Drohne Arase AZ-1000 mit Suzuki GSX-R-1000-Motor

Mit GSX-R-1000-Motor: Drohne Arase AZ-1000 GSX-R-1000-Motor geht in die Luft

Drohne mit vier Zylindern und 1000 Kubik: Ehemaliger Suzuki-Ingenieur präsentiert Drohne mit 150 PS starkem GSX-R-Motor.

ARASE AIZAWA AZ-1000 Drohne GSX-R ARASE AIZAWA
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ARASE AIZAWA AZ-1000 Drohne GSX-R 7 Bilder

Was hilft gegen leere Akkus, geringe Reichweite und begrenzte Nutzlast? Genau: der gute alte Verbrennungsmotor. Am liebsten ein bewährter, leistungsstarker und laufruhiger Vierzylinder. Schnell noch ein zusätzlicher Schwingungsdämpfer und ein spezielles Getriebe dran, fertig ist die Super-Drohne. Auf ungefähr diese Überlegungen ist das neueste Produkt von Ex-Suzuki-Ingenieur Kunio Arase zurückzuführen. Er leitet das Unternehmen Arase Aizawa Aerospatiale in Hamamatsu, Japan. Es hat am 26. Oktober 2022 die AZ-1000 mit 150 PS starkem Reihenvierzylinder, weitgehend baugleich mit dem legendären GSX-R-1000-Motor von Suzuki, Typ K5, präsentiert.

Bis zu 6 Stunden Flugdauer

Das unbemannte Luftfahrzeug soll unbeladen bis zu 6 Stunden in der Luft bleiben können. Bei maximaler Nutzlast – genannt werden 150 Kilogramm – sollen immerhin noch 2 Stunden drin sein. Bereits im Oktober 2021 hatte Arase Aizawa eine Drohne mit Verbrennungsmotor vorgestellt, die wurde allerdings noch mit einem luft-ölgekühlten 500-Kubik-Motor angetrieben. In der neuen Version AZ-1000 steckt ein Antrieb, der überwiegend aus originalen Suzuki-Teilen besteht. Kolben, Ventil- und Kurbeltrieb sowie das Ansaugsystem und elektrische Komponenten stammen vom beliebten GSX-R-1000-Motor, Typ K5. Also von genau jenem Motor, der noch heute aktuelle Suzuki-Motorräder antreibt, zum Beispiel die 2021 präsentierte GSX-S 1000.

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Ehemaliger Suzuki-Ingenieur

Das Ein-Liter-Aggregat ist ein Motorenkonzept, mit der Projektleiter Kunio Arase bestens vertraut ist. Schließlich war er maßgeblich an der Entwicklung des Vorgängertyps für die GSX-R 1000 von 2001 beteiligt. Wegen seiner ultrakompakten Bauart und des geringen Gewichts eignet sich der Reihenvierzylinder laut Arase perfekt als Basis für leistungsstarke unbemannte Luftfahrzeuge. Für den Einsatz in der Drohne wurde ein zusätzlicher Schwingungsdämpfer konstruiert. Dieser ist nötig, um die Sensorik des Vehikels nicht durch Vibrationen zu stören oder gar zu beschädigen. Außerdem wurde ein spezielles, patentiertes Getriebe entwickelt, um die Kraft auf die vier Rotorwellen zu übertragen.

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Die AZ-1000 ist bereits die zweite Verbrennungsmotor-Drohne des japanischen Unternehmens.

Einsatz in der Industrie geplant

Bisher laufen die beiden vorgestellten Verbrennungsmotor-Drohnen als interne Projekte von Akaizawa High-Pressure Concrete. Grundsätzlich sind sie jedoch für den Einsatz in allen möglichen Industriefeldern geplant. Über einen naheliegend erscheinenden Einsatz in der Rüstungsindustrie ist nichts bekannt. Zunächst sollen die Hochleistungsdrohnen beim Katastrophenschutz oder beim Bau von Offshore-Windparks eingesetzt werden. Durch ihre hohe Nutzlast und lange potenzielle Flugdauer sollen sie Aufgaben übernehmen, für die Elektro-Drohnen zu schwach, zu wenig ausdauernd und der Einsatz von Helikoptern zu teuer ist. Außerdem sollen sie zum Katastrophenschutz beitragen.

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Vorteile für die Umwelt

Anstatt einer zusätzlichen Umweltbelastung sieht Arase die AZ-Drohnen eher als Gewinn für den Umweltschutz. Sie seien viel effizienter als andere Transportmittel, beispielsweise Autos oder aber auch Luftfahrzeugen mit Düsenantrieb. Durch den sinnvollen Einsatz könnte laut Arase sogar das Image von Motorradmotoren weltweit profitieren. Zumindest hat er sich dies zur Mission seines zweiten Arbeitslebens nach seiner Tätigkeit bei Suzuki gemacht. Wir sind gespannt, ob solche oder vergleichbare Konzepte tatsächlich die Drohnentechnologie der Zukunft prägen werden. Man wird sehen – und gegebenenfalls auch hören.

Fazit

Anstatt auf Elektroantrieb setzt ein japanisches Drohnen-Unternehmen auf Motorradmotoren und Suzuki-Know-How. Die Superdrohnen mit GSX-R-1000-Reihenvierzylinder, 150 PS und 150 Kilo Nutzlast sollen dort eingesetzt werden, wo den Elektro-Drohnen die Puste oder der Saft ausgeht. So sollen auch teure und ineffiziente Helikopterflüge vermieden werden. Wir sind gespannt, ob dieser Ansatz sich im Mobilitätsmix der Zukunft durchsetzen kann – oder ob revolutionäre Batterietechnologien den fliegenden Supersportlern zuvor kommen.

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