protektoren sind bei Weitem nicht der einzige Unterschied.

Platz 1: Held Marlow MOTORRAD-Testsieger

    • Anbieter: Held, www.held.de
    • Bundweiten: 28 bis 40;
    • Preis: 389,86 Euro;
    • Gewicht: 1.422 g (Größe 34 gewogen);
    • Aufbau: einlagig, Gewebe aus Armalith;
    • Material: Baumwolle, Polyethylen, Elestomultiester, Elastan, Taschen aus Baumwolle und Polyester;
    • Protektoren: Knie (Level 1, stufenlos verstellbar), Hüfte (Level 1); Steißbein nachrüstbar,
    • Zertifizierung: FprEN 17092-4:2018 (Klasse A);
    • Herstellungsland: Deutschland
Angebote
Held Marlow Motorradjeans, schwarz, Größe 32
Held Marlow Motorradjeans, schwarz, Größe 32
399,95 € inkl. Versand
Held Marlow, Jeans - Schwarz - 32/32
Held Marlow, Jeans - Schwarz - 32/32
399,95 € zzgl. 5,90 € Versand

SICHERHEIT: Stufenlos verstellbare Protektoren am Knie, Hüftprotektoren in Serie plus eine Tasche für einen Steißbeinprotektor – in Sachen Aufprallschutz zeigt sich die Held Marlow sicher aufgestellt. Das einlagige Gewebe aus Armalith ist zwar verhältnismäßig schwer, aber auch äußerst abrieb- und reißfest. Wer selbst mal daran reißen möchte: Der Jeans liegt eine kleine Denim-Probe bei, an der man seine Kräfte auslassen kann. Ergänzend zu Abrieb- und Reißfestigkeit überzeugt die Jeans auch im Punkt Schnittschutz, ihre Nähte lassen ebenso keine Schwächen erkennen.

PASSFORM UND KOMFORT: Fast 400 Gramm mehr als die leichteste Hose im Test – das spürt man. Dennoch trägt sich die Marlow sehr angenehm, auch die Beweglichkeit ist sehr gut. Die Passform geht leicht in Richtung Slimfit, das durchgängige Gewebe aus Armalith bietet aber überall viel Stretch.

Fazit: Durch ihre Masse schafft die zweitschwerste Hose im Test Vertrauen, das sie dank überzeugendem Aufprall- und Abriebschutz auch voll einlöst. Trotz Mehrgewicht überzeugt sie auch im Alltag mit reichlich Komfort. Eine tolle Jeans vom "Nicht-nur-Lederspezialisten" Held.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut


Platz 2: iXS Classic AR Jeans Cassidy

iXS Classic AR Jeans Cassidy
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Die iXS Classic AR Jeans Cassidy ist gemäß Schutzklasse AA zertifiziert, entsprechend gut zeigen sich Aufprall- und Abriebschutz im Test.
  • Anbieter: Hostettler, www.ixs.com;
  • Größen: 30 bis 48;
  • Preis: 249,95 Euro;
  • Gewicht: 1.206 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: mehrlagig, Denim plus zweilagiges Futter aus Aramid und Coolmax-Fasern;
  • Material: Baumwolle, Elastan; Schutzschicht aus 50 % Aramid und Polyester;
  • Protektoren: Knie (Level 1, stufenloshöhenverstellbar), Hüfte (Level 1);
  • Zertifizierung: prEN 17092-3:2017(Klasse AA);
  • Herstellungsland: Türkei
Angebote
IXS Cassidy AR, Jeans - Blau - 46/34
IXS Cassidy AR, Jeans - Blau - 46/34
224,90 € zzgl. 5,90 € Versand

Sicherheit: Zwar weist die Classic AR Cassidy nach dem Sturz einige unschöne Löcher im Oberstoff auf, was angesichts des dünnen und leichten Obermaterials auch kaum überrascht – für dennoch zuverlässigen Schutz dient deshalb die Innenschicht aus Aramid. Die mitgelieferten Protektoren an Hüfte und Knie sitzen perfekt.

