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Immer mehr Autobahnen in Spanien werden mautfrei

Autobahnen in Spanien werden mautfrei Noch mehr kostenlose Kilometer ab September 2021

Immer mehr Autobahnkilometer sind in Spanien mittlerweile mautfrei und in diesem Jahr kommen noch mehr dazu. Ob es eventuell eine Mini-Maut geben könnte, ist noch offen.

Bereits 2020 wurden in Spanien mehrere Autobahnen gebührenfrei, wie beispielsweise die AP4 von Sevilla nach Cádiz und auch die AP7 von Tarragona nach Alicante. Sowohl Spanier als auch Touristen und der Durchgangsverkehr passieren diese Straßen seitdem mautfrei. "Auch auf der AP2 von Burgos nach Eibar ist man ebenfalls schon für lau unterwegs.", wie unsere Kollegen von auto-motor-und-sport.de berichten.

Verträge mit Autobahngesellschaften nicht verlängert

Woran liegt es? Als in den 1970er Jahren in Spanien mit dem Bau von Autobahnen begonnen wurde, gewährte die Regierung privaten Unternehmen – im Austausch für Instandhaltung – die kommerzielle Nutzung. Diese Verträge laufen jetzt nach und nach aus. Statt sie zu verlängern oder neu zu verhandeln, beschloss die spanische Regierung, die Verträge nicht zu verlängern und stattdessen die Kosten für die Instandhaltung selbst zu übernehmen und die Autobahnen mautfrei zu machen. Ob es am Ende streckenweise zu Mini-Mautgebühren wie in Portugal kommt, ist noch offen.

Über 1.000 km gebührenfrei

Zusätzlich zu den bereits freigegebenen 467 Kilometern auf spanischen Autobahnen kommen in diesem Jahr weitere 640 Kilometer hinzu, denn viele Konzessionen von verschiedenen Autobahngesellschaften laufen zum Ende August 2021 aus.

Es gab auch bisher schon private und staatliche Autobahnen in Spanien – die privaten kostenpflichtig, die staatlichen kostenfrei. Für Motorräder zahlt man in Spanien auf den mautpflichtigen Autobahnen den gleichen Preis wie fürs Auto. Die meisten Autobahngesellschaften unterscheiden zwischen Ligeros (Motorräder ohne oder mit Beiwagen, Pkw ohne oder mit Anhänger, Wohnmobile ohne Zwillingsbereifung, etc.), Pesados 1 (Kfz bis 3 Achsen mit Zwillingsbereifung) und Pesados 2 (Kfz ab 4 Achsen).

Fazit

Wenn der Staat sich um die Instandhaltung der Autobahnen kümmert, dann bezahlt der Steuerzahler seine Gebühr bereits mit seinen Abgaben. Den Finanzierungsplan der spanischen Regierung kennen wir nicht, doch das Prinzip, die Straßen aus der Privatwirtschaft raus, in staatliche Verantwortung zu holen, ist sicher sinnvoll. Wie Straßen instand gehalten werden, ist dann womöglich transparenter als wenn Autobahngesellschaften und Unternehmen das übernehmen.