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Mailänder Polizei testet neues Radarsystem

Mailänder Polizei testet neues Radarsystem Adlerauge auf dem Dach

Um Roller und Motorräder, die nicht versichert oder ohne Betriebserlaubnis unterwegs sind, besser und schneller identifizieren zu können, setzt Mailand ein neues System ein.

Fahrzeugkennzeichen können Hinweise darauf geben, wann die nächste Technische Prüfung ansteht und ob das Fahrzeug überhaupt versichert ist. Die Informationen können aber schwer ablesbar sein oder sind teilweise gar nicht auf dem Kennzeichen direkt hinterlegt. Um anhand eines Kennzeichens direkt feststellen zu können, ob das Fahrzeug versichert ist und eine Betriebserlaubnis vorliegt, setzen Mailänder Polizeibeamte aktuell ein neuartiges Radarsystem ein.

Testeinsatz bis Jahresende

Die Adleraugen-Technologie (Eagle Eye Technology) ist versuchsweise bis zum Ende des Jahres im Einsatz. Das Radarsystem ist auf dem Dach des Polizeiwagens angebracht und kann von dort Kennzeichen in der Ferne scannen. Gleichzeitig sind die "Adleraugen" mit der Datenbank des Motorizzazione Civile verbunden, vergleichbar mit unserem Kraftfahrt-Bundesamt.

Ein Kennzeichen, das überprüft werden soll, wird von der Polizei über das Radarsystem anvisiert und erfasst, woraufhin ein Abgleich mit der Datenbank in Echtzeit stattfindet. Die Beamten bekommen sofort ausgespuckt, ob das jeweilige Gefährt versichert ist oder eine noch gültige Technische Prüfung hinterlegt ist. Ob noch weitere Informationen übermittelt werden, wie beispielsweise der Punktestand des Fahrzeughalters oder Vergleichbares, ist nicht bekannt, könnte aus datenschutzrechtlichen Gründen problematisch sein.

Bußgelder, Beschlagnahmung, Führerscheinentzug

Drei Polizeistreifen setzen das System aktuell in der ganzen Stadt ein und übermitteln die Informationen von unversicherten Fahrzeugen an ihre Kollegen, die daraufhin das Fahrzeug anhalten und kontrollieren. Sollte das Fahrzeug tatsächlich nicht versichert sein, droht die Beschlagnahmung des Fahrzeugs und ein Bußgeld zwischen 866 bis 3.464 Euro. Wird der Fahrzeughalter mit diesem Vergehen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren ein zweites Mal erwischt, drohen zusätzlich zwei Monate Führerscheinentzug.

Sollte die technische Prüfung, also eine Art Hauptuntersuchung (HU), zu weit zurückliegen, droht ein Bußgeld zwischen 1.998 und 7.993 Euro. Zusätzlich wird das Fahrzeug für 90 Tage eingezogen. In Italien müssen Neufahrzeuge vier Jahre nach der Erstzulassung zur technischen Prüfung und danach alle zwei Jahre. Aufgrund der Pandemie hat die Regierung die Überprüfungsfristen um 10 Monate verlängert, was allerdings nur für diejenigen gilt, die ihr Fahrzeug im Zeitraum vom 1. September 2020 bis 30. Juni 2021 durchführen müssen.

Fazit

Der Datenbankabgleich in Echtzeit könnte das Radarsystem zu einem effizienten Instrument für die Mailänder Polizei machen, wenn es darum geht, blitzschnell unversicherte Fahrzeuge oder solche mit einer überfälligen HU aus dem Verkehr zu ziehen. Das könnte sich lohnen: Bei den Pkw kam es laut der Polizei Mailand zwischen den Jahren 2020 und 2021 zu rund 4.000 Verstößen im Zusammenhang mit der Versicherungspflicht und auf über 2.000 Fälle bezüglich der regelmäßigen Technischen Prüfung.

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