Passform und Komfort: Insgesamt 35 Größen bietet iXS, inklusive Damen-, Lang- und Kurzgrößen. Das erlaubt eine tolle Passform und hohen Komfort. Die angenehm stretchige Jeans macht alle Bewegungen mit, weder die zweieinhalb Lagen Stoff noch die Protektoren zwicken oder stören sonst wie. Bei warmen Temperaturen gefällt die Jeans außerdem mit guter Luftdurchlässigkeit. Nässe von außen mag sie aber nicht, dann saugt sich der Oberstoff schnell voll.

Fazit: Die iXS Classic AR Jeans Cassidy ist gemäß Schutzklasse AA zertifiziert, entsprechend gut zeigen sich Aufprall- und Abriebschutz im Test. Dank der 35 verfügbaren Größen und einer sinnvollen Materialauswahl gefällt sie außerdem mit hohem Komfort. Regen mag sie nicht – egal.

MOTORRAD-Urteil: gut


Platz 3: Rokker Rokkertech Tapered Slim Black

iXS Classic AR Jeans Cassidy
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Die iXS Classic AR Jeans Cassidy ist gemäß Schutzklasse AA zertifiziert, entsprechend gut zeigen sich Aufprall- und Abriebschutz im Test.
  • Anbieter: Anbieter: Rokker, www.therokkercompany.com;
  • Preis: 389,00 Euro;
  • Bundweiten: 29 bis 44;
  • Gewicht: 1.292 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: einlagig, Denim-Gewebe aus UHMWPE (ultrahochmolekulargewichtiges Polyethylen);
  • Material: Baumwolle, Polyethylen, Polyamid, Elastomultiester, Elastan;
  • Protektoren: Knie (Level 1, stufenlos höhenverstellbar), Hüfte (Level 1);
  • Zertifizierung: FprEN 17092-3:2018 (Klasse AA);
  • Herstellungsland: Portugal
Angebote
Rokker Rokkertech Tapered Slim Black Motorradjeans, schwarz, Größe 44
Rokker Rokkertech Tapered Slim Black Motorradjeans, schwarz, Größe 44
389,00 € inkl. Versand

Sicherheit: Der Rokkertech-Stoff zeigt sich zwar hart im Nehmen, bezüglich Hitze und Abrieb aber doch anfälliger als ähnliche Materialien wie Armalith (bei Held) oder Dyneema (bei Vanucci): Der einlagige Stoff wies nach dem Abwurftest ein Loch auf, Hautkontakt mit dem Asphalt wäre also die Folge gewesen. Die dünnen Protektoren überzeugen dafür mit sehr guten Schlagdämpfungswerten.

Passform und Komfort: Die einlagige Hose trägt sich äußerst angenehm, allerdings fällt sie am Bund ein klein wenig enger aus als erwartet. Dafür sind elf eng abgestufte Bundweiten erhältlich, außerdem kann zwischen 32, 34 und 36 Zoll Länge gewählt werden. Die angenehm soften Protektoren sind kaum zu spüren, so macht die Hose auch jede Bewegung willig mit. Gut fürs Bike: der konsequente Verzicht auf Nieten.

Fazit: Produktion in Europa, toller Lieferumfang und sehr hoher Komfort – natürlich kostet das auch. Die Protektoren von D3O bieten guten Schutz, das UHMWPE-Gewebe entspricht zwar Klasse AA, zeigte unter hoher Belastung in unserem Extremtest aber auch eine kleine Schwäche.

MOTORRAD-Urteil: gut


Platz 4: Vanucci Dyn

Vanucci Dyn
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Die Vanucci Dyn überzeugt vor allem mit sehr hohem Tragekomfort und ihrem unscheinbaren Aussehen.
  • Anbieter: Detlev Louis, www.louis.de;
  • Preis: 224,19 Euro;
  • Bundweiten: 30 bis 40;
  • Gewicht: 1160 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: einlagig, Gewebe aus Denim (Kette) und Dyneema (Kette und Schuss);
  • Material: Baumwolle, Polyethylen, Polyamid, Elastan; Futter aus Baumwolle und Polyester;
  • Protektoren: Knie (Level 2, stufenlos verstellbar), Hüfte nachrüstbar;
  • Zertifizierung: prEN 17092-4:02-2017 (Klasse A);
  • Herstellungsland: Bangladesch
Angebote
Vanucci Dyn Jeans blau 40
Vanucci Dyn Jeans blau 40
149,99 € zzgl. 4,99 € Versand

Sicherheit: Die Vanucci Dyn setzt, wie es der Name andeutet, auf Dyneema und verarbeitet dieses zusammen mit Baumwolle zu einem einlagigen (oder wenn man so will: anderthalblagigen) Gewebe. Bei Asphaltkontakt reiben sich zwar die blauen Baumwollfäden auf, zurück bleibt aber selbst dann noch ein vollständiges Gewebe aus Dyneemafasern. Dort, wo durch eine Kante die Reibung erhöht war, entstand im Test dennoch ein Loch. Die dünnen und flexiblen Knieprotektoren überzeugen mit sehr guten Schlagdämpfungswerten.

