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Interview mit Toshihiro Suzuki

"Wir sind schon gut vorangekommen"

Der seit Sommer in Amt und Würden stehende Sohn des vor Kurzem zurückgetretenen Patriarchen Osamu Suzuki, Toshihiro Suzuki, gibt erstmalig ein Interview zur Modellpolitik und der Situation des japanischen Konzerns.

MOTORRAD: Toshihiro Suzuki, zunächst einmal herzlichen Dank für die Möglichkeit, den Präsidenten und CEO von Suzuki persönlich interviewen zu dürfen. Die Marke Suzuki ist zurück, wir sehen eine neue GSX-R 1000, ein neues 750er-Naked Bike und ganz besonders freuen wir uns über die tolle GSX-R 125 für die Kids. In den 90er-Jahren und den 2000ern war Suzuki sehr erfolgreich mit den Vierzylinder-Reihenmotoren in beispielsweise der Bandit-Baureihe. Werden wir in diesem Segment einen Nachfolger sehen?

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Toshihiro Suzuki: In den Folgejahren der Lehman-Krise, als die weltweiten Märkte für große Motorräder nahezu zusammenbrachen, war Suzuki gezwungen, die Entwicklung von hubraumstarken Motorrädern fast zu stoppen. Jetzt mit der GSX-R 1000 haben wir wieder eine moderne Technologie zur Verfügung. Daraus wird die nächste Generation dieser Maschinen entstehen.

MOTORRAD: Die weltweite Krise war für alle schwierig, spüren Sie heute noch die Folgen?

Toshihiro Suzuki: Während der Krise stiegen vor allem die Verkäufe der kleinen Motorräder in Indonesien, Indien und weiteren asiatischen Märkten. Darauf mussten wir uns konzentrieren und die Chancen zum Wohle von Suzuki nutzen. Nun haben wir seit einiger Zeit wieder Möglichkeiten, Schritt für Schritt alle weltweiten Märkte mit den entsprechenden Produkten zu versorgen. Wir bringen nun auch wieder sehr leistungsfähige Motorräder, wie sie vor allem in Europa gefragt sind. Sie werden Suzuki ein sportlicheres Image zurückgeben, mit der neuen GSX-R 1000 als Flaggschiff. Aber noch dauert der Gesundungsprozess an, wir müssen noch aufholen.

MOTORRAD: Wie groß ist das Motorradgeschäft im Suzuki-Konzern, und wie groß ist daran der Anteil des europäischen Marktes?

Toshihiro Suzuki: Acht Prozent vom Umsatz, Europa hat von diesen acht 24 Prozent. Der große Bereich ist der Automobilbereich.

MOTORRAD: Gibt es im Hause Suzuki eine Konkurrenz zwischen Auto- und Motorradbereich, oder arbeitet man da Hand in Hand?

Toshihiro Suzuki: (schmunzelt) Es gibt Kooperation, keine Konkurrenz. Wir müssen mehr kooperieren.

MOTORRAD: Zurück zur Modellpolitik: Zurzeit sind Reihenzweizylinder-Motoren in der Mittelklasse sehr erfolgreich. Vor einiger Zeit zeigten Sie mit der Recursion sogar einen aufgeladenen Zweizylinder. Ist das die Zukunft von Suzuki in der Mittelklasse, oder bleiben Sie beim V2, der ja einer der besten ist?

Toshihiro Suzuki: Danke! Nein, wir fokussieren uns auf die GSX-R-Linie, auf die S-Linie, die V-Strom-Linie und die Burgman-Linie. Dafür wollen wir die bestmöglichen Motoren bauen und auch die bestehenden Konzepte weiterentwickeln. Auch die Retro-Motorräder sind für uns interessant, wir studieren das Segment intensiv.

MOTORRAD: Sind Dreizylinder ein Thema?

Toshihiro Suzuki: Natürlich sind Dreizylindermotoren ein interessantes Thema. Aber wie ich schon sagte: Wir sind noch immer im Gesundungsprozess.

MOTORRAD: Wie lange wird der noch andauern?

Toshihiro Suzuki: Wir sind schon gut vorangekommen. Wie sie ja an der neuen GSX-R 1000 deutlich sehen können. Sie wird Sie begeistern, das verspreche ich Ihnen.

MOTORRAD: Wo sehen Sie die Zukunft solcher Supersportmotorräder, eher auf der Rennstrecke oder noch immer im öffentlichen Straßenverkehr?

Toshihiro Suzuki: Es werden sicher beide Richtungen für dieses Segment wichtig sein.

MOTORRAD: Derzeit gibt es in der Supersport-Klasse neue interessante Motorkonfigurationen. Die neue GSX-R 1000 besitzt einen klassischen Reihenvierzylinder mit normaler, regelmäßiger Zündfolge. Warum?

Toshihiro Suzuki: Wir wollen unseren Kunden die maximale Performance bieten. In unserem sehr erfolgreichen MotoGP-Bike brauchen wir die unregelmäßige Zündfolge, um die Fahrbarkeit im Grenzbereich zu verbessern. Dort macht das Sinn. Für unsere neue GSX-R 1000 war maximale Leistungsentfaltung in allen Drehzahlbereichen das Ziel. Und Sie werden sehen: Sie hat die maximale Leistung, in allen Bereichen. Trotzdem hat das MotoGP-Bike einen großen Einfluss auf die Straßenmaschine. So wurde die Traktionskontrolle von den MotoGP-Ingenieuren für die GSX-R 1000 entwickelt.

MOTORRAD: Werden in der Zukunft Elektromotorräder eine Rolle spielen? Sie entwickelten erst vor kurzer Zeit einen Brennstoffzellen-Roller, wird das kommen?

Toshihiro Suzuki: Sie werden eine Rolle spielen. Noch stimmen Preis und Reichweite nicht. Es wird eine Sache des Timings sein, in diesem Bereich erfolgreich zu sein. Auch für die Brennstoffzelle ist es noch zu früh.

MOTORRAD: Wann wird es so weit sein? In fünf, zehn oder gar 20 Jahren?

Toshihiro Suzuki: (überlegt) Zehn bis 20 Jahre.

MOTORRAD: Herr Suzuki, wir danken für das Gespräch.

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