Fahrwerksspezialist Öhlins verkauft

Aktienmehrheit geht an Tenneco

Der schwedische Fahrwerksspezialist Öhlins hat einen neuen Mehrheitsaktionär. Firmeninhaber Kenth Öhlin hat die Aktienmehrheit an den amerikanischen Automobilzulieferer Tenneco verkauft.

Wie die neuen Besitzverhältnisse genau aussehen wurde nicht mitgeteilt. Tenneco bezahlt für seinen Anteil rund 160 Millionen Dollar. Kenth Öhlin bleibt aber im Aufsichtsrat des Unternehmens. Abgewickelt werden soll der Verkauf an Tenneco, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartell- und Aufsichtsbehörden, Anfang 2019.

Tenneco ist global aufgestellt

Öhlins und Tenneco haben nach eigenen Angaben bereits seit 20 Jahren zusammengearbeit. Öhlins, seit 43 Jahren im Geschäft, produziert seine Federelemente für Motorräder, Autos und Fahrräder in Europa und Asien und vermarktet seine Produkte in 50 Ländern weltweit. Mit Tenneco als neuem Partner will Öhlins seine Position weiter stärken. Öhlins beschäftigt 340 Mitarbeiter und erwirtschaftete im abgelaufenen Jahr rund 130 Millionen Dollar. 1987 übernahm Yamaha die Aktienmehrheit, jedoch blieb die Firma weiterhin als selbständig agierendes Unternehmen bestehen. Ende 2007 kaufte Firmengründer Kenth Öhlin die Firmenanteile von den Japanern zurück.

Tenneco ist ein großer Automobilzulieferer und produziert Federelemente und Abgasregelsysteme. Beliefert werden praktisch alle großen Fahrzeughersteller. Aber auch im Aftermarket-Geschäft ist Tenneco erfolgreich unterwegs. Tenneco beschäftigt weltweit rund 32.000 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von etwa 9,3 Milliarden Dollar. Zu den bekannten Tenneco-Handelsmarken gehören Monroe, Champion, Gillet und Walker. Erst Anfang Oktober hatte Tenneco die Übernahme von Wettbewerber Federal-Mogul abgeschlossen. Federal-Mogul beschäftigt weltweit rund 55.000 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von 7,8 Milliarden Dollar.

Der neue Großkonzern soll bis Ende 2019 in zwei Sparten - Fahrwerk und Powertrain - aufgespalten werden.

2008 hatte Tenneco Marzocchi gekauft, aber bereits 2015 wieder an VRM verkauft. Die Ansage damals: Man wolle sich aus dem Motorradbereich zurückziehen.

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