Passform und Komfort: Die Jeans wiegt relativ wenig und fühlt sich auch leicht an, entsprechend entspannt ist das Tragegefühl. Der Bund fällt deutlich zu weit aus, die tollen Protektoren sind in der Praxis kaum spürbar.

Fazit: Die Vanucci Dyn überzeugt vor allem mit sehr hohem Tragekomfort und ihrem unscheinbaren Aussehen. Der ohnehin gute Schutz mit weitgehend abriebfestem Material und Level-2-Knieprotektoren lässt sich durch Nachrüsten von Hüftprotektoren noch steigern.

MOTORRAD-Urteil: gut


Platz 5: Modeka Nyle Cool MOTORRAD-Kauftipp

  • Anbieter: Modeka, www.modeka.de;
  • Preis: 169,90 Euro;
  • Bundweiten: 28 bis 40;
  • Gewicht: 1.180 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: zweilagig, Denim mit Cordura plus Kevlar-Futter an Gesäß, Hüfte und Knien;
  • Material: Baumwolle, Cordura, Coolmax; Schutzschicht aus Aramid;
  • Protektoren: Knie (Level 1, zweifach höhenverstellbar), Hüfte nachrüstbar;
  • Zertifizierung: prEN 17092-3:2019 (Klasse AA);
  • Herstellungsland: Pakistan
Angebote
Modeka Nyle Cool, Jeans - Blau - 40
Modeka Nyle Cool, Jeans - Blau - 40
152,00 € zzgl. 5,90 € Versand

Sicherheit: Da sich der Zertifizierungsprozess etwas in die Länge zog, war die erste Lieferung der Nyle Cool noch als Klasse A gekennzeichnet. In unserem Test konnte sie aber zeigen, dass sie die mittlerweile zertifizierte Schutzklasse AA zu Recht trägt: Überzeugende Abriebfestigkeit und gute Reißfestigkeit kombiniert sie mit gutem Schnittschutz. Die angenehm dünnen Knieprotektoren sind zwar höhenverstellbar, allerdings nur zweifach. An der Hüfte müssen Protektoren nachgerüstet werden.

Passform und Komfort: Die Jeans fällt tendenziell etwas zu eng aus, insbesondere am Bund. Ansonsten zeigt sie sich zwar mit knackigem Sitz, erlaubt aber trotzdem das volle Bewegungsspektrum auf und neben dem Bike. Nässeschutz ist nicht gegeben, die Belüftung ist nur mittelmäßig.

Fazit: Die sehr leichte Nyle Cool trägt sich sowohl auf dem Motorrad als auch im Alltag sehr angenehm und bietet guten Schutz. Diesen verdankt sie dem großflächigen Aramid-Gewebe, aber auch dem im Obermaterial mitverarbeiteten Cordura. Und das Ganze zu einem attraktiven Preis.

MOTORRAD-Urteil: gut


Platz 6: Trilobite Parado

Trilobite Parado
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Ausgewogener Preis, viele Farb- und Größenvarianten bietet die Parado von Trilobite.
  • Anbieter: Germot, www.germot.de;
  • Preis: 199,95 Euro;
  • Größen: 30 bis 46;
  • Gewicht: 1.540 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: zweilagig, Denim plus Kevlar-Futter an Gesäß und Knien;
  • Material: Baumwolle, Elastan; Schutzschicht aus Aramid; Stretcheinsätze aus Polyamid;
  • Protektoren: Knie (Level 2, stufenlos verstellbar), Hüfte (Level 2);
  • Zertifizierung: FprEN 17092-3:2019 (Klasse AA);
  • Herstellungsland: Pakistan
Angebote
Trilobite Parado Motorradjeans, braun, Größe 46
Trilobite Parado Motorradjeans, braun, Größe 46
179,95 € zzgl. 3,99 € Versand
Trilobite Parado, Jeans - Schwarz - 44/34
Trilobite Parado, Jeans - Schwarz - 44/34
179,90 € zzgl. 5,90 € Versand
Trilobite PARADO Motorrad-Jeans Herren braun 46/32
Trilobite PARADO Motorrad-Jeans Herren braun 46/32
179,95 € zzgl. 4,99 € Versand
Trilobite Motorradhose Parado inkl. Protektoren 30
Trilobite Motorradhose Parado inkl. Protektoren 30
199,99 € zzgl. 2,95 € Versand

