Motorrad-Sicherheitssysteme der Zukunft

Über den Wolken

Foto: Bosch 6 Bilder

Irgendwo da oben schwebt sie, die „Cloud“. Speichert unsere Bilder, unsere Korrespondenz, unsere Daten. Und demnächst auch, wie und wo wir Motorrad fahren. Oder eben nicht mehr, weil wir gerade gestürzt sind. Dann ruft die Cloud Hilfe. Aber eigentlich werden wir nicht mehr stürzen, weil die Cloud über uns wacht. Wenn alle mitmachen.

George Orwell hätte vermutlich zumindest Genugtuung empfunden. Weil es – wenn auch mit etwas Verspätung – doch noch wahr wird, sein „1984“. Gut 30 Jahre später ist er da, der totale Überwachungsstaat. So sehen das jedenfalls Skeptiker. Man kann es aber auch anders sehen. Kann darauf vertrauen, dass unsere Daten vertraulich behandelt werden. Darüber staunen, dass sie in Millisekunden einmal durch den Datenkosmos flitzen. Und dafür dankbar sein, dass sie im Idealfall in der Lage sind, Unfälle zu verhindern.

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Wie geht das? Vor allem furchtbar schnell, praktisch in Echtzeit. Der Autofahrer an der Kreuzung sieht den Motorradfahrer nicht, weil der von einem abbiegenden Lkw verdeckt wird. Aber die Cloud „sieht“ ihn – und funkt eine Warnung ins Auto. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, Vorfahrt beachtet. So in etwa. Anderes Beispiel: Irgendwo auf einer gut asphaltierten Landstraße, es regnet, großflächige Bitumen-Flickerei in einer Kurve, riesiger Reibwertsprung. Das erkennen die Sensoren in den Fahrzeugen anderer Verkehrsteilnehmer in der vernetzten Welt, melden es an den Motorradfahrer, der sich der Kurve nähert. Der macht langsam, weil er weiß, jetzt wird’s glatt. Oder aber – doch das ist in der Tat noch Zukunftsmusik: Das Motorrad nimmt selbstständig Tempo raus, auch ohne Zutun des Fahrers. Willkommen in Utopia?

Ende 2016 soll die CCU auf den Markt kommen

Keineswegs. „Connected Horizon“ nennt zum Beispiel Bosch diese Technologie, an der aber auch andere Hersteller forschen. Ende 2016 wollen die Schwaben die „Connectivity Control Unit“ (CCU) auf den Markt bringen, ein gut handtellergroßes Gerät, das über die CAN Bus-Bordelektronik mit den Steuergeräten und über serielle Schnittstellen mit den Sensoren des Motorrads verbunden ist. Diese CCU hat ein Mobilfunk-Modul, kann so mit der Cloud (eigens von Bosch in Deutschland bereitgestellt, Stichwort Datensicherheit), aber auch mit anderen Fahrzeugen kommunizieren, und zwar in einer Taktung von bis zu zehn Mal in einer Sekunde. Das bedeutet: Im Falle eines Unfalls erkennt das System über die vorhandenen Sensoren und intelligenten Crash-Algorithmen blitzschnell das Malheur und setzt einen Notruf mit exakter Positionsangabe ab (eCall).

Auch ein eventueller Diebstahl wird anhand von speziellen Parametern erkannt, die Position des Fahrzeugs an ein Servicecenter übermittelt, das wiederum die Polizei verständigt. Wenn es nicht ganz so schlimm kommt und im Falle einer Panne nur die Technik streikt, kommt hingegen „bCall“ ins Spiel. Ein Knopfdruck – und schon steht die Verbindung zu einem Servicecenter, der nächste Pannendienst wird alarmiert und die Fehlerdiagnose gleich mitgeliefert, sodass die notwendigen Austauschteile an Bord sind. Doch auch, wenn alles rund läuft, kann die CCU weiterhelfen. Auf der Tour kein Hotel und keine Ahnung, wohin? „iCall“ hilft weiter, übernimmt gleich die Buchung und lotst den ruhebedürftigen Biker per Navi auch gleich zur richtigen Adresse. Und spätestens da müssen dann ohnehin alle ihre persönlichen Daten preisgeben. An der Hotel-Rezeption.

Integrated Connectivity Cluster

Foto: Bosch
Musik, Anruf, Navi: Mit ICC ist Entertainment auch auf dem Motorrad Trumpf – wenn man will.

Das Integrated Connectivity Cluster ist ein von Bosch speziell für Motorräder entwickeltes digitales Anzeigeninstrument, das sich dank innovativer Display-Technologie auch bei Sonnenschein aus jedem Blickwinkel gut ablesen lassen soll. Der eigentliche Clou jedoch ist, dass sich ICC über eine Bosch-eigene Smartphone-Integrationslösung mit dem Smartphone koppeln lässt, so dass sich Apps wie Navigationssysteme, Tourenplaner oder Hotelfinder auf dem Vierfarb-Display des ICC darstellen lassen.

Die Darstellung und Funktion der Apps wird jedoch vereinfacht, sodass sie den Motorradfahrer möglichst wenig ablenken und auch während der Fahrt von einem Dreh-Drücksteller am Lenkerende bedient werden können. Das Design des ICC und die Art der angezeigten Informationen können die Motorradhersteller ebenso frei wählen, wie der Kunde aus den zur Verfügung stehenden Infos seine persönlichen Favoriten bestimmen kann. ICC soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

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