Sicherheit: Die Trilobite Parado macht kein Geheimnis daraus, dass sie eine Motorradhose ist. Level-2-Protektoren an Hüfte und Knie sorgen für hohen Aufprallschutz, großflächiges Aramid-Gewebe unter dem ohnehin schweren Denim dient dem Abriebschutz. Überall dort, wo keine Zusatzschicht aus Aramid zu finden ist, muss jedoch die nur geringe Reißfestigkeit des Oberstoffs in Kauf genommen werden.

Passform und Komfort: Der großflächige, flexible Polyamid-Einsatz im Schritt sowie Ziehharmonikastretch an den Knien und im hinteren Hüftbereich bringen viel Komfort, die normkonform abgesicherten Belüftungsöffnungen sorgen für Frischluft an den Oberschenkeln. Gute Passform, es sind zahlreiche Größen inklusive Damen- und Herren- sowie Kurz- und Langgrößen erhältlich. Auch mehrere Farbvarianten gibt es.

Fazit: Ausgewogener Preis, viele Farb- und Größenvarianten, eine Version aus recyceltem Jeansstoff sowie eine noch sicherere Variante mit Dyneema im Obermaterial, dazu Level-2-Protektoren, viel Stretch und Belüftungsöffnungen. Die Parado ist toll, aber auch ganz schön schwer.

MOTORRAD-Urteil: gut


Platz 7: Highway 1 Denim III

Highway 1 Denimm III
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Für unter 100 Euro bietet die Highway-1-Jeans eine respektable Basisausstattung an Sicherheit, gepaart mit weitgehend angenehmem Tragekomfort und ansprechend cleanem Aussehen.
  • Anbieter: Detlev Louis, www.louis.de;
  • Bundweiten: 32 bis 42;
  • Preis: 97,46 Euro;
  • Gewicht: 1.300 g (Größe 34 gewogen)
  • Aufbau: zweilagig, Denim plus Kevlar-Futter an Gesäß und Knien;Material: Baumwolle, Elastan; Schutzschicht aus 60 % Aramid und Polyester;
  • Protektoren: Knie (Level 1, zweifach höhenverstellbar), Hüfte nachrüstbar; Zertifizierung: prEN 17092-4:02-2017 (Klasse A);
  • Herstellungsland: Pakistan
Angebote
Highway 1 Denim III Jeans schwarz 40
Highway 1 Denim III Jeans schwarz 40
59,99 € zzgl. 4,99 € Versand

Sicherheit: Bereits der vergleichsweise dicke Oberstoff gibt sich hart im Nehmen – bei Asphaltkontakt reibt er sich kaum auf und meist sind nur leichte Verfärbungen des Denim wahrzunehmen. Lediglich dort, wo durch Protektoren oder Gürtelschlaufen Kanten entstehen, kommt es zu deutlicheren Schäden. An den besonders sturzgefährdeten Stellen schützt dann noch eine zusätzliche Schicht aus Kevlar. An Ober- und Unterschenkel wird allerdings auf dieses Aramid-Gewebe verzichtet. Die Protektorenausstattung ist ebenfalls schmal gehalten.

Passform und Komfort: Relativ schwerer Denim als Obermaterial plus eine zweite Schutzschicht aus Aramid bringen nicht nur einiges an Gewicht auf die Waage, sondern machen sich auch im Tragekomfort bemerkbar. Beweglichkeit und Passform gehen aber weitgehend in Ordnung, auch wenn die Bundweite schmeichelnd ausfällt.

Fazit: Für unter 100 Euro bietet die Highway-1-Jeans eine respektable Basisausstattung an Sicherheit, gepaart mit weitgehend angenehmem Tragekomfort und ansprechend cleanem Aussehen. An den Schenkeln wird auf Kevlar allerdings verzichtet, das beim Stürzen bitte beachten.

MOTORRAD-Urteil: gut


Platz 8: Alpinestars Victory Denim

Alpinestars Victory Denim
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Im Punkt Abriebfestigkeit zeigt sich die Victory nicht gerade siegeswillig, den Verlust an Punkten in der Kategorie Sicherheit holt sie in den Kategorien Komfort und Ausstattung zwar etwas auf, aber nicht mehr ein. Bleibt unterm Strich damit „befriedigend“.
  • Anbieter: Alpinestars, www.alpinestars.com;
  • Preis: 249,99 Euro;
  • Bundweiten: 28 bis 40;
  • Gewicht: 1.382 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: einlagig, Gewebe aus Denim (Kette) und zweifach gezwirntem Kevlar (Schuss);
  • Material: Baumwolle, 40 % Aramid, Polyamid, Elastan; Futter aus Polyester und Baumwolle;
  • Protektoren: Hüfte (Level 1, zweifach höhen­verstellbar), Knie (Level 1);
  • Zertifizierung: EU 2016/425 Cat II;
  • Herstellungsland: Tunesien
Angebote
Alpinestars Daisy Pro Denim Damen Motorradjeans, blau, Größe 34
Alpinestars Daisy Pro Denim Damen Motorradjeans, blau, Größe 34
127,95 € zzgl. 3,99 € Versand

Sicherheit: Die sehr flachen, nach Level 1 zertifizierten Protektoren an Knien und Hüfte sind zwar kaum zu spüren, allerdings sitzen die Knieprotektoren etwas zu weit innen. Das einlagige Gewebe trennt Denim in Längs- von Kevlar in Querrichtung, worunter letztlich die Reißfestigkeit leidet. Im Abriebtest scheuerte das Material an einer Stelle komplett durch, die Haut hätte also Asphaltkontakt.

Passform und Komfort: Die Bundweite der 34er-Hose liegt bei großzügigen 35 Zoll, kommt dafür ohne Stretch. Die Innenbeinlänge entspricht der zu erwartenden Länge. Dank Regular Fit und einlagigem Gewebe gibt sich die Hose sehr komfortabel und erlaubt eine hohe Beweglichkeit. Mit knapp 1.400 Gramm ist die Hose eher schwer; Pluspunkte gibt es für die zweite Münztasche, die zudem per Reißverschluss verschlossen werden kann.

Fazit: Im Punkt Abriebfestigkeit zeigt sich die Victory nicht gerade siegeswillig, den Verlust an Punkten in der Kategorie Sicherheit holt sie in den Kategorien Komfort und Ausstattung zwar etwas auf, aber nicht mehr ein. Bleibt unterm Strich damit "befriedigend".

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


Platz 9: Büse Denver

Büse Denver
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Die Büse Denver macht im Büroalltag einen ebenso tollen Eindruck wie auf dem Motorrad – solange man nicht stürzt.
  • Anbieter: Büse, www.buese.biz;
  • Preis: 199,95 Euro;
  • Bundweiten: 30 bis 44;
  • Gewicht: 1.050 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: einlagig, Gewebe aus Denim mit Kevlar-Anteil;
  • Material: Baumwolle, 6,5 % Aramid, Elastan; Futter aus Baumwolle/Polyester;
  • Protektoren: Knie (Level 1, dreifach höhen­verstellbar), Hüfte nachrüstbar;
  • Zertifizierung: prEN 17092-4:2018 (Klasse A);
  • Herstellungsland: Türkei
Angebote
Büse Denver, Jeans - Blau - 40/32
Büse Denver, Jeans - Blau - 40/32
149,21 € zzgl. 5,90 € Versand
Büse Denver Herren Jeans blau 44
Büse Denver Herren Jeans blau 44
179,96 € zzgl. 4,99 € Versand
Büse Denver Motorradjeans, blau, Größe 32
Büse Denver Motorradjeans, blau, Größe 32
179,96 € zzgl. 3,99 € Versand

Sicherheit: 6,5 Prozent Kevlar-Anteil im Gewebe verspricht das Etikett, das ist nicht besonders viel im Vergleich zur Konkurrenz. Laut Angaben ist die Jeans aber ordnungsgemäß zertifiziert, also alles in Ordnung? Na ja, die Werte der Reißfestigkeit liegen auf dem Niveau einer normalen Modejeans. Auch die Abriebfestigkeit könnte besser sein.

Passform und Komfort: Die leichteste Hose im Test gefällt mit sehr hohem Tragekomfort im Alltag. Zwar ist der Bund etwas eng, die Beweglichkeit ist aber sehr gut. Die Beinlänge passt zur Größenangabe, pfiffig ist der Reflektor im Inneren der Hose, der beim Umschlagen des Beinabschlusses sichtbar wird. Dank dem hohen Baumwollanteil und dem cleanen Five-Pocket-Stil ist die Denver kaum von normalen Jeans zu unterscheiden – weder beim Tragen noch beim Anschauen.

Fazit: Die Büse Denver macht im Büroalltag einen ebenso tollen Eindruck wie auf dem Motorrad – solange man nicht stürzt. Denn der widerstandsfähige Kevlar-Anteil fällt im Vergleich sehr gering aus, sodass sie sich nur unwesentlich von herkömmlichen Jeans abhebt.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


Platz 10: Spirit Motors Aramid-/Baumwolljeans 1.0

Spirit Motors Aramidjeans, Baumwolljeans 1.0
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Die günstigste Jeans im Test wird ihrer Klassifizierung als Schutzhose vor Abrieb dank Aramid-Futter voll gerecht.
  • Anbieter: Polo, www.polo-motorrad.de;
  • Preis: 49,99 Euro;
  • Größen: 28 bis 40;
  • Gewicht: 1.306 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: mehrlagig, Denim plus Aramid-Futter an Gesäß, Oberschenkeln und Knien;
  • Material: Baumwolle; Schutzschicht aus Polyester und 27 % Aramid;
  • Protektoren: Tasche für Knieprotektoren (nachgerüstet dann stufenlos verstellbar), Tasche für Hüftprotektoren;
  • Zertifizierung: prEN 17092-5:2017 (Klasse B);
  • Herstellungsland: Vietnam

Sicherheit: Protektoren standardmäßig nicht dabei, daher kann diese Jeans nur nach Schutzklasse B zertifiziert sein. Den damit versprochenen Abriebschutz ermöglicht ein Aramid-Futter an den kritischen Stellen; dieses ist angenehm verarbeitet. Nach dem Crashtest sah das Obermaterial zwar ziemlich mitgenommen aus, hätte den Fahrer zusammen mit dem Aramid-Gewebe aber vor Abschürfungen geschützt. Nachgerüstete Knieprotektoren lassen sich per Klett perfekt in der Höhe justieren. Die mangelnde Reißfestigkeit ist dort kritisch, wo keine Aramid-Schicht den Jeans-Stoff unterstützt – beispielsweise an den Unterschenkeln.

Passform und Komfort: Der Bund fällt figurschmeichelnd etwa ein Zoll zu groß aus, auch sonst ist die Jeans sehr weit geschnitten. Belüftung, Nässe- und Kälteschutz sind nur mittelmäßig.

Fazit: Die günstigste Jeans im Test wird ihrer Klassifizierung als Schutzhose vor Abrieb dank Aramid-Futter voll gerecht. Für Aufprallschutz müssen Protektoren nachgerüstet werden – diese erhöhen den Preis und schränken den ohnehin nicht üppigen Komfort noch weiter ein.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


Platz 11: Course Heavy Duty Raw Denim

Course Heavy Duty Raw Denim
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Bei der sehr günstigen Course gilt: mehrere Größen anprobieren und die Knieprotektoren in zeitgemäßere Ware tauschen.
  • Bundweiten: 30 bis 42;
  • Preis: 54,99 Euro;
  • Gewicht: 1.200 g (Größe 34 gewogen);
  • Aufbau: zweilagig, Denim plus Kevlar-Futter an Gesäß, seitlichen Oberschenkeln und Knien;
  • Material: Baumwolle, Elastan; Schutzschicht aus Aramid; Futter aus Polyester;
  • Protektoren: Knie (Level 1, dreifach höhen­verstellbar), Hüfte nachrüstbar; Zertifizierung: prEN 17092-4:2018 (Klasse A);
  • Herstellungsland: Pakistan

Sicherheit: Was kann man von einer Jeans erwarten, deren Preisempfehlung unter 100 Euro liegt und die meist sogar zur Hälfte verkauft wird? Erstaunlich viel, zumindest beim Abriebtest: Viele kleine Schrammen, aber keine gravierenden Schäden zeigt die Hose nach dem simulierten Sturz bei 80 km/h. In Sachen Reißfestigkeit liegt sie im unteren Mittelfeld, die großen, etwas schwammigen Protektoren sind nicht mehr wirklich zeitgemäß – das ist wohl dem Preis geschuldet.

Passform und Komfort: Am Bund zu weit, insgesamt zu lang und weit – oder anders gesagt: Sie fällt ein bis zwei Nummern zu groß aus. Dennoch spannt es beim Knieanwinkeln, denn trotz Elastan im Denim zeigt sich der Stoff recht unflexibel. Im Neuzustand riecht die Hose außerdem unangenehm, überrascht hat sie uns durch ihre Wasserdichtigkeit, die sich allerdings rauswäscht.

Fazit: Der Abriebschutz ist gut, die Passform, der Komfort und der Geruch sind schlecht – und die Optik ist wohl wie immer bei Jeans Geschmackssache. Bei der sehr günstigen Course gilt: mehrere Größen anprobieren und die Knieprotektoren in zeitgemäßere Ware tauschen.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


Motorradjeans Titelbild
mps-Fotostudio, Tobias Beyl
Motorradjeans Titelbild Held Marlow Held Marlow iXS Classic AR Jeans Cassidy 23 Bilder

Jeans ist nicht gleich Jeans

2020 feiert der Begriff "Blue Jeans" seinen 100. Geburtstag. Der Name verweist auf die charakteristische Blaufärbung mit Indigo. Die Jeans an sich ist freilich älter, bereits seit über 150 Jahren wird Baumwolle in der sogenannten Köperbindung zum bekannten Denim verwebt. Der Wortursprung liegt übrigens im französischen "Serge de Nîmes", zu deutsch "Gewebe aus der Stadt Nîmes". Als Hose vernäht und mit Nieten verstärkt entsteht seit 1872 die "De Nîmes" als robuste Arbeitshose. Seither hat sich freilich viel getan, doch nach wie vor ist eine Jeans von Natur aus sehr widerstandsfähig. Deshalb kann auch eine gewöhnliche Jeans einen Sturz auf nicht übermäßig rauem Asphalt ohne allzu große Schäden überstehen.

Schäden an der Jeans können große Schäden am menschlichen Körper verursachen. Denn wo das Denim durchgescheuert ist, reibt der Asphalt als Nächstes auf der Haut – mit unschönen Folgen. Daher versuchen die Hersteller, die Abrieb- und Reißfestigkeit ihrer Motorradjeans mit speziellen Kunstfasern zu verbessern. Bekanntestes Beispiel ist Kevlar, eine Aramid-Faser aus dem Hause DuPont. Das charakteristisch gelbe Material kennt man von Schnittschutzhandschuhen, schusssicheren Westen, Fahrzeugpanzerungen – oder eben als Schutzschicht in Biker-Jeans. Aramid, eine Wortfusion aus aromatisches Polyamid, ist vereinfacht gesagt eine sich wiederholende Aneinanderreihung von bestimmten chemischen Strukturen, wobei diese Ketten untereinander starke Wasserstoffbrücken bilden. Oder zusammengefasst: Aramid-Fasern sind mechanisch hoch belastbar, abrieb- und reißfest.

Daher werden sie in Motorradjeans eingesetzt. Teils als die angesprochene eigenständige und daher offensichtliche Schutzschicht, teils weniger gut wahrnehmbar als Teil des Gewebes – oder gar überhaupt nicht sichtbar als Bestandteil innerhalb der Fasern. In unserem Test nutzt beispielsweise Alpinestars Kevlar-Fäden, durch die der blau gefärbte Baumwollfaden gewoben wird. Büse hingegen webt das gesamte Denim aus einem aus Baumwolle, Elastan und Kevlar-Fasern vertwisteten Faden.

Schwerer Stoff

Diesen Ansatz verfolgen auch andere Hersteller wie Held, Rokker und Vanucci – in ihren Garnen findet sich aber kein Aramid, sondern UHMWPE: ultrahochmolekulargewichtiges Polyethylen. Mit blau gefärbter Baumwolle umwickelt entsteht daraus ein Faden, der mit weiteren UHMWPE-Fäden verwebt werden kann. Bekannt sind solche Gewebe unter Namen wie Armalith oder Dyneema. Da hier die Fäden und somit das Gewebe besonders widerstandsfähig sind, kann in der Jeans auf eine zusätzliche Abriebschutzschicht verzichtet werden. Dies kommt der oftmals gewünschten knackigen, jeanstypischen Passform entgegen. Durch den gleichmäßigen und insgesamt dünneren Aufbau bieten einlagige Jeans daher oft – aber nicht immer! – ein komfortableres Tragegefühl und bessere Belüftung. Passform, Belüftung und Komfort im Alltag und beim Fahren sind übrigens auch wichtige Kriterien in unserem Test. Zweilagige Jeans wiederum haben in Sachen Sicherheit den Vorteil, dass sich die beiden Lagen leicht unabhängig voneinander bewegen und somit die auftretenden Kräfte besser verteilen können. Zwar reibt sich hier die obere Schicht schneller auf, dafür folgt noch eine zweite Schutzschicht. Zumindest dort, wo eine solche vernäht ist – oft leider nur an besonders gefährdeten Stellen wie Gesäß, Hüfte und Knie, die Schenkel bleiben dann zwischen Knieprotektor und Stiefelschaft vergleichsweise ungeschützt.

Schutz und Sicherheit

Die neue Europäische Norm 17092 legt fest, wie Motorradschutzkleidung als solche zertifiziert werden kann. Je nach den erreichten Werten werden Jacken und Hosen in eine von fünf Klassen eingeteilt: C steht dabei für reinen Aufprallschutz, B für reinen Abriebschutz und A für beides zusammen. Beim kombinierten Abrieb- und Aufprallschutz bietet Klasse A den höchsten Komfort und die niedrigste Schutzstufe; AA bedeutet mehr Sicherheit, AAA ist nochmals eine Steigerung. Dies geht allerdings oftmals zulasten des Tragekomforts.

Das ist auch der Grund, weshalb keine Hose in unserem Test über 90 Punkte kommt: Schutzleistung und Gewicht hängen häufig zusammen. Wer besser schützen will, nimmt durch höheres Gewicht einen Punktverlust beim Komfort in Kauf. Die Held Marlow bietet den insgesamt besten Kompromiss, ähnlich ausgeglichen zeigen sich Rokker und Vanucci. Wer mehr Komfort möchte und dafür kleinere Abstriche in Sachen Sicherheit in Kauf nimmt, greift zu iXS oder Modeka. Doch auch mit der Trilobite oder der Highway 1 macht man nichts falsch. Dann ist dieses blaue Gewebe, mit Protektoren und Kunstfasern versehen, tatsächlich ein traumhafter Stoff.

Fazit

Teuer gleich gut? Nein, teuer gleich sehr gut, zumindest im Fall der Held Marlow. Denn sie bietet zuverlässige Sicherheit, beste Ausstattung und viel Komfort. Zwar wiegt sie überdurchschnittlich viel, trotzdem sichert sie sich einen beachtlichen Punktevorsprung auf die zweitplatzierte iXS. Diese zeigt den anderen Testteilnehmern, wie komfortabel eine Motorradjeans sein kann. Das geht zwar mit minimalen Abstrichen in Sachen Sicherheit einher, dennoch liegt sie so drei Punkte vor den beiden Drittplatzierten. Wie die Held Marlow gehören die Rokker und die Vanucci zu den einlagigen Biker-Jeans. Mit 80 Punkten nur knapp dahinter begeistert uns die Modeka, die dank ihres vergleichsweise günstigen Preises unser Kauftipp wird. Auf den letzten Plätzen landen die günstigsten Hosen im Test. Ihr Schutz ist in Ordnung, Ausstattung und Tragekomfort aber nur rudimentär.

* Diese Links führen zu Anbietern von denen MOTORRAD eine Provision erhält.

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